Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
6. Januar 2012

Erlebnisraum Natur

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: der Park der Sinne in Laatzen

Eine Oase der Ruhe und Empfindung: der Park der Sinne am Südrand des Messegeländes

Park ist Park und Grünanlage ist Grünanlage – wer das denkt, der liegt ganz und gar falsch. Unser heutige Ausflugstour führt uns mit dem Quicar in die Nähe des Messegeländes in Laatzen, wo sich der rechtzeitig zur Expo 2000 vom Landschaftsarchitekten Hans-Joachim Adam konzipierte „Park der Sinne“ befindet. Auf dem gut überschaubaren Gelände zwischen den Landschaftsschutzgebieten Leineaue und Mastbrucher Holz sollen Besucher mit all ihren Sinnen im Einklang der vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft stimuliert werden. Adam hat sich bei seinem Konzept von der Erlebnisausstellung „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ von Hugo Kükelhaus inspirieren lassen. Kükelhaus war ein deutscher Tischler, Künstler und Pädagoge, der 32 Spielgeräte für eine Schule in Dortmund entwickelte und diese 1967 auf der Weltausstellung in Montreal vorgeführt hat. Die Sinne Hören, Sehen, Tasten, Schmecken, Riechen, aber auch Bewegung und Begegnung sollen innerhalb einer natürlichen Umgebung an verschiedenen Orten sensibilisiert und neu erlebt werden.

Auch im Winter farbenfroh: Eine Bank lädt zum Verweilen im Park der Sinne

Farben und Formen

Mit insgesamt 37 Erlebnisstationen lockt uns der Park der Sinne. Der „Ort der Idylle“ beispielsweise bietet einen ruhigen Platz, der umgeben ist von einer Naturstein-Wand, einer berankten Pergola, einem Wasserbecken und einem kleinen Garten, der mit seinen Gerüchen ein intensives Nasen-Erlebnis bereitet. Abschalten heißt hier die Devise. Die „Wasserspiele“ wiederum geben die Möglichkeit, die Kraft des Wassers an kleinen Wasserrädern zu erkunden, wobei man am „Leonardo-Tisch“, auf dem kleine Hindernisse verschoben werden können, auch gerne mal die Richtung des nassen Elementes umlenken darf. Eine Station, die nicht nur im Sommer kleinen und großen Besuchern ein Erfrischungsvergnügen bieten kann, denn Spiel und Spaß gehören zum sinnlichen Erleben dazu. „Die Farbscheibe“ hingegen, auf der in Spiralform die Primärfarben Blau und Gelb zu erkennen sind, erzeugt, wenn sie gedreht wird, neue Farbkombinationen und Muster, durch welche die Wahrnehmung des Sehens in ihren Grundprinzipien dargestellt werden soll.

Zwischen hohen Steinwänden und kleinen Bächen kann man schnell entspannen

Kunst und Kultur in der Natur

Die Welt der Tiere auf eine ganz besondere Art und Weise erleben kann man mit dem Kunstwerk „Das Insektenauge“. Die begehbare Arbeit besteht aus zwei Facettenaugen mit insgesamt 120 Linsen, durch die man in vereinfachter Weise einen Eindruck davon bekommt, wie ein Insekt die Welt sehen kann. Ein weiteres interessantes Kunstwerk ist der aus Sandstein angefertigte „Sabat-Tisch“. Der „Natura Morta No.6 Shabat Table“ soll jüdische Tradition mit dem christlichen Abendmahl verbinden. Durch die unterschiedliche Oberflächenbearbeitung des Sandsteins reflektiert das Werk im Sonnenlicht nicht. Geschaffen wurde das Objekt, das als Leihgabe im Park der Sinne steht, von Varda Ghivoly und Ilan Gelber aus Tel Aviv. Als „Ort der Begegnung“ schließlich dient das kleine Amphitheater, das mit 450 Sitzplätzen in den warmen Monaten Platz für kulturelle Veranstaltungen inmitten der sinnlichen Umgebung bietet.

Seltene Biotope bieten interessantes Anschauungsmaterial für Naturfreunde

Sensitiv und lehrreich

Eine kühle und feuchte Luft lässt sich in der „Schlucht“ erleben. Durch einen schmalen Gang, an einem kleinen Bach entlang, können Besucher zwischen hohen, feuchten Felswänden hindurchgehen, die mit Farnen, Gräsern, Efeu und anderen Gewächsen bestückt sind. Hier lässt sich die Feuchtigkeit sowohl körperlich spüren als auch merklich mit der Nase erfassen. Ein weiteres Highlight sind die zahlreichen, vielfältig angelegten Biotope, die in der heutigen Zeit innerhalb der Agrarlandschaft leider nur noch sehr selten zu sehen sind. Sie dienen unter anderem auch als Anschauungsstätte für Schulunterricht und Fortbildung und beherbergen eine Vielzahl von Insekten sowie Enten, die in dieser natürlichen Umgebung einen neuen Lebensraum für sich erschließen können.

Der Park der Sinne bietet mit seinem reichhaltigen Angebot an Naturerlebnissen eine ideale Oase für einen kleinen Zwischenstopp am Rande der Stadt. Nicht nur in den warmen Monaten lohnt sich der Besuch der Anlage, denn hier kann man den Gang der Jahreszeiten besonders gut beobachten, und auch an kälteren Tagen findet man an diesem Ort Frühlings-Vorboten wie zum Beispiel Gänseblümchen, die das winterliche Herz erwärmen. Der Park ist ganzjährig von 8 Uhr morgens bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet und eintrittsfrei.

Park der Sinne
Am Holze, 30880 Hannover
www.verein-park-der-sinne.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 15 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 2 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.



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Kategorien: Lokalitäten

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