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Unser Fluss

Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion. Heute: die (lange) Leine

Unser Namensgeber, die Leine, bietet direkt vor unserer Haustür schöne Plätze zum Verweilen: die Leine in Hannover-Linden

Der Sommer ist unwiderruflich vorbei und wir sinnieren darüber, einen vorerst allerletzten Ausflug in die Region zu unternehmen, bevor wir eine kleine hebstliche Pause einlegen. Bei der Überlegung, wo wir schon überall gewesen sind, bemerken wir mit Staunen, dass wir mit unserem Quicar schon an der Weser waren, im Harz, an der Nordsee und sogar in Berlin. Dass wir Schlittschuh gelaufen sind in der Wedemark, Erdöl entdeckt haben in Wietze, Kunst studierten in Bremen, Hildesheim und auf der Documenta, Flughäfen, Badeländer, Wohlfühl-Thermen und Experimentier-Landschaften ausprobiert haben, unglaubliche Tage in der Lüneburger Heide, Krähenwinkel und Hamburg verlebten, fast Wasserski gelaufen wären in Garbsen und um ein Haar Riesenärger mit einem Förster in Bad Münder bekommen hätten. Wir haben Schokolade gegessen in Peine und das ein oder andere Eis an der Ostsee – und wir haben immer wieder überlegt, nach Paris zu fahren oder nach Amsterdam, mit dem Quicar, unserem treuen Begleiter bei all diesen Ausflügen. Nur eines, dass kam uns bisher nie in den Sinn: die Leine zu entdecken, den Fluss vor unserer Haustür. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegen könnte?

Wildromantisch: die Leine bei Neustadt am Rübenberge

Den Fluss entdecken

Wir steigen also in unseren Wagen und machen uns auf die Suche nach ihr, der Leine. Dem Fluss, der seit sieben Jahren als Namensgeber unseres Online-Journals für Hannover fungiert und der Landeshauptstadt erst ihr Gesicht gibt. So gibt es das Leine-Schloss, die Leine-Auen, eine Leine-Insel und die Leine-Zeitung, doch häufig wird er unterschätzt und verschmäht, unser Fluss, schlängelt er sich doch eher unscheinbar und versteckt durch die Straßenzüge der sogenannten Leinemetropole Hannover. Wir wissen es besser, denn sie liegt vor unserer Haustür, die Leine. Von unserem Bürofenster aus können wir sie sehen und riechen, und fünf Minuten Fußweg führen uns direkt an ihr begrüntes Ufer. Und dennoch: Auch wir wissen viel zu wenig über diesen Fluss, kennen ihn nicht richtig. Das wollen wir nun ändern, ein bisschen Fakten sammeln und gerne auch neue Ecken entdecken. Sehen, wo die Leine herkommt und wo sie hinführt. Vor allem aber schöne Stellen finden und ganz nebenbei prüfen, ob die Leine auch so etwas Besonderes ist wie die Seine für Paris oder die Themse für London.

Der Ursprung: die Leine-Quelle in Leinefelde

Die Leine kommt aus Thüringen

Als erstes fahren wir Richtung Norden. Vorbei an Seelze, Garbsen und Wunstorf, wo wir zunächst meistens nur den langweilig gerade angelegten Mittellandkanal sehen, landen wir in Schloss Ricklingen, wo wir das erste Mal aus dem Auto steigen und einen Blick auf die Leine werfen, die sich natürlich und unbelassen um die Otschaft herumwindet. Wir haben recherchiert, dass die Leine unglaubliche 281 Kilometer lang ist, im thüringischen Eichsfeld in Leinefelde entspringt, über Besenhausen an der ehemaligen deutschen Grenze entlang zunächst durch Göttingen und Northeim fließt und die Sieben Berge passiert, bevor sie unsere Heimatstadt Hannover erreicht. Hier fließt ihr die Fösse zu und sie trifft sich mit ihrem Nebenfluss, der Ihme, am Fährmanns-Ufer, an dem alljährlich das beliebte Fährmannsfest gefeiert wird. Weiter geht es im Norden Richtung Neustadt, wo wir auf unserer heutigen Tour ein weiteres Mal Rast machen und die wildromantische Fluß-Landschaft nahe des auf einer unserer vorherigen Ausflugs-Touren bereits besichtigten Schlosses Landestrost [1] ein weiteres Mal am Ufer der Leine bewundern. Schließlich mündet die Leine – und das verzeihen wir ihr nicht so recht – in die Aller, einem Nebenfluss der Weser, anstatt angemessenerweise, wenn schon nicht in den Atlantik, dann wenigstens in die Nordsee zu strömen.

Zuhause ist es am schönsten: In der Abendsonne fühlen sich Tiere und Menschen an der Leine wohl

Ein Tête-à-Tête an der Leine

Eine der schönsten Gegenden rund um die Leine haben wir südlich von Hannover vor ein paar Wochen auf einem der unserer Abstecher in die Region schon entdeckt: die Leinemasch bei Laatzen [2], die eine wunderbare Landschaft, himmlische Ruhe und verwunschene Ecken parat hielt und allemal einen Ausflug lohnt. Doch nun wollen wir wissen, wo die Leine herkommt, und machen uns über die A7 auf Richtung Thüringen. Am Nachmittag erreichen wir etwa eine halbe Autostunde hinter Göttingen das Örtchen Leinefelde und besichtigen die Quelle dieses Flusses. Unspektakulär, aber interessant ist dieser Ort, und wir sind froh, diese Wissenslücke geklärt zu haben. Nach einer weiteren Rast im Leinebergland, wo sich vortrefflich das niedersächsische Flachland bewundern lässt, machen wir uns auf den Heimweg. Und, na klar, nachdem wir das Auto an der Quicar-Station in Hannover-Linden abgegeben haben, kommt uns die Idee, noch einen Spaziergang zu machen. An der Leine. Direkt in unserer Nachbarschaft. Wir entdecken eine Enten-Gesellschaft, die ebenfalls noch einen kleinen Abstecher in die Abendsonne wagt, und freuen uns, dass wir das haben: Wasser inmitten unserer Stadt, Natur pur. Und wir werden uns klar darüber, dass wir die Leine oft achtlos unterschätzt haben, immer wenn wir über sie geradelt sind oder uns auf der Brücke über ihr auf ein Tête-à-Tête getroffen haben. Unser Fluss.

Die Leine
Fahrtzeit von Hannover-Stadtmitte: bis zu den ersten interessanten Plätzen keine 10 Minuten
Ausflugsdauer: ca. 3-5 Stunden

(Fotos: Susanne Haupt und Jörg Smotlacha)

„Mit dem Quicar in die Region. Ausflugstipps der langeleine-Redaktion“ erscheint mit Unterstützung von Quicar – Share a Volkswagen [3].

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