Jörg Smotlacha
22. Mai 2012

Entspannung und Natur im Kurpark

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: der Kurort Bad Nenndorf

Ausflugsziel, Ruhe-Oase und Paradies für Naturfreunde: Der Kurort Bad Nenndorf hat viel Überraschendes zu bieten

Es ist Mitte Mai, das Wetter für diese Jahreszeit schon ziemlich schön, und wir beschließen, einen Ausflug ins Grüne zu machen. Unsere Wahl fällt auf die 10.000-Einwohner-Kleinstadt Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg, und ich muss an meine Oma denken, denn die hatte immer wieder von dem kleinen Kurort unweit Hannovers geschwärmt und war meiner Erinnerung nach manchmal sogar mehrmals im Jahr für ein paar Tage nach Bad Nenndorf gefahren, um zu entspannen, sich von Freundinnen und Freunden besuchen und die Seele baumeln zu lassen. In Bad Nenndorf angekommen, verschaffen wir uns erstmal ein wenig Übersicht, entdecken zahlreiche Gaststätten, Kliniken, Gesundheitseinrichtungen und ein Moorbadehaus und parken vor dem Kurpark. Als wir in letzteren reinspazieren, sind wir angenehm überrascht. Dass der kleine Ort westlich von Hannover ein beliebtes Ziel für Kurgäste und Ruhe-Suchende der älteren Generation ist, war uns bewusst, nicht aber, welch entspannte Stimmung der Kurpark verbreitet und wieviel unberührte Natur sich rund um die Anlagen verbirgt.

Die weitläufige Bad Nenndorfer Esplanade war einst ein Schwefel-Badehaus und beherbergt heute ein Grandhotel

Von Schwefel-Quellen und Heilkräften

Bad Nenndorf liegt malerisch zwischen den Ausläufern des Deisters und der Bückeberge, genau zwischen Weser und Leine, und ist, etwa 35 Kilometer von Hannover entfernt, mit dem Auto, aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einer knappen halben Stunde zu erreichen. Berühmtheit erlangte der kleine Ort durch die Heilkraft seiner Schwefel-Quellen, die bereits im 16. Jahrhundert beurkundet und bald von der Landbevölkerung zu Heilzwecken genutzt wurden, da sie mit großem Erfolg bei Rheuma, Gicht und Hautleiden eingesetzt werden konnten. Im späten 18. und 19. Jahrhundert gehörte Nenndorf zu den führenden deutschen Heilbädern. Zwischen 1787 und 1806 ließ Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel die Quellen um zahlreiche Bade-Einrichtungen und den Kurpark erweitern und eine Sommer-Residenz im klassizistischen Stil erbauen. Im Jahr 1866 wurde Bad Nenndorf Königlich Preußisches Staatsbad und konnte durch finanzielle Unterstützung aus Berlin weiter expandieren. Noch heute ist die Kleinstadt weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, da in den Gesundheitseinrichtungen Nenndorfs mit den natürlichen Heilmitteln Moor, Sole und Schwefel beachtliche Heilerfolge erzielt werden.

Historischer Ort in entspanntem Ambiente: In und um die Wandelhalle inmitten des Kurparks finden zahlreiche Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen statt

Gepflegte Anlagen und prunkvolle historische Bauten

Der Kurpark Bad Nenndorf zeichnet sich durch seine gepflegten Anlagen aus, die mit einem herrlichen Baumbestand beeindrucken. Um den Weg abzukürzen, steigen wir vom Parkplatz aus verbotenermaßen über den Zaun und finden uns sofort in einer wahren Oase der Ruhe wieder. Schließlich bewundern wir die zahlreichen historischen Bauten, die den Charme des Parks ausmachen. An der prächtigen Kurpromenade, die mit Blumenkübeln, Laternen und Springbrunnen geschmückt ist, liegt das Landgrafenhaus und das 1806 erbaute Schlösschen, das heute als Ort für Hochzeiten und kammermusikalische Veranstaltungen dient und ein kleines Café beherbergt, welches mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist. Unweit der Promenade entdecken wir die weitläufige Esplanade, das frühere große Badehaus, das die erste Schwefel-Sole-Quelle fasst. Außerdem gibt es eine Wandelhalle, ein Kino und eine Kurmuschel, in denen verschiedene klassische Konzerte ausgerichtet werden. Kleinere Bauten wie der hübsche Brunnentempel runden das Bild ab. Durch sein Ambiente ist der Kurpark prädestiniert für weitere Veranstaltungen wie Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Illuminationen, Operetten-Aufführungen und vieles mehr.

Verwunschen und zauberhaft: Die über 200 Jahre alte Süntelbuchenallee lockt mit ihren verschlungenen Pfaden

Die Natur verzaubert in all ihren Facetten

Die eigentliche Überraschung aber erreicht uns am Ende unseres Spazierganges durch die Parkanlagen. Auf dem Weg zur über 200 Jahre alten Süntelbuchenallee, die etwas abseits des eigentlichen Kurparks liegt, verzaubert uns die Natur in all ihren Facetten: Es duftet von allen Seiten, wir entdecken Pflanzen, die wir noch nie gesehen haben, und verlieben uns in die Bäume. Die Süntelbuchenallee selbst wirkt wie ein Märchenwald, denn die selten gewordene Art der Rotbuche hat sich zu einem verschlängelten Zick-Zack-Kurs ausgewachsen und lädt uns ein, uns zwischen den Ästen zu verlieren. Ein paar Schritte weiter stehen wir auf einmal auf einem Feld mit großen grünen Halmen und blicken über den Deister. Wir verweilen einige Zeit auf einer nahen Wiese liegend und werden gewahr, dass sich hier in den angrenzenden Wäldern eine Menge abwechslungsreicher Pfade für Naturfreunde, Spaziergänger und Wanderer befinden. Da wir schon den halben Nachmittag vertrödelt haben und uns allmählich auf den Heimweg machen müssen, fassen wir einen naheliegenden Beschluss: Wir kommen wieder, keine Frage!

Bad Nenndorf
31542 Bad Nenndorf
www.badnenndorf.de

Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: ca. 25 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 3-4 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen.



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Kategorien: Lokalitäten

Ein Kommentar

  1. Tina sagt:

    Oh, wie traumhaft. Da müsste ich auch mal hin 🙂 Ich besuche in Brandenburg regelmäßig den Werderaner Tannenhof. Es ist auch wirklich sehr sehr schön da
    http://werderaner-tannenhof.de

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