Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
13. Dezember 2011

Grüner Abenteuerspielplatz im Calenberger Bergland

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: der Deister

Im Deister pfeifen die Bäume, der Wind und vielleicht auch der eine oder andere Waldgeist

Ein bißchen Naturluft schnuppern, ein paar kleine Berge besteigen und die vielfältige Flora und Fauna genießen – ob alleine, zu zweit, mit Freunden oder mit der Familie: Der südwestlich von Hannover gelegene Deister ist die näherliegende Alternative zum Harz. Mit Kind und Quicar geht es also zunächst einmal in Richtung Wennigsen. Wir steuern den Klassiker unter den Parkplätzen am Deister an und landen auf dem Waldkater am Rande von Wennigsen. Von hier aus können passionierte Wanderer, Spaziergänger oder Nordic Walking-Freunde direkt in die freie Natur starten. Neben dem Fichten- und Buchen-Mischwald, der dank der Bucheckern sogar einen spontanen Weg-Snack bereit hält, bietet der Deister nicht nur einfach jede Menge Bäume, die mit dem Wagen in etwa 40 Minuten zu erreichen sind, sondern auch einen riesengroßen Spielplatz für Groß und Klein.

Am Rande des Waldes angekommen, werden erst einmal Pläne für die zu besuchenden Ortschaften geschmiedet

Der richtige Ort für ein Picknick

Verlaufen kann man sich innerhalb des Deisters dank ausreichender Beschilderung kaum. Statt auf einfachen Pfaden durchs Grün zu wandeln, nehmen wir einen Weg querfeldein, um nach der Autofahrt ein Gefühl von Abenteuer zu bekommen. Kleinere und größere Berge werden hochgeklettert, herunterhängende Baumwurzeln bieten eine ideale helfende Hand, und trotz Laub und feuchtem Untergrund erklimmen wir unsere Ziele. Zwischen einzelnen Hügeln haben wir die Aussicht auf herrliche Waldschluchten, die zu jeder Jahreszeit Ruhe und Schönheit vermitteln. Mit ein wenig Ortskunde erreichen wir nach ungefähr einer dreiviertel Stunde die Wasserräder am Bruchbach. Zwar sind die Wasserspiele mit den kleinen lustigen Männchen, die von den Wasserrädern betrieben werden, nur von April bis September aufgebaut, aber der Platz rund um den hinabfließenden Bach bietet mit seinen Bänken und Tischen auch im Dezember das richtige Ambiente für ein mitgebrachtes Picknick und eine Verschnaufpause. Interessant wird es, als wir den Hügel am Rande des kleinen Gewässers hinaufsteigen. Oben herrscht auf der kleinen offenen Wiese durch den durch die Bäume pfeifenden Wind die reinste Geisterstunde, da der Klang an Klagelaute und Gespenster erinnert. Schnell wird unser Proviant wieder eingepackt, bevor uns die Waldgeschöpfe das Brot abschwatzen wollen.

Gut ausgeschildert: Hier sieht man den Wald trotz lauter Schilder noch

Zwischen Stollen und Wall

Neben einer Fülle an Natur-Erlebnissen bietet der Deister auch eine ganze Reihe geschichtsträchtiger Orte. Über 200 frühgeschichtliche Hügelgräber gilt es zu entdecken, und es gibt eine Opferstelle der Germanen, die angeblich nach Beginn der Christen-Zeit zum Taufstein umfunktioniert wurde. Sehenswert ist auch der über 300 Jahre alte Bergbau, dessen Spuren sich immer noch finden lassen. Nähe Barsinghausen befindet sich beispielsweise das Besucherbergwerk Klosterstollen, das ganzjährig geöffnet ist und Besucher ab sechs Jahren in die Untiefen des Bergwerkes hinabführt. Ab April 2012 ist der Feggendorfer Stollen, der zur gelichnamigen kleinen Ortschaft gezählt wird und seit 1738 existiert, wieder zu besuchen. In dieser Gegend sind auch die Ausgrabungen alter Wallburg-Anlagen sichtbar. Die Heisterburg ist ein Überbleibsel aus dem zehnten bis zwölften Jahrhundert mit zu Tage gebrachten Brunnen und Zisternen. Von der Wirkesburg nahe Lauenau sind zwar ausschließlich noch Erdwälle vorhanden, aber als bedeutsamer Platz einer frühmittelalterlichen Adelsresidenz und Fliehburg ist sie dennoch sehenswert und der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Einladende Bänke auf Bergen und Hügeln bieten eine Platz zum Verweilen

Die Berge rufen

Da der Deister ein Höhenzug ist, gibt es natürlich auch kleinere Berge. Besonders der Bröhn ist sehenswert und stellt eine sichtliche Herausforderung dar. Mit 405 Meter über Normalnull ist er nicht nur der höchste Berg des Deisters, sondern auch der höchste am Nordrand des Mittelgebirges. Auf dem Bröhn steht der Richt-Funkturm „Annaturm“. Der ursprüngliche Vermessungsturm wurde 1834 auf Verlangen von Professor Carl Friedrich Gauss errichtet. Am Rande des Turmes, der täglich von zehn bis siebzehn Uhr für Besucher geöffnet ist, steht auch eine Gaststätte bereit. Vom hier aus hat man bei klarer Sicht einen wunderbaren Ausblick bis nach Hildesheim und bis zum Steinhuder Meer. Nach mehreren Stunden fröhlichen Wanderns, Kletterns, Steine, Stöcke und Bucheckern-Vorrätesammelns, sind wir glücklich, wieder am Parklplatz Waldkater anzukommen und keinen Meter mehr laufen zu müssen.

Deister
www.deister.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 40 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 5 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.




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Kategorien: Lokalitäten

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