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Schub!

Das Verhör: „IV“ von The Bronx

Einfach nur rot, bissig und stark: The Bronx – „IV“, CD-Cover

Hossa, es steht The Bronx drauf und es ist The Bronx drin. Und zwar volle Packung. In Sachen dreckiger Gradlinig- und Verlässlichkeit macht den fünf Rock-Noise-Punkern aus Los Angeles rund um Front-Reibeisen Matt Caughthran so schnell keiner etwas vor. Stoisch betiteln sie ihre Alben einfach nur nach der Reihenfolge ihres Erscheinens. Und nun hält der geneigte Dampframmen-Fan also Album Nummer vier in der Hand. Und was soll man sagen? Auf „IV“ regiert wie auf den drei Vorgängern „III“, „II“ und – wer hätte das gedacht – „I“ erneut die dreckig bollernde Voll-Rock-Keule mit jeder Menge Biss, Mitgröl-Appeal, Hymnenhaftigkeit und Kauleisten-Vollgas. Eine astreine Macker-Platte zum Liebhaben, Biersaufen und mit heruntergelassenem Fenster und raushängendem Arm auf der Autobahn dem Sonnenuntergang entgegencruisen. Schön mit Kippe, Sonnenbrille und großer Mitbrüll-Klappe.

Kurz gesagt: The Bronx haben nach ihren eh schon starken Vorgänger-Werken erneut eine tonnenschwere Platte zum Vorschlaghammer-Wohlfühlen hingelegt, die jeden Dirt-Rocker selig grinsen machen dürfte. Mit Riff, Kante, Groove, Heavyness und beinahe schon poppigen Refrain-Parts, wenn man das im Bronx-Kontext so sagen darf. Why not? Nach fünf Jahren Lautstärke-Album-Pause, in denen sich die Musiker als Mariachi El Bronx ihrer zweiten musikalischen Liebe, dem lupenreinen Mexican Folk inklusive originalem Mariachi Sound, verschrieben hatten und auch in diesem Genre zwei Alben herausbrachten, stehen nun wieder alle Verstärker-Regler auf Komplett-Durchzug. Und zwar mit einer beinahe schon erschreckend-selbstbewussten Gelassenheit, die einmal mehr herausstreicht, dass The Bronx es überhaupt nicht nötig haben, irgendetwas beweisen zu müssen. Und zu wollen schon gar nicht. Hier zieht man einfach in kompakten 37 Minuten und zwölf Songs seinen Stiefel durch, mit Spaß, Augenzwinkern und einer ausgewiesenen Liebe zum akustisch treffsicher gesetzten Arschtritt. Nicht mehr und nicht weniger. Wissen die Burschen doch, dass ihnen der Ruf der intensivsten Live-Band der Welt vorauseilt und sie zuletzt schweißgebadet und blaugepogt auf der Bühne abrechnen werden. Anspieltipps? Ganze Platte. Ist ja nicht so lang. Und jetzt kommt Du, Frühling…

The Bronx: „IV“, CD, 12 Songs, 37:08 min., White Drugs

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