Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
23. Dezember 2011

Ein Vulkan aus braunem Gold

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: das Rausch Schokoland in Peine

Im Schokoladen-Museum werden die Besucher von einem überdimensionalen Weihnachtsmann empfangen

Vollmilch, Zartbitter, Nougat, Rum-Traube-Nuss, Mandel-Marzipan, Krokant, Karamel, Noisette, Erdbeer-Joghurt – der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Verarbeitung von Schokolade geht. Mit einiger Vorfreude machen wir uns auf den Weg ins Rausch Schokoland nach Peine, verspricht uns das gleichnamige Museum doch nichts weniger, als das Geheimnis der Schokolade zu entdecken. In Peine angekommen, entpuppt sich das Schokoland als Teil der Rausch Schokoladen GmbH, die seit 1918 von Berlin aus mit dem Grundsatz angetreten ist, dass „gute Schokolade glücklich macht“, und sich auf Plantagen-Schokolade spezialisiert hat. Wir betreten den flachen Bau und gelangen durch den Verkaufsraum in das Museum, das uns mit einem riesigen Schokoladen-Vulkan begrüßt – einer Art Brunnen, der verheißungsvoll sprudelt.

Süßer könnte ein Ausbruch nicht sein: der Schokladen-Vulkan im Schokoland

Im 17. Jahrhundert galt Schokolade als Symbol für das Nichtstun

Durch das zum Museum gehörige Schoko-Café gelangen wir in den ersten Ausstellungsraum, der auf diversen Tafeln über den Anbau, die Herkunftsländer und die Ernte des Kakaos, seine Verarbeitung, die Herstellung von Schokolade und ihre Verbreitung informiert. Wir erfahren, dass die Geschichte des Kakaos über 3.000 Jahre zurückgeht und die Kakaopflanze und das aus ihr zu gewinnende „Braune Gold“ bereits bei den Azteken als heilig galt und als Geschenk des Gottes Quetzalcoatl angesehen und verehrt wurde. In Europa war die Schokolade noch im 17. Jahrhundert den oberen Schichten vorbehalten und wurde als Luxusgetränk betrachtet, denn Trinkschokolade symbolisierte das Nichtstun und galt nicht selten seiner süßen Wirkung wegen als Aphrodisiakum. Mit der Verbreitung der Schokolade in Europa wurde auch der Anbau des Kakaos in den europäischen Kolonien ausgeweitet, wobei die Plantagen unter Einsatz von Sklaven bewirtschaftet wurden.

Vom Luxusgut zur Massenware: historische Maschinen zur Herstellung von Schokolade

Schon Montezuma liebte Schokolade

In den weiteren Räumlichkeiten des kleinen Museums zeigen historische Maschinen, wie Schokolade vor 100 Jahren fabriziert wurde, und ein Laden beherbergt historische Verpackungen, Emaille-Schilder, Plakate und Süßwarenautomaten, aus denen man einst für zehn Pfennige ein Stückchen Schokolade ziehen konnte. Ungläubig begegnen wir einem riesigen Schokoladen-Osterhasen ebenso wie dem Weihnachtsmann und einem originalgetreuen Nachbau des Brandenburger Tors. Schließlich betreten wir den letzten Museumsraum, die „Dunkle Zone“, in der Fundstücke aus der Zeit der Azteken, Olmeken und Tolteken präsentiert werden und uns darüber informieren, dass schon Montezuma, der legendäre Herrscher der Azteken eine große Leidenschaft für Kakao besaß.

Ein Stück Schokolade für zehn Pfennige: historischer Süßwarenautomat

In einem Schnellkurs können Besucher eigene Tafeln herstellen

Nachdem wir auch noch dem Schoko-Kino einen Besuch abgestattet haben, in dem Filmsequenzen weiteres Wissenswerte zur Geschichte der Schokolade vermitteln, gastieren wir im Schoko-Café, wo es Trinkschokolade, Kaffee und allerlei bunte Torten gibt, die wir allerdings links liegen lassen, da wir für heute genügend Süßigkeiten gesehen haben. Währenddessen beobachten wir im anliegenden Labor, wie eine Besuchergruppe eigenen Schokoladentafeln gießt und Experimente mit verschiedenen Sorten macht. „Schokoladenkurs“ nennt sich der Spaß und wird für Gruppen zwischen zehn und zwanzig Personen für fünfzehn Euro pro Gast angeboten. Um einige anregende Erkenntnisse reicher, verladen wir diverse Tafeln Plantagen-Schokolade, Pralinen und Weihnachtsmänner aus Schokolade aus dem Fabrikverkauf in unser Quicar und treten die Rückfahrt nach Hannover an.

Das Rausch Schokoland ist werktags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen durch das Schokoland werden auf Wunsch angeboten.

Rausch Schokoland
Wilhelm-Rausch-Straße 4, 31228 Peine
www.rausch.de/schokoland

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 40 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 4 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.




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Kategorien: Kunst, Lokalitäten

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