Marcel Seniw
20. Februar 2013

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag, Morgen: das Europa-League-Rückspiel gegen Anschi Machatschkala

War definitiv nicht Hannovers Spielwiese: Kunstrasen in Moskau

Fuck! Ich habe selten so obszön eine Kolumne begonnen, aber das Hinspiel gegen Anschi Machatschkala, die „Gurkentruppe“ von Milliardär Suleiman Kerimov, ging definitiv mächtig in die Hose. Hannover 96 hat auf dem Kunstrasen von Moskau ziemlich alt ausgesehen, aber als passionierter Kreisklassen-Kicker versichere ich Euch: Auf so einem Geläuft ist Fußball nicht gleich Fußball. Der Ball verhält sich da einfach anders, springt seltsam auf oder wird auf einmal viel schneller. Und genau deshalb, und hoffentlich nur deshalb, kann man das schlechte Abschneiden unserer Roten im Auswärtsspiel bei Anschi Machatschkala nicht unbedingt als Normalfall ansehen, obwohl es ein Auswärtsspiel war…

Spanien kennt Hannover

Und selbst wenn der Auftritt von Hannover 96 ein wenig blutleer aussah am letzten Donnerstag: Wir sollten als Fans einfach daran festhalten, dass die Roten heute, um die K.O.-Wertung zu gewinnen, einfach nur zwei Buden machen müssen. Das müsste doch möglich sein, oder? Denn dann sind wir im Achtelfinale. Und kommt Leute, fragt mal die Mannschaft aus Sevilla, die im Endsommer 2011 noch dachte, Hannover 96 sei eine kleine Mannschaft: Die Spanier haben anschließend ganz schön doof geguckt, als die Roten den eigentlich überlegenen Gegner aus dem Wettbewerb warfen und zurück nach Andalusien schickten. Warum um Gottes Willen sollte man nicht auch die Millionen-Truppe von Anschi Machatschkala mit einer beherzten Leistung zurück nach Dagestan, beziehungsweise Moskau, schicken? Mir jedenfalls würden die „Ihr könnt nach Hause fahrn“-Sprechchöre verdammt gut gefallen.

Richtigstellung

Okay, jetzt reden wir mal Tacheles: In der Kolumne vor dem Hinspiel habe ich ein bisschen geflunkert. Ich habe den Gegner aus Dagestan als hölzerne Nichts-Könner-Mannschaft dargestellt, die nur zwei Stars hat. Das war natürlich nicht ganz korrekt, angesichts der Tatsache, dass Hannover hier gegen einen Verein spielte, der sich vor Geld kaum retten kann. Abgesehen davon hat mir die Aktualität einen Strich durch die Rechnung gemacht, da der 20-Millionen-Euro-Netto-im-Jahr-Mann Samuel Eto’o wider Erwarten doch noch spielen konnte. War anscheinend doch nicht so wild mit seinem Rücken. Immerhin scheint es ihm bei seinem arrogant geschossenen Elfmeter dann doch irgendwo gezwickt zu haben.

Hoffnungsträger: Mame Diouf hat einiges vor

Arroganter Favorit?

Aber Spaß beiseite: Hannover 96 hat einen ziemlich dicken Brocken vor der Brust, der unser Team bereits in Moskau so dermaßen hätte abschießen können, dass Hannover in diesem Rückspiel überhaupt nicht hätte mehr antreten müssen. Aber genau das war Anschi Machatschkalas Fehler, denn unser HSV aus Hannover spielt Gegner besonders gern in der eigenen Arena an die Wand. Beispiel gefällig? Double-Sieger Borussia Dortmund, eine Mannschaft, welche sich gegen Real Madrid und Manchester City in der Champions League durchsetzten konnte, hat in Hannover gerade so eben ein 1:1 geholt. Hannover 96 hat mehrfach bewiesen, dass das Team im eigenen Stadion auch gegen Mannschaften bestehen kann, die prinzipiell überlegen seien müssten.

Fürchtet Diouf!

Also Abfahrt! Hannover muss doppelt treffen. Zu gut, dass Mister Europapokal, Mame Diouf, seine Tore am allerallerallerliebsten in der AWD-Arena erzielt. Auch Didier Ya Konan hat gegen Nürnberg am Wochenende gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Und der Rest sollte einfach nur aufpassen, in der Defensive gegen Eto’o und Co gut zu stehen. Denn dann, und auch nur dann, könnten wir Hannoveraner weitere magische europäische Momente erleben. Wäre doch schön…

Donnerstag, 21. Februar 2013, 21.05 Uhr:
Hannover 96 – Anschi Machatschkala

(Fotos: Pressefotos/Wikipedia)

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Kategorien: Sports

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