Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
20. Dezember 2011

Wo das Fernweh nahe liegt

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: der Flughafen Hannover

Vielleicht ist die nächste Maschine die unsere: Blick von der Aussichtsplattform des Flughafens Hannover

Es gibt viel Gründe, einen Flughafen zu besuchen: eine Geschäftsreise, der Wunsch nach Urlaub, Neugier auf die vielen, in alle Richtungen zu den Ein- und Ausgängen strömenden Reisenden, ein nachmittäglicher Familien-Ausflug, der Wunsch, einmal Näheres über die faszinierende Welt der Luftfahrt zu erfahren, der Besuch der Aussichtsplattform oder aber schlichtweg Fernweh. Als wir entscheiden, mit unserem Wagen den Flughafen Hannover anzusteuern, ist es eine Mischung aus allem, die uns antreibt. Was gibt es zu sehen auf dem Flughafen unserer Heimatstadt? Hat der Airport Hannover mehr zu bieten als nur ein paar Ankünfte und Abflüge? Stillt er durch die bloße Möglichkeit, sich spontan für eine Reise in die Ferne zu entscheiden, schon unsere drängende Sehnsucht, andere Welten und fremde Kulturen kennenzulernen? Und vor allem: Bietet er ein lohnendes Ziel für einen Wochenend-Ausflug?

Warten auf den Flug: Das Studium internationaler Zeitungen hilft, die Langeweile zu vertreiben

Ein Rundgang durch die Terminals

Wir parken unser Quicar vor der Abflug-Ebene und betreten den Terminal 1. An diesem frühen Nachmittag, mitten unter der Woche, drängen sich nur wenige Menschen vor den Schaltern der Fluggesellschaften. Einzig ein Flug nach Istanbul wird gerade aufgerufen und die Passagiere orientieren sich zur Abfertigung. Der Flughafen Hannover gilt mit seiner 3.800 Meter langen Nordbahn und der 2.340 Meter langen Südbahn als internationaler Flughafen und ist fraglos ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Hannover und die Region, stellt er doch mit seinen rund 8.800 Beschäftigten den zweitgrößten Arbeitgeber des Landes Niedersachsen. Da Hannover über eine zentrale Verkehrslage verfügt und zum Ärger der Anwohner kein generelles Nachtflugverbot verhängt hat, ist der Standort durchaus attraktiv für weltweite Verbindungen – über 5 Millionen Passagiere pro Jahr belegen dies. Dennoch wirkt der Airport Hannover verglichen mit europäischen Großflughäfen sehr überschaubar und fast ein bisschen provinziell, was ihn aber zugleich ein wenig sympatischer macht und uns die Gelegenheit gibt, ohne Muskelkater alle Terminals und Ebenen zu erkunden.

Eine Original-Flugzeug-Turbine, Teil der Ausstellung „Welt der Luftfahrt“

Havanna, Australien, Lissabon…

Auf dem Weg durch die Gänge vermissen wir zwar die international üblichen ebenerdigen Rollbänder, lassen uns aber gerne von den zahlreichen Last Minute-Angeboten ablenken und schwärmen sogleich von drei Wochen Havanna, Rundreisen durch Argentinien und Guatemala, einem Silvester-Aufenthalt in Australien und Kurztripps nach Paris und Lissabon. Es ist, wie es ist, sagen wir uns, wir sind ja schließlich im Dienst, haben momentan keinen Urlaub in Aussicht und auch nicht die nötige Zeit dafür. Aber schließlich kaufen wir drei internationale Zeitungen, und auf dem Rückweg finden wir großen Gefallen an den Kinderkarussellen in den Terminals und den Frucht-Cocktails in den Flughafen-Bars, schließlich ertappen uns beim leidenschaftlichen Studium der großen Anzeigetafel mit den Abflügen. Spontan entscheiden wir, all unser Geld in fremde Währungen zu tauschen. Die nächste Reise kann kommen…

Im Spiegelkabinett: Während einige von uns am Flughafen weilen, träumen die anderen von fernen Welten

Die ganze Welt des Fliegens

Unser nächster Gang führt auf die Aussichtsplattform, die rundverglast und trotzdem offen ist, aber auch im Regen ein äußerst romantischer Ort sein kann, wenn man seinem Fernweh freien Lauf lässt oder an die ein oder andere Reise und damit verbundene Abschiede denkt, die man in seinem Leben erfahren hat. Als wir noch den startenden Maschinen hinterherschauen und uns wünschen, vielleicht schon bald in einer von ihnen zu sitzen, stolpern wir gegen eine originalgetreue Flugzeug-Turbine. Sie ist Teil der Sonderausstellung „Welt der Luftfahrt“, die großen und kleinen Besuchern unter anderem Wissenswertes zur Physik des Fliegens vermittelt, einen Original-Nachbau des Fliegers zeigt, mit dem Karl Jatho 1903 den ersten Motorflug der Geschichte unternommen hat, und das 3 Tonnen schwere Fahrwerk einer Boeing 747 beherbergt. Absolutes Highlight aber ist ein Flugsimulator, der ein voll funktionsfähiges Cockpit eines Airbus A320 beinhaltet und allen Hobby-Piloten den Anflug auf Las Vegas bei Nacht oder Chicago im Schneetreiben erleben lässt. Wir beschließen, demnächst mal unsere eigene Heimatstadt von oben kennenzulernen und uns nach einem der Rundflüge über Hannover zu erkundigen, die der Flughafen im Angebot hat. Für heute aber haben wir genug, denn unser Auto wartet. Doch wir kommen wieder, und dann – das haben wir uns fest vorgenommen – verlassen wir diesen Ort durch die Luft.

Der Flughafen Hannover ist rund um die Uhr für Besucher geöffnet. Die Geschäfte haben überwiegend nur während der Haupt-Betriebszeiten offen. Die Aussichtsplattform lässt sich wie die Ausstellung „Welt der Luftfahrt“ wochentags von 9 bis 18 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 19 Uhr besichtigen. Flughafen-Führungen gibt es auf Anfrage für Gruppen ab 10 Leuten ab 6 Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder.

Flughafen Hannover
Flughafenstraße 4, 30855 Langenhagen
www.hannover-airport.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 25 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 3 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt und Jörg Smotlacha)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.




Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Lokalitäten

Kommentiere diesen Artikel