Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
2. Dezember 2011

Blaue Oase am Toten Moor

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: das Steinhuder Meer

Ein Geschenk der letzten Eiszeit: das Steinhuder Meer

Gerade einmal 40 Minuten benötigt man von der Stadtmitte Hannovers aus, um mit dem Auto ans Steinhuder Meer zu kommen. Eine Fahrt, die sich unbedingt lohnt, denn so schnell kommt man vor den Toren der Landeshauptstadt ansonsten nicht in den Genuss von maritimen Flair verbunden mit einer prachtvollen Naturkulisse. Zwischen Wunstorf und Neustadt am Rübenberge liegt Nordwestdeutschlands größter Binnensee, entstanden vor rund 14.000 Jahren durch die Weichsel-Eiszeit. Das Steinhuder Meer zählt heute zu den beliebtesten Ausflugszielen all derjenigen, die mit Familie oder Freunden auf der Suche nach Spaß und Entspannung in der Region sind und ein bisschen Natur erleben möchten. Für den Erhalt des 310 Quadratkilometer großen Naturgebietes sorgt die Region Hannover, die das Steinhuder Meer 1983 zum Naturpark ernannt hat und mehr als 10 Prozent der Fläche um den See unter Naturschutz gestellt hat. Neben dem See befindet sich unter anderem ein EU-Vogelschutzgebiet, das viele Brut- und Überwinterungs-Möglichkeiten für Vögel bietet, und mit dem auf der östlichen Seite liegenden Toten Moore eines der letzten Hochmoore seiner Art.

Durch Feld, Wald und Wiesen: Schon die Fahrt zum Ausflugsziel verspricht Entspannung pur

Fernab vom Alltagsstress

Bereits der Anfahrtsweg zum Steinhuder Meer vertreibt den Alltagsstress. Anstelle grauer Autobahnen begrüßt die ländliche Gegend die Ausflügler mit langen Landstraßen, die sich durch Felder, Wiesen und kleine Waldgebiete schlängeln. Ein Blick aus dem Fenster lässt einen bei ein wenig Sonnenschein die Stadt schnell vergessen. Das Gebiet rund ums Steinhuder Meer lockt mit kostenlosen und ausreichenden Parkplätzen, die sich nur wenige Meter entfernt vom Wasser befinden, so dass man direkt nach der Ankunft den Blick über den 29,1 Quadratkilometer großen See schweifen lassen kann. Zwar sind die kleinen Fischbuden und Muschelläden zur Zeit unseres Besuches aufgrund der Jahreszeit geschlossen, die gepflegten Spazierstege und Bänke am Ufer des Steinhuder Meeres laden aber auch im Spätherbst oder Winter zu einem Rundgang mit anschließendem Picknick ein. Am Südufer des Sees liegt eine künstlich angelegte Badeinsel, die tagsüber über eine 80 Meter lange Brücke zu erreichen ist. In den wärmeren Monaten ist sie das bevorzugte Ziel für die zahlreichen Badegäste. Um auch hier die Natur möglichst unberührt zu lassen, wird die gesamte Insel mit Sonnen- und Biomasse-Energie versorgt. Highlight ist die kostenfreie Aussichts-Plattform beim Service-Center, von der man den Naturpark herrlich überblicken kann.

Diente einst als Zufluchtsort: die weit vom Ufer entfernte Insel Wilhelmstein und ihre Festung

Geschichte erleben

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Insel Wilhelmstein, auf der sich eine Festung aus dem 18. Jahrhundert befindet. Die kleine Insel wurde zwischen 1761 und 1765 in der Mitte des Steinhuder Meeres aufgeschüttet. Mit dem Bau der Festung durch Wilhelm zu Schaumburg-Lippe im Jahre 1767 wurde Wilhelmstein zum uneinnehmbaren Zufluchtsort und diente als militärisches Lager. Die im typischen sternförmigen Bastionär-System gehaltene Festung beinhaltet neben einer zu besichtigenden Sternenwarte die Fürstliche Hof-Reitschule, die für Pferdefreunde zugänglich ist. Schon im 18. Jahrhundert reisten Touristen zur Inselfestung Wilhelmstein, um sie zu begutachten. Heute werden die Ausflügler mit motorisierten Holz-Segelbooten vom Ufer abgeholt und können sich die Festung und ein Museum ansehen, um so etwas über Leben und Geschichte der damaligen Zeit zu lernen. Von April bis Oktober ist es sogar möglich, auf der Insel zu übernachten.

Auch im Spätherbst ein attraktiver Ort: Steg an der Südseite des Steinhuder Meeres

Von Fischern, Webern und Skulpturen

Natürlich kann man sich am Steinhuder Meer auch sportlich vergnügen. Vom Segeln, Surfen, Bootfahren und Schwimmen bis zum Wandern und Walken reicht die Palette der möglichen Aktivitäten. Neben dem Reichtum an Flora und Fauna lockt die unglaubliche Vogel-Vielfalt und ein Schmetterlings-Wildgehege, das ein 2600 Quadratmeter großes Freigehege sowie viele verschiedene Wissensstationen rund um Schmetterlinge und andere Insekten beinhaltet. Außerdem gibt es jede Menge Kunst zu entdecken. Im Lebendigen Museum in Steinhude, das sich auf der nordöstlichen Seite des Sees befindet, kann man sich in einem im Jahre 1850 errichteten Fachwerkhaus dem örtlichen Landleben nähern. Web-Kostbarkeiten aus drei Jahrhunderten, Dokumente und Fotos, welche die Geschichte des Fischfangs zeigen, und alte Gerätschaften lassen die Besucher glauben, die Zeit wäre stehen geblieben. An der Promenade am Wasser können obendrein moderne Skulpturen von deutschen Künstlern begutachtet werden. Es bleibt festzuhalten: Das Steinhuder Meer hält für jeden Geschmack etwas bereit. Denn wenn man bei ein wenig Dezembersonne am Ufer sitzt, kann der Wind noch so kalt sein – der Ausflug hat sich gelohnt.

Steinhuder Meer
www.steinhuder-meer.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 40 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 4 Stunden

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.



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Kategorien: Lokalitäten

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