Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
6. Dezember 2011

Reise um die Erde in drei Etagen

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim

Beherbergt prachtvolle historische Objekte aus aller Welt: das Roemer- und Pelizaeus-Museum

Hell erleuchtet liegt das Roemer- und Pelizaeus-Museum vor uns und ist schon von weitem gut zu erkennen. Mitten im Zentrum Hildesheims unweit der Innerste gelegen, erstreckt sich der im Jahre 2000 fertig gestellte großzügige Museums-Neubau mit seinen Glas-Fassaden über drei Etagen. Das Museum, das nach dem Hildesheimer Politiker Hermann Roemer und dem Kaufmann und Kunst-Sammler Wilhelm Pelizaeus benannt ist, ist eines der bedeutendsten Museen Norddeutschlands und verfügt neben einer einzigartigen Sammlung weltberühmter Schätze altägyptischer Kunst über die zweitgrößte Sammlung chinesischen Porzellans in Europa, eine umfangreiche Auswahl von prächtigen Fundstücken aus dem südamerikanischen Andenraum und eine naturkundliche Sammlung mit insgesamt über 300.000 Objekten.

Einmalige Zeugnisse aus Kunst, Geschichte und Religion

Das 1844 eröffnete Roemer-Museum wurde 1911 nach den Vorstellungen des Mäzens Wilhelm Pelizaeus umgestaltet und in der Folge mit zahlreichen außergewöhnlichen altägyptischen Statuen, Reliefs, Grab-Beigaben und vielen weiteren Schätzen aus der Blütezeit Ägyptens zur Zeit der Pyramiden ausgestattet. Den wichtigsten und größten Schwerpunkt bilden die Objekte des Alten Reiches, die fast ausnahmslos aus Grabungen auf dem Pyramiden-Friedhof von Gizeh stammen. Zu sehen sind außerdem einmalige Zeugnisse aus Kunst, Geschichte und Religion, Verwaltung und Architektur aus der Ära der Pharaonen, welche die Museumsbesucher in die Zeit zwischen 4.000 v. Chr. bis 1.000 n. Chr. entführen, unter ihnen eine originalgetreue Nachbildung eines der schönsten Gräber von Theben, das Grab des Sennefer.

Ungewöhnlich farbenfroh dekoriert: Das Grab des Sennefer schildert das Leben des Schatzmeisters von Theben

Die Dauerausstellung „Alt-Peru“, die sich wie große Teile der ägyptischen Sammlung im zweiten Stock des Museums befindet, besticht mit farbenfrohen Textilien, fantasievoll verzierten Keramiken, Modellen alter Maya-Städte und weiteren Zeugnissen präkolumbischer Kultur, unter denen die Fundstücke aus der Zeit der Inka und Maya sicherlich am beeindruckendsten sind. Ausstellungsstücke aus dem Bereich der Waffen, Musikinstrumente, erotische Abbildungen und Darstellungen von Pflanzen und Tieren ergänzen die Schau. Ebenso umfangreich präsentieren sich die Objekte aus dem asiatischen Raum, die sich ebenfalls in der Dauerausstellung befinden. Chinesisches Porzellan und japanische Alltagsgegenstände verblüffen durch ihren Detailreichtum und lassen die Vielfalt der gezeigten Kulturen für die Besucher äußerst lebendig werden.

Anschauliche Objekte für Kinder und Erwachsene

Der naturkundliche Bereich, der den Titel „Frühe Menschen – Von Afrika in die ganze Welt“ trägt, beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zur Erforschung des Lebens auf der Erde und ist multimedial gestaltet. Von den ältesten Spuren des Lebens, die 3,4 Milliarden Jahre alt sind, bis zum Auftauchen menschlicher Existenz geben zahllose Mineralien und Knochenfunde ein anschauliches Zeugnis und machen den Ausstellungsbesuch für Kinder und Erwachsene unterhaltsam.

Auf den Spuren der Maya: Modell des Stadtkernes von Palenque im heutigen Mexiko

Neben der Präsentation der eindrucksvollen Sammlung aus allen Teilen der Erde bietet das Roemer- und Pelizaeus-Museum den Besuchern mehrere Sonderausstellungen, darunter die Schau „Magie der Grafik“, die noch bis zum 15. April 2012 Plakate und Grafiken von Pablo Picasso zeigt. Höhepunkte sind unter anderem ein 26-teiliger Zyklus, bei dem sich Picasso mit seiner großen Leidenschaft, dem Stierkampf, befasst hat, sowie Lithografien und Linolschnitte zum Thema Krieg und Frieden.

Und auch wenn es kaum möglich ist, alle Objekte gebührend zu würdigen, die wir während unseres Rundganges entdeckt haben: Das Roemer- und Pelizaeus-Museum hat uns in den zwei Stunden unseres Aufenthaltes überraschende und unerwartete Einblicke in eine Vielzahl von Kulturen und Anregungen für Diskussionen gegeben. Mit einem Besuch des Museums-Shops, der Informationsmaterial, Postkarten und Literatur zu den Ausstellungen, Geschenkartikel und Kinderspielzeug sowie vielfältige Angebote aus vielen Ländern der Welt bietet, schließen wir unseren Ausflug nach Hildesheim ab.

Das Roemer- und Pelizaeus-Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro und für Kinder 4 Euro. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet 20 Euro.

Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim
Am Steine 1-2, 31134 Hildesheim
www.rpmuseum.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 30 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 3 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.



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Kategorien: Kunst, Lokalitäten

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