Marcel Seniw
3. Mai 2013

Narrenfreiheit oder doch noch träumen?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05

Mainzelmännchen: „Die Spieler von Mainz 05“, hier in ihren neuen Mannschafts-Trikots

Die Bundesliga-Saison 2012/2013 neigt sich so langsam ihrem Ende entgegen. Drei Spieltage sind es nur noch, bevor die 50. Bundesliga-Spielzeit sich in die Sommerpause verabschiedet. Neun Punkte sind also maximal noch zu holen im Rennen um die Nichtabstiegsplätze oder gar die europäischen Startränge. Und die Vereine liegen in der Tabelle so eng beieinander, dass ich mich nicht traue, eine Prognose zu erstellen, wer am Ende Sekt oder Selters trinkt. Aber das muss ich ja auch gar nicht. Ich kümmere mich lieber um die Ausgangslage der Roten.

Verpflichtet zum Sieg

Nach den Partien gegen Freiburg und die Bayern dachte ich eigentlich, dass es das nun gewesen sei für Hannover 96 in Sachen Europa League. Aber das Rennen um die Plätze an der Sonne scheint irgendwie im Schneckentempo von dannen zu gehen. So steht der HSV nun auf dem neunten Tabellenplatz und hat dank des Auswärtserfolges bei den nun sicher abgestiegenen Fürthern noch eine Chance, sich ins obere Tabellendrittel zu mischen. Doch dazu muss man das morgige Spiel gegen den FSV Mainz 05 unbedingt gewinnen. Mainz steht mit einem Punkt weniger direkt hinter Hannover. Für beide Teams geht es um alles. Wer verliert, der hat mit Europa nichts mehr am Hut. Spielen die Teams unentschieden, verabschieden sich wohl beide von Europa. Narrenfreiheit oder weiter träumen, darum wird es in diesem Spiel also gehen.

Der Karnevalsverein zu Gast

Die Mainzer sind ja allgemein ein ganz nettes Völkchen. Immerhin schenkten sie uns die Mainzelmännchen und erfreuen uns, wenn die ganze Stadt mal wieder im Kollektiv ausflippt zur Karnevalszeit. Und ausflippen ist auch genau das Stichwort, wenn ich an Mainz 05 denke. Denn seit einigen Jahren schon scheint man im Mainzer Management ein Faible für Trainer von der Sorte „HB-Männchen“ zu haben, wie der ehemalige Trainer Jürgen Klopp und der aktuelle Coach Thomas Tuchel eindeutig belegen. Was man aber sowohl dem Mainzer Management als den Trainern lassen muss: sie sind recht erfolgreich. Mainz 05 hat mit Thomas Tuchel einen Trainer der neuen Generation. Einen Fußballlehrer. Ein junger und fortschrittlicher Coach mit hohem Sachverstand, der seine junge Mannschaft modernen Fußball spielen lässt. Selbst die Abgänge der damaligen „Bruchweg-Boys“ Andre Schürrle und Lewis Holtby konnte das Team verkraften, was auf ein gutes Konzept des Trainers schließen lässt. Das Tuchel-Mainz ist jedenfalls mehr als nur ein Karnevalsverein.

Das ist unser „Endspiel“

Hannover 96 steht morgen gegen den FSV Mainz 05 also mal wieder in einer Art Endspiel. Ein Sieg ist für beide Pflicht, will man nicht im bedeutungslosen Mittelfeld der Liga die Saison beenden. Ein Unentschieden ist für beide zu wenig. Wenn das alles keine Gründe dafür sind, dass wir morgen ein saugutes Fußballspiel von beiden Mannschaften erleben, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Die Ausgangslage verspricht viel, aber es wäre nicht das erste Mal, dass ein Spiel seinen Vorschuss-Lorbeeren nicht gerecht wird. Aber egal ob es nun ein Graupenkick oder ein absolutes Topspiel wird, ich lege mich fest: Hannover wird wieder von Europa träumen dürfen. Unsere Mannschaft hat das Selbstvertrauen gestärkt durch den späten Auswärtserfolg gegen die Fürther. Wo das Tor steht, scheinen unsere Jungs auch wieder zu wissen, wie die drei Buden von letzter Woche beweisen. Gute Voraussetzungen für die Mannschaft von Mirko Slomka. Außerdem wäre es zu schön, wenn das „HB-Männchen“ an der Seitenlinie mal wieder so richtig explodieren würde. In diesem Sinne: „Auf geht’s Hannover – kämpfen und siegen!“

Samstag, 4. Mai 2013, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FSV Mainz 05

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Kategorien: Sports, Unrat

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