Marcel Seniw
23. August 2013

Schalke in die Krise ballern?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FC Schalke 04

Glückwunsch! Jubilar Mirko Slomka wird morgen sein zweihundertstes Spiel als Chef-Coach in der Belle Etage Bundesliga bestreiten

Herrlich, dieser Fußball. Unser aller Lieblingssport schreibt ja gerne seine eigenen Stories. Ganz beiläufig und geradezu unterschwellig hält der liebe Fußballgott immer mal wieder ein paar kleine Schmankerln parat. Und so auch an diesem Wochenende. Denn wenn der Anpfiff in unserer heimischen HDI-Arena ertönt und Hannover 96 gegen den FC Schalke 04 antritt, feiert 96-Coach Mirko Slomka ein persönliches Jubiläum. Zum 200. Mal wird er bei einem Bundesligaspiel an der Seitenlinie als Cheftrainer stehen. Doch das allein wäre noch kein Anlass, diesen Termin so besonders zu würdigen. Rund wird die ganze Geschichte erst, wenn man weiß, dass Slomka bislang nur bei zwei Vereinen als Chef an der Seitenlinie stand: bei Hannover 96 und dem FC Schalke 04. Der Fußballgott scheint auf solch Seifenopern-Gedöns zu stehen. Und ich irgendwie auch.

Geschenke? Die gibts auf dem Ponyhof, aber nicht auf dem Platz

Der Jubilar sollte sich jedoch nicht allzu sehr darauf verlassen, dass der Gast aus Gelsenkirchen artig zum Geschenkeabliefern anreist. Ganz im Gegenteil. Auf Schalke brodelt es. Nach zwei verpatzten Liga-Partien und einem wenig überzeugenden Weiterkommen im Pokal wurde die Luft rund um Königsblau schon dünner. Das Champions-League-Qualifikationsspiel vom vergangenem Mittwoch gegen PAOK Saloniki, in dem die Schalker zu Hause nur ein mageres Unentschieden gegen einen klar unterlegenen Gegner erreichten, scheint nun gänzlich den Sauerstoff aus der Schalker Luft zu ziehen. S04-Coach Jens Keller steht arg unter Druck, nicht zuletzt auch durch seine eigenen Aussagen nach dem Saloniki-Spiel, in denen er die magere Leistung seiner Mannschaft in den Himmel hochjubeln wollte. Mit einer solchen Außendarstellung macht man sich im Pott keine Freunde. Doch gerade das angeschlagene, in die Ecke gedrängte Schalke, steht nun morgen als Gegner von Hannover 96 auf dem Platz. Ein unangenehmer Gegner? In der Tat! Zum Beispiel weil Hannover seit fünf Spielen gegen Schalke sieglos geblieben ist. So lange wie gegen sonst keinen anderen Bundesligisten. Doch bei all der eigentlich vorhandenen Klasse der Schalker darf nicht vergessen werden, dass auch Spieler verletztungsbedingt fehlen – allen voran Jefferson Farfan und Klaas-Jan Huntelaar. Und zu der Negativ-Serie der Hannoveraner gegen Schalke kann man ja auch die Philosophie-Kiste des Fußballs auspacken und sagen: „Jede Serie endet irgendwann einmal“.

Viel Spielraum nach oben

Nach all den negativen Aspekten zum Gegner aus dem Ruhrpott will ich aber keinesfalls den Eindruck erwecken, dass bei 96 alles Friede-Freude-Eierkuchen wäre. Der Heimsieg gegen Wolfsburg war schon nahezu ein Offenbarungs-Eid der Offensive. Das Spiel vom vergangenen Samstag gegen die Borussia aus Mönchengladbach war in meinen Augen die Bestätigung, dass auch Hannover 96 noch viel Arbeit vor sich hat. Nach vorn lief einfach mal gar nichts. Ein ganz schwacher Auftritt von Hannover war das, auch wenn jetzt die Hardcore-Optimisten davon ausgehen, dass dieses Spiel nur der allgemein bekannten Auswärtsschwäche der Roten zuzuordnen ist. Dem mag zwar so sein, doch spielerisch hat 96 noch ganz viel Luft nach oben, auch bei Heimspielen. Der Umbruch hat deutliche Spuren hinterlassen. Zu hoffen bleibt für die morgige Partie, dass sich die Abwehr um die Neuzugänge Salif Sane und Marcelo in der letzten Trainingswoche gefunden hat und das Zusammenspiel besser klappt als noch in Mönchengladbach, und dass sich die Offensive bessere Torchancen herausspielt und Mame Diouf vielleicht auch mal wieder eine hundertprozentige Chance verwertet und den Ball nicht wieder am Tor „vorbeidiouft“. Dann kann es auch mit einem Heimsieg gegen die Schalker klappen. Ob ein Sieg von Hannover morgen das Aus für S04-Trainer Jens Keller bedeutet, lasse ich jetzt einfach mal so dahingestellt. Ein Sieg für Schalke ist nach deren eigenem Selbstempfinden jedenfalls Plicht. Es brennt auf Schalke. Und zwar richtig…

Samstag, 24. August 2013, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FC Schalke 04

(Foto: wikipedia.org)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports, Unrat

Kommentiere diesen Artikel