langeleine.de
24. November 2011

Sweet sixteen!

Feiern bis die Leine bebt! Der Kulturkiosk von langeleine.de verabschiedet am 16. Dezember mit einer Bunten Tüte voller großartiger Gäste das Jahr 2011

Neerström

Im Schatten der runtergekommenen Hochhäuser fließen Ästhetik und Urban-Storytelling zusammen: Neerström

Indie-Rock, gepaart mit eindringlichem Urban-Storytelling, eine sk-lierende Multimedia-Trash-Kinoshow, messerscharfer Kolumnen- und Kurzgeschichtensport und verstörend-atemraubende Βilderwelten: Die 16. Ausgabe der langen Nacht der Kultur begegnet der kalten Jahreszeit erlebnisstark und vielseitig.

Leo Tripwire und sk's metal machine

Multimedial, schräg und visionär: Leo Tripwire und sk’s metal machine aka Stefan Kopka

Auf den altehrwürdigen Bühnenbrettern der Warenannahme begrüßen Henning Chadde, Jörg Smotlacha und Susanne Haupt die hannoverschen Urban-Indie-Rock-Poeten Neerström, den Filmtrailer- und One-Man-Sound-Magier sk, den großartigen Kolumnensportler Imre Grimm und den Nachhaltigkeits-Kurzgeschichtler Hartmut El Kurdi.

Journalisten, Literaten, Satiriker: Imre Grimm und Hartmut El Kurdi sind überall zu Hause

Für die künstlerische Umrahmung dieser geschmackvollen Kultur-Soirée am Rande der Vorstellungskraft sorgen verstörend-ausdrucksstarke Malereien und Zeichnungen der Künstlerin Leo Tripwire. Düster, melancholisch, augenzwinkernd und schön. So einfach ist das. Wir feiern bis die Leine bebt!

Kioskgäste:

Neerström
Herzzerreißender Indie-Rock mit urbanem Story-Telling

„Hannover ist das Seattle Deutschlands“, hat mal jemand gesagt. Weil dort alles so trostlos sei und die Menschen aus purer Langeweile Musik machen. Wie die Pilze schießen Bands aus allen Löchern der einstigen Expo-Stadt. Neerström ist einer dieser Pilze mit Liedern, die nach Tagebuch-Einträgen klingen. Wo der Selbstmord-Versuch neben der Schönheit im Detail steht. Wo sich Wodka und Klassik nicht ausschließen. Im Schatten der runtergekommenen Hochhäuser fließen Ästhetik und Urban-Storytelling zusammen. Den Rücken lässt sich Robert Heller alias Neerström mittlerweile von einer Band stärken. Wie sang Jochen Distelmeyer mal so treffend? „Noch’n Bier! / Nach einer Stunde war’n’s schon vier / Und in Hannover war ich dicht und außer mir.“ Nun, das mag für Herrn Distelmeyer zutreffen. Neerström jedenfalls ist nach vier Bier nicht außer sich, sondern mittendrin. In Hannover, im prallen Leben.

weiterlesen:
„Ich schreibe mir oft Sätze aus Büchern auf, die ich gut finde“
Neerström im Gespräch

Neerström im Netz:
www.myspace.com/neerstroem

sk’s metal cinema
„Execution“ – die Multimedia-Trash-Kinoshow

Irgendwann hat jeder Schlagzeuger einmal die Nase voll davon, als verkanntes Genie alleinig im Hintergrund zu spielen. So auch der allseits bekannte Hammerhai-Trommler Herr K. Unter dem Pseudonym sk stellt der Drum-Derwisch heute sein neues Solo-Programm vor. Unterstützt von Ex-Knackis, echten und unechten Blonden und richtigen Untoten, lässt sk nicht nur einige schillernde Filmtode als Projektion auferstehen, sondern vertont diese auch noch virtuos und absolut live zum Bild auf seinem Midi-Mallet-Instrument. Fertig ist die Multimedia-Soloshow. Dass sk’s Arrangements der betreffenden Filmmusiken dabei mit einer ordentlichen Portion Metal durchsetzt sind, versteht sich beinahe von selbst. Und so sehet, höret und staunet: es sk-liert. Gewaltig.

weiterlesen:
„Mit Bekanntem spielen, vom Original abweichen und etwas Neues entstehen lassen“ – Interview mit Stefan Kopka

