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Nach zehn Jahren wieder ein Sieg an der Weser?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen

Schweres Spiel: Hannover 96 konnte zuletzt 2003 in Bremen gewinnen

Freunde, was war das denn bitte am letzten Samstag? Da war das Spiel gerade gefühlte zwei Schluck Pils alt, und schon lag Hannover mit einem Tor und einem Mann hinten. Mame Diouf flog mit Gelb-Rot vom Platz, weil der Schiedsrichter eine Schwalbe des Senegalesen gesehen hatte. Zugegeben, das Schiedsgericht hat es nicht immer leicht auf dem Platz und Dioufs leicht verzögerter Fall sah schon etwas abgehoben aus, aber dennoch hätte man sich etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Und auch für Innenverteidiger Marcelo endete der Arbeitstag im Spiel gegen Hoffenheim früher als gewünscht. Dass er es ganz eilig hatte, den Weg unter die Dusche anzutreten, bewies der Brasilianer dadurch, dass er gar nicht erst den Umweg über eine gelbe Karte nahm. Mit einigen netten Worten in Richtung Unparteiischem sah er glatt Rot und fehlt den 96ern nun für drei Spiele. Dass man das Spiel letztendlich 1:4 verlor, schien im Nachhinein niemanden zu stören. Zu sehr hatte sich die Stimmung gegen den unglücklich agierenden Schiedsrichter hochgeschaukelt.

Den Nimbus eingebüßt

Hannover 96 hatte also erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verloren. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit im heimischen Stadion ist damit gebrochen. Nach der ansehnlichen Leistung beim Auswärtsspiel in Dortmund hatte in den Reihen der Fans wohl niemand mit einem solch ernüchternden Ergebnis gerechnet. Doch Fakt ist, dass das Team von Mirko Slomka aus den letzten fünf Partien gerade einmal einem Punkt mitnehmen konnte. Hannover 96 befindet sich in einer Abwärtsspirale und muss nun morgen beim Auswärtsspiel in Bremen zeigen, dass es so nicht weitergehen soll, obwohl es bislang in dieser Spielzeit für 96 in der Fremde nur Niederlage setzte. Leider war bei Werder Bremen in den letzten zehn Jahren nicht viel zu holen. Gerade einmal einen Sieg konnten die Roten einfahren, das war im Jahre 2003, als noch ein gewisser Fredi Bobic für Hannover auf Torejagd ging.

Die Zeiten ändern sich

Doch wenn wir schon über 2003 reden, dann muss man daran erinnern, dass Hannover 96 damals als frischgebackener Aufsteiger noch in den tiefsten Niederungen der Tabelle rumgurkte. In Bremen hingegen zelebrierte man einen Zauber-Fußball, der 2004 mit der Meisterschaft belohnt wurde. Im Hier und Jetzt sieht die Welt dann doch deutlich anders aus. Bremen steht neuerdings in der Tabelle immer häufiger hinter Hannover. Und während 96 die Europa League als Ziel ausgibt, backt man in Bremen inzwischen kleinere Fisch-Brötchen. Allerdings könnten die Werderaner mit einem Sieg im Nord-Derby wieder an Hannover vorbeiziehen. Bremen brachte es in den letzten fünf Spielen immerhin auf sechs Punkte, auch wenn es letzte Woche beim 0:3 in Wolfsburg eine derbe Packung gab.

Neue Wege beschreiten

An dieser Stelle erwarten die Leser nun normalerweise eine Prognose über den möglichen Ausgang der bevorstehenden Partie. Wird 96 siegen? Wer erzielt die Tore? Gibt es einen auf denn Deckel? Da mein Kollege und ich in den letzten Wochen mit unseren Tipps leider meistens total daneben lagen, möchte ich diesbezüglich neue Wege beschreiten. Ich verlege den Ort der Entscheidungsfindung von meinem Kopf in meine Hände. Genauer gesagt in die meines Control-Pads der Spielkonsole. Den Fußball-Kassenschlager in die Konsole geschoben, noch kurz den Schwierigkeitsgrad auf volle Pulle gestellt, die Mannschaftsaufstellung gewählt und siehe da, es reicht immerhin für einen Punkt: Nach 90 virtuellen Minuten steht es beim Spiel Werder Bremen gegen Hannover 96 1:1. Hannover hat sich auswärts gewohnt schwer getan und verdankt den Punkt einem überragendem Ron-Robert Zieler. Dieses Ergebnis scheint realistisch. Dass 96 jedoch morgen im realen Leben durch einen Fallrückzieher von Jan Schlaudraff in Führung gehen wird, wage ich dann doch zu bezweifeln. Möge das Spiel beginnen…

Sonntag, 3.November 2013, 17.30 Uhr:
SV Werder Bremen – Hannover 96

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