langeleine.de
7. Dezember 2012

Nummer zwanzig

Feiern bis die Leine bebt! Der Kulturkiosk präsentiert zu seinem großen Jubiläum eine explosive Mischung aus spiritueller Himmelfahrt und rasanter Lyrik

Outsider-Gospel aus den gottverlassenen Kellergewölben der Seele: Dad Horse Experience

Keller-Gospel zwischen Outsider-Blues, Country, Punk und echter Himmelfahrt, mitreißende Kurzgeschichten und explosiver Poetry Slam der neuen Generation sowie eine Ausstellungseröffnung mit Fotografien aus Lateinamerika: Der Kulturkiosk feiert seine zwanzigste Ausgabe mit einem rasanten Jubiläumsprogramm und jeder Menge Bunter Tüten!

Bringen mit ihren wahnwitigen Short Stories und Poetry-Slam-Texten den Kulturkiosk ins Wanken: Marie Matzeit und Stoffl

Auf den altehrwürdigen Bühnenbrettern der Warenannahme begrüßt das langeleine-Team Henning Chadde, Jörg Smotlacha und Susanne Haupt die inzwischen international erfolgreiche Dad Horse Experience aus Bremen sowie die Slam Poeten und Bühnen-Literaten Stoffl und Marie Matzeit.

Lateinamerika zu Gast am Kulturkiosk: Fotografie von Martin C. Wolfstein

Für die künstlerische Umrahmung dieser geschmackvollen Kultur-Soirée am Rande der Vorstellungskraft sorgt die Vernissage des hannoverschen Künstlers und Galerie-Betreibers Martin C. Wolfstein, der fotografische Impressionen aus Argentinien und Uruguay mit an den Kulturkiosk bringt. Mehr Kultur geht nicht, so kurz vor Weihnachten! Darauf eine bunte Tüte!

Kioskgäste:

Dad Horse Experience
Keller-Gospel from Left of Heaven

Selten klang weißer Gospel so wahrhaftig und bizarr zugleich, nie waren Country, Punk und echte Himmelfahrt so sehr eins wie bei der Dad Horse Experience. Erst mit 40 Jahren begann Dad Horse Ottn auf einem geschenkten Tenor-Banjo Musik zu machen, beseelt davon, seiner spirituellen Suche einen Klang zu geben. Dabei klingt er wie ein Hank Williams, der nicht schon vor seinem 30. Geburtstag auf dem Rücksitz seines Wagens an einer Überdosis starb. Zum Banjo kamen inzwischen Basspedal und Kazoo. Auf diesem Instrumentarium hat Dad Horse sich inzwischen eine Qualität erarbeitet, die umstandslos Gänsehaut erzeugen kann. In der rudimentären Begleitung seiner Songs, in der Klage seines Gesangs schwingt die spartanische Intensität des weißen Folk aus den Appalachen mit. Seine Lyrik verhandelt inbrünstig die sengende Selbstkritik der gequälten Sünderseele, nicht ohne regelmäßig einen kräftigen Schluck aus der Pulle abgründigen Humors zu nehmen.

Die Musik der Dad Horse Experience wurde als „Dark Roots“ oder „Outsider Gospel“ bezeichnet. Ottn selbst spricht von „Keller-Gospel“, um auszudrücken, dass es sich bei seiner Musik nicht um Gospel handelt, der in den ohnehin schon lichtdurchfluteten Kathedralen zu hören ist, sondern um einen Gospel, der in den dunklen und gottverlassenen Kellergewölben der Seele gesungen wird, dort wo das Licht am sehnlichsten benötigt wird. Inzwischen erfreut sich die Dad Horse Experience internationaler Anerkennung und konzertiert regelmäßig in Deutschland, Benelux, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, den USA und Australien.

