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Es war einmal im Breisgau…

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SC Freiburg

Kennt sich beim Gegner aus: Jörg Schmadtke, Sportdirektor bei Hannover 96, war vier Jahre lang die Nummer 1 im Tor des SC Freiburg

Auch wenn die Fans von Hannover 96 letzten Sonntag bereits das zweite torlose Unentschieden in Folge im heimischen Stadion erleben mussten: Die Roten haben noch sechs spannende Begegnungen im Liga-Endspurt vor sich. Immerhin kann 96 die Null wieder halten. Und die alte Fußballweisheit „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften“ könnte an dieser Stelle Mut machen, um die begehrten Europapokalplätze doch noch zu erreichen. Das Spiel morgen beim Sport Club Freiburg könnte jedenfalls der Grundstein zu einem erfolgreichen Endspurt werden.

Der neue Hexenmeister

Es war einmal im sagenumwobenen Breisgau, dort war ein Fußballverein mit einem bösen Fluch belegt. Die Spieler konnten einfach keinen vernünftigen Ball mehr spielen. So kam es, dass der Verein mit dem Namen SC Freiburg bis zum letzten Tabellenplatz durchgereicht wurde, weil der Fluch die Beine und Köpfe lähmte. Man schrieb das Jahr 2011. Um dem sicher geglaubten Abstieg doch noch abzuwenden, entließ der ansässige Sportdirektor Dirk Duffner den verfluchten alten Cheftrainer und beförderte den kauzigen Christian Streich zum neuen Hexenmeister für die Rückrunde 2012. Streich war am Hofe der Freiburger ein Altbekannter, formte er doch jahrelang die Jugendspieler des Vereins zu hoffnungsvollen Talenten. Und der neue Trainer räumte den erfolglosen Kader auf, warf viele junge Talente aus der eigenen Jugend ins kalte Wasser und war damit so erfolgreich, dass der SC Freiburg nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatte.

Erfolg macht sexy

Knapp eineinhalb Jahre später wird die Sache langsam unheimlich: Freiburg spielt der Liga Woche für Woche Streich um Streich und befindet befindet sich derzeit auf dem fünften Tabellenplatz. Außerdem steht das Team im DFB-Pokal Halbfinale gegen den VfB Stuttgart. Keine Frage: Der SC Freiburg spielt jungen, offensiven und vor allem attraktiven Fußball – und das mit einer ziemlich jungen Mannschaft. Der latent spleenig wirkende Christian Streich bekam in diesem Jahr völlig zu recht die Auszeichnung zum Trainer des Jahres verliehen. Unlängst wies er darauf hin, dass sein Verein – also nicht er persönlich – zumindest „nicht ganz unsexy“ [1] sei…

Das zweitkleinste Stadion der Bundesliga steht in Freiburg, es bietet nur 24.000 Zuschauern Platz

Der zweite Streich in Folge?

Wie ein Märchen wirkt der wundersame Aufstieg des SC Freiburg: Aus einem Abstiegskandidaten wurde ein Europapokal-Anwärter. Von ganz unten kommend, wurde der Verein für seinen Mut zur Veränderung belohnt. Eine Entwicklung, die auch Hannover 96 vor noch nicht allzu langer Zeit durchlaufen hat. Doch inzwischen ziehen im Freiburger Märchenland dunkle Wolken auf. Die finanzstärkeren Liga-Konkurrenten wedeln schon mit ihren Scheinen, in der Hoffnung, dem SC seine talentiertesten Spieler abwerben zu können. Kein gänzlich neues Szenario für die Breisgauer, sind sie doch bekannt für ihre gute Jugendarbeit. Doch so sympathisch und „sexy“ der SC Freiburg auch sein mag, so sehr wünsche ich mir morgen einen Sieg unserer Roten. Ob Hannover 96 wie in den beiden letzten Spielen weiter kein Gegentor hinnehmen muss, bleibt bei den spielstarken Breisgauern sicher abzuwarten. Jedoch hab ich so ein Gefühl, dass Hannover den zweiten Auswärtserfolg in Serie einstreichen kann. Der sonst so torhungrige Sturm hat seit über einem Monat nicht mehr getroffen. Grund genug, um es in des Gegners Kasten mal wieder so richtig klingeln zu lassen.

Freitag, 12. April 2013, 20.30 Uhr:
SC Freiburg – Hannover 96

(Fotos: Hannover 96/SC Freiburg)

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