Jörg Smotlacha
17. Januar 2012

Die ruhige Metropole an den Rändern des Flusses

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: Bremen

Denkmalgeschütztes Wahrzeichen der Hansestadt: die Bremer Stadtmusikanten

Es ist ungemütlich kalt und nieselt ein wenig, und so beschließen wir, heute einen etwas längeren Ausflug zu machen, um einen kleinen Stadtbummel zu unternehmen. Unsere Wahl fällt auf Hannovers nordwestlichen Nachbarn Bremen. Die Hansestadt ist von Hannover aus mit dem Auto in gut 80 Minuten zu erreichen und nennt neben einer langen und interessanten Geschichte als Ort mit Münzrecht, Marktplatz und Hafenstadt einige sehenswerte historische Gebäude und kulturelle Einrichtungen ihr eigen. Schon der Wortbedeutung seines Namens nach liegt Bremen an den Rändern eines Flusses, und noch heute – 1230 Jahre nachdem die Stadt urkundlich das erste Mal erwähnt worden ist – zeichnet sich Bremen vor allem durch seine prädestinierte Lage aus. Zum einen ist der Hafen, der sich etwa sechzig Kilometer unterhalb der Nordsee-Mündung befindet, noch immer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Stadt und Region. Zum anderen aber bieten die Ufer der Weser einige besonders schöne Ecken für Spaziergänge, und da es, als wir Bremen erreicht haben, auch nicht mehr regnet, starten wir unsere Städte-Tour mit einer kleinen Rast am Flussufer unweit des Weserstadions. Wo an manchem Wochenende das Fußball-Team von Werder Bremen spielt und der Bär los ist, lässt es sich unter der Woche jedenfalls sehr entspannt flanieren.

Seit 1896 eine Stätte für Sehenswertes aus allen Kontinenten: das Überseemuseum in Bremen

Kunst, Kultur und Wissenschaft

In der Innenstadt angekommen, entscheiden wir uns zunächst für einen Besuch des bereits seit weit über hundert Jahren bestehenden Überseemuseums nahe des Hauptbahnhofes, das mit Ausstellungsstücken aus allen Teilen der Erde aufwartet. Weltwirtschaft und Kommunikation sind hier ebenso ein Thema wie Religion, Fischerei, Ahnenkult, Klima-Wandel und Migration oder Sex und Gender. Den Besucherinnen und Besuchern begegnen unter anderem asiatische Tempel, eine arktische Forschungsstation, ein chinesisches Beamtenhaus, ein Korallenriff und ein Regenwald. Außerdem präsentiert das Haus regelmäßige Sonderausstellungen. So informiert zurzeit die Schau „Vodou – Kunst und Kult aus Haiti“ über Götter, Geister, Geheimkult und Magie in dem kleinen karibischen Inselstaat. Nicht weniger informativ, aber eine ganze Ecke moderner und interaktiver gestaltet sich das Universum Bremen, ein Science Center im Universitätsviertel, das äußerlich wie ein riesiger silberner Wal daherkommt und auf über 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit 250 Exponaten aus den Wissensgebieten Mensch, Erde und Kosmos lockt und spielerisch mit viel Spaß an den Wundern des Lebens teilhaben lassen möchte.

Eine der bedeutendsten Kultur-Institutionen Norddeutschlands: die Kunsthalle Bremen

Welt-Erbe der Menschheit

Nach so viel Informationen über die große weite Welt und das Leben im Kosmos zieht es uns in die Bremer Altstadt, wo wir das über 600 Jahre alte Rathaus mit seiner Fassade im Stil der Weser-Renaissance bewundern, das von der UNESCO zusammen mit der berühmten Roland-Statue, die als Symbol für Freiheit und Bürgerrechte gilt und neben den Bremer Stadtmusikanten das Wahrzeichen der Hansestadt ist, 2004 zum Welt-Erbe der Menschheit erklärt wurde. Nur ein paar Schritte weiter erhebt sich der St. Petri-Dom mit seinen Türmen 99 Meter in die Luft. Nach einem ungeschriebenen Gesetz soll in Bremen kein Gebäude errichtet werden, das höher ist. Und dann treffen wir Hahn, Katze, Hund und Esel, denn nun stehen wir vor den leibhaftigen Bremer Stadtmusikanten respektive ihren bronzenen Ebenbildern am Westportal des Bremer Rathauses, und fallen wie Hunderttausende vor uns auf den Aberglauben herein, dass wir einen Wunsch frei haben, wenn wir mit beiden Händen an den Beinen des Esels reiben…

Ort für Gegenkultur: das Kulturzentrum Lagerhaus im Ostertor-Viertel

Bio-Läden, Buchhandlungen und Feinkost-Geschäfte

Nachdem wir schon am Nachmittag dem Müßiggang gefrönt haben und ein wenig im ältesten Stadtviertel Bremens herumgeschlendert sind, dem Schnoor-Viertel, das einst das Zuhause von Flussfischern, Handwerkern und Gewerbetreibenden war und heute aus kleinen Läden, nostalgischen Kneipen, Cafés und Restaurants besteht, gönnen wir uns noch einen Aufenthalt in der Bremer Kunsthalle, die zu den mitgliederstärksten Kultur-Institutionen Deutschlands gehört und zurzeit eine äußerst sehenswerte Ausstellung des norwegischen Künstlers Edvard Munch präsentiert. Den Abend aber verbringen wir im von den Bremern nur „Das Viertel“ genannten Quartier zwischen Ostertor und Steintor, das auffällig viele Bio-Läden, Buchhandlungen und südländische Feinkost-Geschäfte beherbergt und so ganz nach unserem Geschmack ist. Mit einem Rucksack voller neu erworbener Bücher kehren wir schließlich ein im Café des Kulturzentrums Lagerhaus, das unter anderem Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen und Partys veranstaltet und der norddeutschen Kulturszene abseits des Mainstreams einen Ort gibt. Da wir das Quicar noch heile nach Hannover steuern wollen, begnügen wir uns mit einem alkoholfreien Hefeweizen und beschließen, dass dies nicht unser letzter Bremen-Besuch war.

Bremen
www.bremen.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 80 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 7 Stunden

(Fotos: Jörg Smotlacha)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.




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Kategorien: Lokalitäten

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