weiterlesen:
„Es ging nicht mehr anders“
Interview mit Dad Horse Experience

Dad Horse Experience im Netz:
www.dad-horse-experience.org

Stoffl
Literarisches Herzblut zwischen HipHop, Punk, Politik und Rebellion

Patrick „Stoffl“ Büttner gehört ohne Wenn und Aber zu den aktivsten Jung-Poeten Hannovers. Unermüdlich steht er bei Hannovers U20-Slam SPAM auf der Bühne, hat hier unzählige Male bereits den Sieg verbuchen können und gehört weit über die Stadtgrenzen hinaus definitiv zu den absoluten Lieblingen der Szene. Kein Wunder also, dass er im August 2012 bei den zweiten niedersächsisch-bremischen Poetry Slam-Meisterschaften den Titel des Landesmeisters in der Kategorie „Unter 20“ für sich verbuchen konnte. Stoffls Repertoire reicht von HipHop- und Punk-Lyrik über beißend politische Betrachtungen und Kommentare bis hin zur humorvollen literarischen Alltags- und Generationen-Rebellion, wobei er auch auf der Bühne sein großes Herz stets nachhaltig-sympathisch auf der Zunge trägt. Mit einem großen Augenzwinkern versteht sich.

weiterlesen:
„Erwartungen sind etwas, das man an die Kochkünste von Omas haben kann“
Interview mit Stoffl

Marie Matzeit
Alltags-Poems und -Betrachtungen – jung, dynamisch, auf dem Sprung

Marie Matzeit ist jung, poetisch und stets viel zu gut gelaunt. Diese Grundhaltung spiegelt sich in den Texten der Nachwuchs-Slammerin wider, die bereits beim U20-Slam SPAM und beim Altstadtschnack für Furore sorgte, im August 2012 im U20-Finale der niedersächsisch-bremischen Poetry Slam-Meisterschaften stand und auch sonst auf diversen Bühnen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Außerdem ist Marie Veganerin, spielt Theater und versucht, die Welt zu retten. Nicht nur mit ihren Texten, sondern auch nachhaltig-politisch. Respekt!

weiterlesen:
„Auf einer Slam-Bühne zu stehen, ist ein wundertolles Gefühl!“
Interview mit Marie Matzeit

Martin C. Wolfstein
„La Cara Doble“ – Impressionen vom Río de la Plata. Foto-Ausstellung

In seiner neuen Foto-Ausstellung „La Cara Doble“ zeigt der hannoversche Künstler Martin C. Wolfstein die architektonischen Zeugnisse der beginnenden Urbanität der Hauptstädte Argentiniens und Uruguays. Der Gang durch die südamerikanischen Metropolen erscheint wie ein Bummel durch das südliche Europa. Ähnlich verhält es sich mit den Bildern der porträtierten Einwohner in ihrer Umgebung – sei es im Café, in der Bäckerei oder der Pizzeria. Den Gegenpol zu den Aufnahmen der Großstädte bilden Fotografien aus der nordargentinischen Provinz Misiones. In dieser abgeschiedenen Landschaft findet nicht nur das Auge des Betrachtenden Ruhe, sondern es lassen sich auch die kraftvollen Naturgewalten erahnen.

Martin C. Wolfstein ist als Kameramann, Tonassistent, Bildregisseur und Beleuchter tätig und betreibt eine Lindener Galerie. Zurzeit arbeitet er an einer Dokumentation über das Bandoneón, ein Musik-Instrument, das im argentinischen Tango für Furore sorgt, aber seine Heimat im Bergbau-Milieu des Erzgebirges hat.

weiterlesen:
„Für mich ist die Ausstellung wie eine Reise“
Martin C. Wolfstein im Gespräch

Martin C. Wolfstein und die Galerie Lunar im Netz:
www.galerie-lunar.de

    Feiern bis die Leine bebt!

  • langeleine.de präsentiert
    DER KULTURKIOSK
  • Freitag, 21. Dezember 2012
  • Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
  • Faust-Warenannahme
  • Zur Bettfedernfabrik 3
  • 30451 Hannover
  • Eintritt: 8 Euro, VVK: 6 Euro

Download Flyer:

Der Kulturkiosk, 21.12.12 (PDF, 409 Kb)

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Kunst, Literatur, Lokalitäten, Musik

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