Heike Werner
22. September 2006

Kulturelles Engagement zahlt sich aus

Kino im Sprengel bekommt Auszeichnung des Deutschen Kinemathekverbundes

Das Kino im Sprengel hat den bundesweiten Kinopreis des Kinemathekverbundes gewonnen. Diese Auszeichnung ist umso bemerkenswerter, da die Wurzeln von Hannovers Kino in der Nordstadt in der Hausbesetzerszene liegen. In den späten 80ern quartierte sich „ein Trupp junger enthusiastischer Kinopioniere“, wie die Betreiber sich selbst bezeichnen, in einem Trakt des Sprengelgeländes in der Nordstadt ein. Damit passten sie sich dem in diesen Zeiten üblichen Trend bunthaariger Menschen an, sich ungefragt in Gebäuden niederzulassen und diese nicht so schnell und schon gar nicht freiwillig wieder zu räumen.

Tanja Beck und Franz Isfort, Kino im Sprengel

Tanja Beck und Franz Isfort vom Kino im Sprengel mit der Auszeichnung

Von der Hausbesetzung zum Kulturpreisträger

Seit diesen Anfangszeiten hat sich viel getan und das Kino im Sprengel ist mittlerweile zu einem der kulturell engagiertesten Kinos in Deutschland geworden. Nicht zuletzt deshalb wurde ihm bereits im Jahr 2002 der Kinopreis für ein hervorragendes Filmprogramm verliehen. In diesem Jahr gelang Hannovers geschichtsträchtigem Lichtspielhaus ein neuer Coup. Der Kinematheksverbund verlieh dem Kino im Sprengel den zweiten Preis in der Kategorie der Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern – und das für ein Programm, das trotz geringer öffentlicher Förderung künstlerisch und politisch engagiert und vielfältig ist und einen großen zeitgeschichtlich relevanten Themenschwerpunkt beinhaltet. Besonders auszeichnenswert befand die Jury das große ehrenamtliche Engagement der Betreiber und die gelungene Abrundung des Programms durch viele Kurzfilme.

Preis mit 2.500 Euro dotiert

Das Überleben gelingt dem Kino in der Nordstadt nach eigener Aussage nur durch Kooperationen mit Initiativen und kulturellen Gruppierungen in Hannover. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichung wird das preisgünstigste Kino der Stadt deshalb für die Erhaltung des Hauses sowie werbewirksame Maßnahmen einsetzen. Darüber hinaus wird es von der gesteigerten Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit profitieren.

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Film, Lokalitäten, Politik

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