Susanne Viktoria Haupt
23. April 2012

Alles ist gut geworden

Das Verhör: „Grove“ von Grove

Grove, wie man sie kennt: Auf dem Cover ihrer Debüt-CD prangen Licht und Liebe

Nach vier Jahren Bandgeschichte haben Grove es zur eigenen Freude und der ihrer treuen und mittlerweile großen Fangemeinde endlich geschafft: Die hannoversche Band hat ihr Debüt-Album veröffentlicht. Vier Jahre, in denen Grove kaum eine Bühne oder einen anderen Platz zum Musizieren ausließen und live stets bewiesen, dass sie eine gewaltige Palette zu bieten haben. Aufgenommen wurde das langersehnte Schmuckstück mit viel Herzblut aller Beteiligten in den Jangland Studios unter der Leitung von Lars Oppermann. Und das Herzblut hört man dem Album auch an. So hat sich mit Sicherheit jeder Grove-Fan schon einmal gewünscht, an einem miesen Tag „Essenziell“ in den CD-Player werfen zu können und sich von Frontfrau Eve Hübners Stimme und ihren Worten einfach nur verstanden zu fühlen. Genauso gut fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes auch der äußerst gewaltig daherkommende Song „Alles wird gut“, der einem eine Lebenseinstellung um die Ohren haut, die jegliches Aufgeben untersagt. Markant sowohl bei diesem Song als auch auf dem Rest des Albums ist die Multilingualität, mit der Grove ihren Hörern begegnen. „Infancy – Maturity – Uncertainly“ bewegt durch den englischsprachigen Refrain und Hübners Stimmgewalt auch die letzte Faser des Herzes, während „So nice“ zwar ein kleines bisschen ruhiger, aber ebenso eindringlich und musikalisch auf hohem Niveau ist. Die Spannbreite der Themen reicht dabei von positiven Lebensentwürfen und der Einstellung, dass jedes Lebewesen ein Anrecht auf Glück und Liebe hat, bis hin zu handfester Sozialkritik.

Es ist nahezu unmöglich, jede Facette dieses Albums zu beschreiben, ebenso wie es eigentlich kaum möglich ist, in Hannover zu leben und selbst noch nie die ein oder andere Textzeile von Grove auf den Lippen gehabt zu haben. Sei es auf der Fête de la musique, im kleinen schmucken Eiscafé an der Ecke, in der Faust oder auch einfach nur mitten im Stadtteil, wo man manchmal Sängerin Eve Hübner trifft, wie sie singend durch die Straßen läuft – an Grove kommt man glücklicherweise nicht so einfach vorbei. Die Vielfalt, die die fünfköpfige Band in ihren unterschiedlichen Sets an den Tag legt, reicht von wirklich gutem Rock mit melodischem Gesang bis zu sanften und intensiven Akustik-Sets, die ein Genuss für die Seele sind. Dass das neue selbstbetitelte Album „Grove“ eher rocklastig daherkommt, kann man der Band kaum verübeln, und vielleicht ist es ja ein Ansporn, irgendwann ein Akustik-Album nachzulegen. Für die Fangemeinde ist die CD jedenfalls mit Sicherheit ein Grund, nach weiteren Konzerten der Band Ausschau zu halten. Schade, aber verzeihlich ist die Tatsache, dass der Publikumsliebling „Schönes Bild“ auch nach einer gründlichen Untersuchung meinerseits mit einer Lupe nicht auf dem Album zu finden ist. Gründe dafür kann ich nur spekulativ nennen. Vielleicht ist es der Umstand, dass „Schönes Bild“ einfach dann das schönste Bild abgibt, wenn das Lied irgendwo live gespielt wird und das Publikum Arm in Arm mitsingt. Manche Dinge kann man eben nicht auf CD pressen.

Grove: „Grove“, CD, 9 Songs, 36 min.

„Grove“ ist erhältlich bei allen Live-Konzerten der Band sowie im Havana in der Elisenstraße und bei 25music auf der Lister Meile.

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Kategorien: Musik

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