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Attila allein zu Haus

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Garanten des Frankfurter Höhenfluges: Trainer Armin Veh und Torjäger Alexander Meier

Servus Leute! Ich grüße Euch heute aus dem weit, weit entfernten und überraschend sonnigen München. Mein Chef meinte, ich solle dieses Wochenende mal ein bisschen den Tabellenführer ausspionieren, da habe ich mich natürlich nicht zweimal bitten lassen. Nichtsdestotrotz bin ich pflichtbewusst wie eh und je und versorge Euch wie immer mit Neuigkeiten aus dem Abseits, obwohl ich letzte Woche mal wieder einen Auswärtsspiel-Tipp vollkommen gegen die Wand gesetzt habe. Glücklicherweise steht morgen aber wieder ein Heimspiel an, und so kann man als Fan von Hannover 96 auch wieder mit einer anständigen Leistung rechnen. Das zumindest hoffen wir doch alle, denn so wie zuletzt gegen Dortmund, darf man gegen die Eintracht aus Frankfurt nicht auftreten, will man die drei Punkte einfahren. Ohnehin darf sich Hannover in den kommenden Begegnungen nicht mehr allzu viele Ausrutscher leisten, da nun die entscheidenden, richtungsweisenden Spieltage anstehen. Alle Teams scheinen das begriffen zu haben, außer der TSG 1899 Hoffenheim, aber dieser Gurkentruppe rund um den abermals ins Abseits gestellten Tim Wiese ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Hessischer Höhenflug

Doch genug der Vorworte, jetzt geht es gegen Eintracht Frankfurt. Die Hessen haben in dieser Saison die Liga richtig aufgemischt. Wer hätte es diesem Aufsteiger zugetraut, sich im oberen Tabellendrittel festsetzen zu können? Ernsthaft wohl niemand. Selbst hartgesottene Frankfurt-Fans müssen sich beim Betrachten der Tabelle noch gegenseitig kneifen, um sichergehen zu können, dass sie nicht gerade einen heftigen Trip schieben. Momentan steht die Eintracht auf dem vierten Rang der Tabelle, einem Platz, der zur Champions League-Qualifikation berechtigt! Respekt. Aber in der Rückrunde merkt man dann doch allmählich, dass den Hessen langsam die Luft ausgeht, zumal sich die Gegner nicht mehr so leicht überrumpeln lassen wie in der Hinrunde. Der Höhenflug ist zwar noch nicht beendet, scheint jedoch ins Stocken geraten zu sein. Hannover könnte diesen Trend fortsetzen und mit einem Sieg selber wieder die Weichen Richtung oberes Tabellendrittel stellen, wo eine gesamte Stadt plus Region unbedingt hin möchte. Am Sonntag steht für die drittbeste Heim-Mannschaft der Bundesliga also wieder ein Sechs-Punkte-Spiel an.

Muss leider zu Hause bleiben: Eintracht Frankfurts Maskottchen Attila

Das Frankfurter „A-Team“

Frankfurt wiederum stellt aktuell das viertbeste Heim-Team. Diesen Umstand hat die Eintracht nicht zuletzt wohl auch ihrem Vereinsmaskottchen zu verdanken, welches vor den Heimspielen immer in der Commerzbank-Arena seine Runden dreht. Attila heißt das lebende Maskottchen der Hessen, so wie einst der Hunnenkönig. Ein Steinadler pusht das Team um Trainer Armin Veh und Mittelfeldspieler Alexander Meier nach vorne. Attila, Armin und der Alex – das Frankfurter „A-Team“? Das kann man so sehen. Denn Armin Veh und Alexander Meier, ein ehemaliger Meistertrainer und ein ehemaliges Riesentalent, die beide nie so richtig den großen Durchbruch geschafft haben, erleben mit der Eintracht plötzlich ihre ganz persönliche Renaissance. Just als Frankfurt beinahe in der Bedeutungslosigkeit der Zweiten Liga versank, sorgte man so richtig für Wirbel. Als fast schon alter Mann ist bei Meier der Knoten geplatzt und er gehört zu den besten Torschützen Liga. Da hat der bei Hamburg und Wolfsburg geschasste Coach Armin Veh dem alten Alex wohl nochmal eine Ladung Calgon in das Müsli gemixt. Und Veh selbst, auch „Ein-Jahres-Armin“ genannt, weil er grundsätzlich nur Ein-Jahres-Verträge unterschreibt, könnte die Gunst der Stunde nutzen, um sich im nächsten Jahr einem größeren Verein wie zum Beispiel Schalke anzuschließen. Wer weiß, was da in Frankfurt noch alles so passiert. Und dennoch: Den vierten Platz werden die Hessen wohl kaum halten können. Da kann Attila noch so viele Runden ums Stadion drehen, das wissen auch einige der bei Eintracht Frankfurt spielenden hoffnungsvolle Jungtalente, die im nächsten Jahr eventuell ebenfalls mit einem Vereinswechsel den nächsten Schritt wagen werden.

Warum die Überflieger in Hannover straucheln werden

Nun aber zur entscheidenden Frage: Warum gewinnt Hannover 96 am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt? Zunächst einmal, weil wir auf jeden Fall die viel geileren Fans haben. Die Frankfurter Ultras gelten zwar als lautstark und treu, jedoch auch als latent durchgeknallte, gewaltbereite Pyromanen. Dazu spielt Frankfurt wie erwähnt gegen ein äußerst heimstarkes Team aus Hannover – nur Bayern und Leverkusen liegen in der Heim-Tabelle vor unseren Roten. Zudem muss Attila morgen zu Hause bleiben. Und Hannovers Trainer Mirko Slomka hat nach der enttäuschenden Niederlage in Dortmund auch einiges zum Geradebügeln gehabt. Doch sollte unser momentanes Sorgenkind Mame Diouf, welchem man nachsagt, ein Vertragsangebot von Hannover zurückgewiesen zu haben und mit Dortmund zu flirten, noch rechtzeitig zum Spiel fit werden, dann ballert er allen Spekulationen zum Trotz die Hessen im Alleingang vom Platz. Der Berater von Diouf hat im Übrigen alle Gerüchte zurückgewiesen. Seiner Ansicht nach gab es bislang gar kein neues Vertragsangebot von Hannover 96. Wie auch immer: Ist Diouf morgen fit, wäre ein Statement in Form von Toren mit Sicherheit nicht der schlechteste Treueschwur des Senegalesen.

Sonntag, 10. März 2013, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – Eintracht Frankfurt

(Fotos: Pressefotos/Eintracht Frankfurt)

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