Jörg Smotlacha
15. April 2012

Von Träumen und Albträumen

Das Wilhelm Busch Museum zeigt in seiner aktuellen Ausstellung die wunderbaren Zeichnungen des amerikanischen Comic-Pioniers Winsor McCay

Winsor McCay: „Little Nemo in Slumberland“

Surreal, gespenstisch, verwunschen oder absurd: Der amerikanische Karikaturist und Comic-Zeichner Winsor McCay nahm in seinem Werk vielfältig und innovativ Bezug auf die Tiefen und Untiefen der menschlichen Gesellschaft. Dass der Künstler seiner Zeit weit voraus war, bewies er nicht nur durch seine intensive Auseinandersetzung mit menschlichen Urzuständen, Ängsten, Alpträumen und Manien, aber auch Träumen und Wünschen, sondern auch durch die Tatsache, dass er in den Jahren 1911 und 1912 die ersten beiden Zeichentrickfilme der Filmgeschichte drehte und damit die technische und künstlerische Entwicklung des Films revolutionierte.

In der aktuellen Ausstellung „Winsor McCay (1869–1934), Comics, Filme, Träume“, die das Wilhelm Busch Museum für Karikatur und Zeichenkunst noch bis zum 3. Juni zeigt, sind Motive aus McCays einschneidenden, die Comic-Geschichte bis heute beeinflussenden Werken „Dream of a Rarebit Friend“ und „Little Nemo in Slumberland“ zu sehen, die in den Jahren ab 1904 entstanden. Zudem zeigt das Museum späte politische Illustrationen des aus Michigan stammenden Zeichners und beleuchtet auch sein filmisches Werk. Ebenfalls untersucht wird der Einfluss von Winsor McCay auf bekannte Comic-Zeichner bis in die Gegenwart. Äußerst bemerkenswert, denn die mit über 180 Exponaten recht umfangreiche Ausstellung gibt einen mehr als komplexen Überblick über das Schaffen eines der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, der bisher weder in den USA noch in Deutschland je in einer retrospektiven Einzel-Ausstellung zu sehen war.

Sonntag, 15. April 2012:
„Winsor McCay (1869–1934), Comics, Filme, Träume“, Wilhelm-Busch-Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Georgengarten, 30167 Hannover, geöffnet ab 11 Uhr, Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro, Familienkarte: 10 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Juni
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11-18 Uhr

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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