Imre Grimm
Kolumnensport zwischen Alltagswahnsinn und Beobachtungsgabe

Imre Grimm ist Kolumnist und Medienkritiker bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Seit 1999 geht er in seiner Kolumne „Das Ding“ jeden Sonnabend dem Zeitgeist auf den Grund – und an die fein säuberlich blank gelegten Nerven. Mittlerweile geniest seine Kolumne in der hannoverschen Medien—Landschaft Kultstatus. Folgerichtig erschien 2007 ein Best-Of der Grimmschen Werke in Buchform. Gemeinsam mit Kollege Uwe Janssen ist Grimm zurzeit mit dem musikalischen Leseprogramm „Friese, Freude, Feierkuchen!“ unermüdlich im gesamten Norden der Republik unterwegs. Dabei versprechen die beiden Ausnahme-Satiriker dem Publikum immerhin „Ein Quantum Toast“, und das ist schon mal gut zu wissen, denn Toast hilft in diesen schweren Zeiten immer. Grimms Texte? Kurz, prägnant, scharf, gern verdreht und garantiert immer lustig. Kurz: Dieser Mann schreibt und schießt aus dem Hinterhalt ins Herz der Dinge. Seit neuestem übrigens auch mit dem satirisch-journalistischem Montatsrückblicks-Ensemble „Salon Herbert Royal“.

weiterlesen:
„In jedem Zeitungsredakteur schlummert ein kleiner Satiriker, der ans Licht will und Quatsch machen“
Interview mit Imre Grimm

Imre Grimm im Netz:
www.janssenundgrimm.de

Hartmut El Kurdi
Vielschichtige Kurzgeschichten-Jonglage am Puls der Zeit

Hartmut El Kurdi schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Kinderbücher, rezensiert Bücher für „Die Zeit“ und verfasst regelmäßig charmant-unverschämte Kolumnen für die „Wahrheit“-Seite der „taz“ und das Hannover-Magazin „Stadtkind“. Seine Bücher tragen so kuriose Titel wie „Der Viktualien-Araber“ oder „Barfuß auf der Busspur“ und sind randvoll mit abseitigen, stets aber nachhaltig-humorvollen Betrachtungswelten. El Kurdi mischt in seinen Texten Politik und Privates, Öl und Wasser, Pop und Komik, gibt mittelpeinliche autobiographische Details preis, erzählt von persönlichen emotionalen Achterbahnfahrten und findet die aktuelle Formel zur Rettung der Welt, um sie gleich wieder zu vergessen. Egal, ob Howard Carpendales Black-Power-Obama-Schlager, Wellness-Würste mit rechtsdrehender Milchsäure, die arroganten Ergüsse des Sprach-Besserwissers Bastian Sick, die Segnungen eines Akku-Handstaubsaugers oder die niedersächsischen Architektur-Verbrecherprozesse – alles ist El Kurdi eine tragikomische Erörterung wert. Das Deutschlandradio Kultur beschreibt El Kurdis Texte folgendermaßen: „Hartmut El Kurdi teilt kräftig aus. Das liest man gerne, egal ob man sich nun bestätigt fühlt oder vielleicht auch selbst erwischt wird.“ Stimmt genau.

weiterlesen:
„Kein Eia-Popeia, aber ein auffallend entspanntes ‚Leben und leben lassen'“ – Interview mit Hartmut El Kurdi

Hartmut El Kurdi im Netz:
www.hartmutelkurdi.de
www.myspace.com/hartmutelkurdi

Leo Tripwire
Malereien, Zeichnungen und Comic Art

Wir schreiben die frühen 90er-Jahre. Der Ort: Hannover. Ein kleines Mädchen versucht, die Schulstunden mit Kritzeleien totzuschlagen. Leo Tripwire wurde geboren, obwohl es noch dauern sollte, bis sie endgültig Form annehmen konnte. Ein Mathe-Lehrer bezeichnete Mrs. Tripwires frühe Manifestationen damals als das Schrecklichste, das er je gesehen hat. 15 Jahre später ist man anderer Meinung, und so kommt Leo Tripwire zurück nach Hannover, um die Welt vor Mathe-Lehrern und schlechter Kunst zu retten. Und das mit einem unnachahmlich eigenen Stil und einer künstlerisch-expressiven Vision, die den Betrachter betörend und verstörend zugleich Staunen macht. Irre und wunderschön.

weiterlesen:
“Es hat sich eben so entwickelt”
Leo Tripwire im Gespräch

Leo Tripwire im Netz:
www.myspace.com/mrstripwire
www.mrstripwire.blogspot.com

    Feiern bis die Leine bebt!

  • langeleine.de präsentiert
    DER KULTURKIOSK
  • Freitag, 16. Dezember 2011
  • Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
  • Faust-Warenannahme
  • Zur Bettfedernfabrik 3
  • 30451 Hannover
  • Eintritt: 8 Euro, VVK: 6 Euro

Download Flyer:


Der Kulturkiosk, 16. Dezember 2011

(pdf, 311 kb)

(Fotos: Pressefotos, Foto Neerström: Ori Jauch)

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Kategorien: Kunst, Literatur, Lokalitäten, Musik

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