- langeleine.de – Das Online-Journal für Hannover - http://www.langeleine.de -

Hoffen auf die Sensation

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: die zweite Runde des DFB-Pokals beim FC Bayern München

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Aber reicht das, um in München zu gewinnen?

Pokal-Auslosungen sind ein Phänomen. Je tiefer ein Verein spielt, desto mehr freut sich der vermeintlich kleine Verein, wenn es gegen einen „Großen“ geht. Viele unterklassigen Vereine hätten bei der letzten Auslosung im DFB-Pokal so gerne das ganz große Los gezogen. Ob Schalke, Dortmund oder Bayern: Bei den klassentieferen Vereinen lösen diese Namen euphorische Jubelstimmung aus. Doch als das ganz große Los dran war, zog die Losfee, die die zweite Runde des diesjährigen Pokal-Wettbewerbes auslosen musste, Hannover 96. Schon wieder müssen die Roten, die doch erst letzte Woche in der Bundesliga an der Isar gespielt haben, runter nach Bayern. Schon wieder muss Hannover 96 gegen die Ballbesitz-Fetischisten aus München antreten und abermals stehen die Chancen nicht allzu gut, als Sieger vom Platz zu gehen. Denn während man Mirko Slomkas Truppe sicherlich eine gute Leistung im Ligaspiel attestieren konnte, haben die Bayern langsam das neue Spielprinzip ihres Trainers Josep Guardiola verinnerlicht und sind inzwischen scheinbar noch ein Level höher gestiegen. Welch Ironie, dass ausgerechnet Hannover daran schuld sein könnte, dass die Bayern nun noch besser spielen. Die erste Hälfte im Ligaspiel vor zehn Tagen hatte einen gewissen Matthias Sammer so gewurmt, dass er sich nach dem Abpfiff zu einer seiner latent von Wut durchzogenen Reden hinreißen ließ. Das Ergebnis? Einem über die gesamte Spieldauer ungefährdeten 3:0-Sieg gegen ZSKA Moskau in der Champions-League folgte eine souveräne 4:0- Gala beim FC Schalke 04. Gegen die Gelsenkirchener zeigten die Bayern, wozu sie in der Lage sein können, wenn die Spiel-Idee ihres katalanischen Trainers erst einmal ins Mark übergegangen ist. Schade, dass 96 gerade diese Bayern schon so früh auch im Pokal vor die Brust gesetzt bekommt.

David gegen Goliath

Doch jammern bringt nichts. Hannover weiß um die Ausgangslage. Gerade im Pokal, wo bekanntermaßen alles möglich ist, rechnet Mirko Slomka mit noch stärkeren Bayern. Schließlich geht es um die Chance, einen Titel zu holen, und eine Niederlage kann nicht mehr gerade gerückt werden – anders als in der Liga. Aber was die Bayern stark machen könnte morgen Abend, könnte für Hannover 96 ja auch von Vorteil sein. Es ist eben nur dieses eine Spiel, das entscheidet, und manchmal gewinnt auch David gegen Goliath. Sensationen hat man im DFB-Pokal schließlich schon oft gesehen.

Keine Chance im K.O.-Spiel

Aber machen wir uns nichts vor. Die 0:2-Niederlage im Bundesliga-Spiel vor zehn Tagen war zwar in gewisser Weise ein Achtungserfolg für die auswärts nicht grade für Spektakel stehenden Roten. Aber wir reden hier immer noch von einer Niederlage. Auch wenn man positiv in die Zukunft blicken kann und vom vierten Tabellenplatz auch eine gute Sicht auf die kommenden Aufgaben hat, so wird morgen Abend leider Schluss sein für Hannover 96 im DFB-Pokal. Die Sensation dürfte ausbleiben, denn die Bayern spielen einfach einen zu guten Ball, um sich in einem K.O.-Spiel von einem Gegner wie 96 überraschen zu lassen. Das soll nicht despektierlich klingen, aber auch wenn Hannover 96 einen Sahne-Tag erwischt, an dem man die Bayern in einem Ligaspiel vor deren eigener Kulisse vielleicht niederringen könnte, so wird es in einem K.O.-Spiel nicht gegen den amtierenden Champion reichen. Dafür sind die Münchener zu fokussiert und hungrig auf Titel. Sorry David, aber nach Berlin fährt man nur selten, wenn man zuvor bei Goliath in München war.

Mittwoch, 25. September 2013, 20.30 Uhr:
FC Bayern München – Hannover 96

[1]
Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed [2]!