Henning Chadde
10. Dezember 2011

„Kein Eia-Popeia, aber ein auffallend entspanntes ‚Leben und leben lassen'“

Wenn Vielseitigkeit Herzensangelegenheit ist: Am 16. Dezember liest der Autor und Kurzgeschichten-Jongleur Hartmut El Kurdi beim Kulturkiosk von langeleine.de

Pointiert und spitzbübig: Hartmut El Kurdi

langeleine.de: Kolumnen, journalistische Texte, Kurzgeschichten und Short Stories, Live-Lesungen und Kinderbücher: Dein Kreativ-Weg ist mehr als vielseitig. Wie kam es zu dieser Mixtur und in welchem Genre liegt Dein schriftstellerischer Heimathafen?

Hartmut El Kurdi: Angefangen hat alles mit dem Theater, als Schauspieler und Regisseur, und dann kamen die erste Theaterstücke. Parallel dazu das Kolumnieren: Meine erste Kolumne erschien vor fast genau zwanzig Jahren. Komischerweise hat das alles für mich miteinander zu tun. Ich sehe auch keinen großen Unterschied zwischen dem Schreiben für Kinder oder Erwachsene. Das eine Thema eignet sich mehr für diese, das andere für die andere Zielgruppe. Wichtig ist mir beides.

ll: Wie und wo findest Du Inspiration für Deine Texte?

El Kurdi: Überall: in der Zeitung, im Urlaub, auf der Limmerstraße, in meiner Vergangenheit…

ll: Schreiben bedeutet für Dich…

El Kurdi: …schreiben.

ll: An einen Ex-Braunschweiger und Exil-Hannoveraner sei die Frage erlaubt: Was gefällt Dir an Hannover und was nicht?

El Kurdi: An Hannover gefällt mir vor allem Linden, wo ich auch wohne. Wenn Hannover irgendwo großstädtisch, bunt und entspannt ist, dann hier. Sowas wie Linden gibt es in Braunschweig nicht. Ich freue mich jedesmal, wenn ich zum Einkaufen auf die Limmerstraße gehe und sehe, wer und was da so alles rumläuft. Und wie cool letztlich alle doch miteinander umgehen. Kein Eia-Popeia, aber ein auffallend entspanntes „Leben und leben lassen“. Zu dieser großstädtischen Atmosphäre gehört übrigens auch ein gewisses Maß an Dreck und Lärm. Alle, die sich darüber beschweren, sollten sich mal ein halbes Jahr Berlin oder Hamburg in den entsprechenden Vierteln gönnen. Dann käme ihnen Linden wie ein Kurort vor. Trotz der Hundekacke, in die ich übrigens gestern wieder getreten bin. Mann, Mann, Mann, wie ich die wieder aus der Profilsohle rauskriege… Aber auch sonst ist Hannover okay: Das Kulturangebot ist gut und die Leute waren bisher überwiegend sehr freundlich zu mir. Es war eine gute Entscheidung, nach Hannover zu ziehen. Was mir nicht gefällt? Sagen wir mal so: Außer, wenn ich mal ’ne neue Hose brauche, kann ich die Fußgängerzone in der City ganz gut umfahren.

Genießt Hannover mit all seinen Lindener Freiheiten: Hartmut El Kurdi

ll: Als Publikumsgast bist Du selbst regelmäßig beim Kulturkiosk zugegen. Irgendetwas scheinen wir als Veranstalter also richtig zu machen. Warum lohnt sich der Besuch beim Kulturkiosk?

El Kurdi: Wie das eben so ist bei einer Bunten Tüte: Irgendetwas ist immer dabei. Und wenn einem der eine Programmpunkt nicht gefällt, passt meistens der nächste. Und ich hab es ja auch ganz gerne unterhaltsam, aber ein bisschen abseitig und eigenwillig – und genau das scheint beim Kulturkiosk ja das Credo zu sein.

ll: Zu guter Letzt: Was darf das Publikum am kommenden Freitag von Dir erwarten?

El Kurdi: Eigentlich genau das: Unterhaltsame, aber eigenwillige Geschichten, die komisch und ernst sind. Vielleicht auch die eine oder andere hemmungslose Polemik gegen irgend so eine Polit-Talkshow-Nase, die dringend danach schreit. Mal schauen…

ll: Wir freuen uns drauf. Vielen Dank für das Gespräch, Hartmut!

Nicht verpassen:

Hartmut El Kurdi ist am Freitag, dem 16. Dezember, beim Kulturkiosk von langeleine.de zu Gast und gibt einen tiefen Einblick in seine literarischen Schaffenswelten.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Literatur, Menschen

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