Claudia Nowak
11. März 2013

Theater als Brücke zwischen Kulturen

Beim 3. Internationalen Kammertheater-Festival im Theater in der List locken Produktionen aus Deutschland, Russland, Israel, Kirgisien und dem Kosovo

Darsteller Alexej Boris eröffnet als Niccolo Machiavelli das „Most“-Festival

Was den Amerikanern der Oscar, ist den Hannoveranern der „Most“-Award. Nun ja, der Vergleich ist vielleicht etwas übertrieben, aber die Theater-Fans unter unseren Lesern werden wissen, wie er gemeint ist. Denn wenn das Internationale Theater-Institut der UNESCO und das Tolstoi-Hilfs- und Kulturwerk Hannover zusammenarbeiten und sieben europäische Theater-Produktionen aufgeführt werden, kann das im übertragenen Sinne nur Hollywood auf der Bühne bedeuten. Hintergrund des Spektakels ist das 3. Internationale Kammertheaterfestival „Most“. Bereits in den beiden vergangenen Jahren lockte „Most“ zahlreiche Besucher ins Theater in der List. Nach der großen Resonanz soll nun auch die dritte Auflage wieder eine Brücke zwischen Kulturen und Ländern schlagen, denn genau dieses Ziel soll mit dem Titel ausgedrückt werden. „Most“ ist der slawische Begriff für Brücke. Das Festival schlägt also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Es zeigt spannende und originelle Erfolgsproduktionen aus verschiedenen europäischen Ländern und es fördert den Austausch unter Theater-Begeisterten aller Kulturen. Das Publikum bekommt einen Eindruck von den Herangehensweisen und Theater-Formen in anderen Ländern und internationale Schauspieler können gemeinsam auf einer Bühne arbeiten. Die besten der sieben aufgeführten Produktionen werden am Ende von einen ebenso internationalen Jury ausgezeichnet.

Den Anfang des Festivals macht das Gastgeberland Deutschland mit „iMacHiavelli“. Darsteller Alexej Boris verkörpert dabei den florentinischen Politiker und Philosophen Niccolo Machiavelli, der aus den Tiefen der Hölle zurückkehrt, um über die Denkweisen von Politikern zu berichten, weil diese eindeutig nach anderen Gesetzen leben als die Gesellschaft. Dabei muss Machiavelli sich eigentlich selbst erklären. Denn als rücksichtsloser Politiker wurde auch er zugleich bewundert und gehasst, selbst der Teufel war über ihn erschrocken. Gleichzeitig war Machiavelli aber auch der Begründer der modernen politischen Philosophie, nur das sein Werk mit der Zeit zur Pflichtlektüre von Tyrannen geworden ist. Spannend also, was er über die heutige Politik zu berichten vermag. Für die kommenden Tage stehen obendrein Produktionen aus dem Kosovo, Kirgisien, Russland und Israel auf dem Programm. Das 3. Internationale Kammertheaterfestival dauert noch bis zum 16. März.

Montag, 11. März 2013:
„Most“, Kammertheaterfestival, Theater in der List, Spichernstraße 13, 30161 Hannover, Beginn: 19 Uhr, Eintritt: 15 Euro, ermäßigt: 10 Euro

ausführliche Informationen zu allen aufgeführten Stücken:
„Most“ – 3. Internationales Kammertheaterfestival, Theater in der List, 11.-16. März 2013

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Bühne, Tagestipps

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