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Im Galopp durch den Borussia-Park

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach

Nur bedingt europapokalreif: Jünter, das Maskottchen von Borussia Mönchengladbach

Wir schreiben den 12. Dezember 2009. Hannover 96 ist zu Gast bei Borussia Mönchengladbach. Was sich an diesem Tag ereignen würde, wird wohl so schnell kein Fußballfan mehr vergessen. Hannover erzielt sechs Treffer – und verliert mit 3:5. Unseren Roten gelangen tatsächlich drei Eigentore in nur einem Spiel. Ein Rekord! Eigentor-Doppelpacker Karim Haggui konnte wohl nur von dem ehemaligen 96er Constant Djakpa getröstet werden, dessen sein Selbsttor der Kuriosität des Spiels die Krone aufsetzte. So krumm, wie Djakpa den Ball im eigenen Netz versenkte, wird es wohl kein Fußballer in den nächsten 50 Jahren schaffen, vor einer Fernseh-Kamera ein Eigentor zu fabrizieren. Aber 2009 ist nicht 2013. Denn zurzeit brauchen unsere Roten auf des Gegners Platz keine Eigentore mehr zu schießen, da sie ihre Gegner außerhalb der heimischen vier Eckfahnen ohnehin fleißig zum Einnetzen einladen. Und der heutige Kontrahent Borussia Mönchengladbach hat sich in den letzten Wochen klammheimlich wieder Richtung Europa League-Qualifikation geschlichen, er steht einen Platz vor Hannover 96 und möchte im anstehenden Heimspiel sicherlich nicht lockerlassen, um sich oben festzubeißen. Für 96 ist es hingegen fünf vor zwölf. Ein lange ersehnter Auswärtserfolg beinahe Pflicht. So seltsam es klingen mag: Das 0:0 im letzten Heimspiel gegen Frankfurt machte fast schon Mut, weil Hannovers Abwehr endlich wieder sattelfest stand.

Tiefkühl-Lasagne im Gladbach-Trikot

Sattelfest… Was für ein gekonnter Übergang! Da klopft sich der Autor dieser Zeilen kurz selbst auf die Schulter und legt die leckere Tiefkühl-Lasagne beiseite. Denn die Mannschaft aus Mönchengladbach nennt man ja seit den überaus erfolgreichen 70er-Jahren auch die Fohlen-Elf, da sie seinerzeit mit einer recht jungen Truppe ziemlich erfolgreichen Fußball spielte. Das Maskottchen der Borussen wiederum hört auf den Namen Jünter und ist ein ziemlich seltsam aussehender Gaul, welcher Glück bringen soll und sogar eine eigene Kolumne in der Gladbacher Stadionzeitung hat. Seinen Namen hat Jünter übrigens Günter Netzer zu verdanken, der die Stadionzeitung, für die Jünter schreibt, einst ins Leben rief. So gesehen großes Glück für Jünter, dass es für die Borussia Mönchengladbach momentan wieder einigermaßen läuft und er noch nicht abgesetzt wurde. Denn im Falle der Erfolglosigkeit wäre es ja durchaus denkbar, wenn anstelle von Jünter eine überdimensionierte Tiefkühl-Lasagne im Gladbach-Trikot neben dem Spielfeld rumzappeln würde.

Kauziger Erfolgstrainer: Lucien Favre

Drei Bengel für Favre

Aber lassen wir das mit dem aktuellen Pferdefleisch-Skandal und den alten Männern mit den seltsamen Frisuren. Befassen wir uns kurz mit den Tatsachen. Seit Lucien Favre Trainer bei Borussia Mönchengladbach ist, hat sich die Truppe gut entwickelt und vom Abstiegskandidaten zum Europapokal-Anwärter gemausert. Dass es in dieser Saison nicht von Anfang an rund lief, wie es sich Gladbach-Fans gerne gewünscht hätten, muss man den schweren personellen Verlusten durch die Abgänge von Abwehrchef Dante, Mittelfeld-Stabilisator Roman Neustädter und Offensiv-Ass Marco Reus zuschreiben. Dennoch gelang es dem Schweizer Coach, wieder eine schlagfertige Truppe zu stellen. Neben dem „Godfather of Linksfüße and Standardsituationen“, Juan Arango, und dem jungen Patrick Herrmann, der in Marco Reus‘ Fußstapfen getreten ist, zauberte Lucien Favre zum Beispiel das Juwel Amin Younes aus dem Ärmel. Der junge Deutsch-Libanese im offensiven Mittelfeld der Borussia mischt momentan jedenfalls ganz schön die gegnerischen Defensivreihen auf. Also aufgepasst, da Silva Pinto und Co: Die Gladbacher können offensiv schon ganz gut!

Ritt nach Gladbach

Am Sonntag erwartet die Zuschauer jedenfalls ein Duell auf Augenhöhe. Zwei Mannschaften, die in dieser Saison mal gut, mal schlecht, aber alles andere als konstanten Fußball spielen, treffen im Borussia-Park aufeinander. Neunter gegen Zehnter. Zwar muss sich Hannover 96 warm anziehen, aber dennoch ist bei der Borussia aus Mönchengladbach durchaus etwas zu holen. Und Eigentore in der Masse wie 2009 sind nicht unbedingt zu erwarten. Denn die Stabilität der Defensive aus dem letzten Heimspiel gegen Frankfurt macht Mut und war hoffentlich nicht nur der Torlos-Offensive der Frankfurter zu verdanken. Warum also sollte Mirko Slomkas Team nicht endlich mal ein Auswärtssieg gelingen? Langsam ist es wirklich Zeit, der Negativ-Serie auf gegnerischen Plätzen ein Ende zu setzen. Also, ihr Roten: Sattelt Eure Pferde, gebt ihnen die Sporen und schießt die Fohlen zurück in die Tiefkühltruhe!

Sonntag, 17. März 2013, 17.30 Uhr:
Borussia Mönchengladbach – Hannover 96

(Fotos: Wikipedia)

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