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Und noch ein Derby…

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim Hamburger SV

Für diese Zündeleien im Spiel gegen Braunschweig wird Hannover 96 wohl noch zahlen müssen

Ach wie schön, am Sonntag steht zur Abwechslung mal wieder ein Derby an. Da hatten wir ja zuletzt erst zwei nacheinander von und nun folgt schon wieder eins. Hannover 96 macht den Derby-Hattrick perfekt. Am vorletzten Spieltag gegen Bremen gab es eine Niederlage und am vergangenen folgte gegen „Peine-Ost“ ein Unentschieden. Wäre dies hier nun ein IQ-Test, würde die Aufgabenstellung wohl verlangen, diese Reihe sinnvoll zu komplettieren. Jeder Test-Proband würde sich nun logischerweise auf einen Sieg von Hannover 96 beim Hamburger SV festlegen. Ein 96-Fan hingegen würde sich mit einer gehörigen Portion Selbstironie und viel Fatalismus momentan eher für eine Niederlage entscheiden. Ist ja schließlich ein Auswärtsspiel, das ansteht. Bei einem solchen Test kann ein Fan halt mal auf den einen oder anderen Punkt verzichten, Hannover 96 in der Bundesliga jedoch nicht.

Der eine wie der andere HSV ist in der Krise

Mirko Slomkas Truppe ist seit nunmehr sechs Spielen in der Bundesliga ohne Sieg vom Platz geschlichen. Nach einem durchaus gelungenen Start schien den Roten zuletzt ein wenig die Puste auszugehen, was sich in zwei mickrigen Pünktchen äußerte. Zurzeit steht 96 auf dem elften Rang. Zu wenig, wenn man die eigenen Ansprüche als Maßstab heranzieht, welche eine Teilnahme am europäischen Wettbewerb lautet. Das Wort Krise erhält dieser Tage Einzug in die Berichterstattung über den HSV von der Leine. Doch auch der andere HSV, der von der Elbe, befindet sich momentan in einer solchen. Okay, streng genommen kriselt es an der Elbe seit Jahren Woche für Woche, aber das sei mal dahingestellt. Die Hamburger stehen mit zwölf Zählern auf dem vierzehnten Platz und hinken ihrem eigenen Anspruch noch weiter hinterher als die Roten. Wenn die beiden Mannschaften am Sonntagnachmittag aber den Rasen betreten, kann man in jedem Fall von einem Krisengipfel sprechen.

Das Problem mit den Ansprüchen

In Hannover bleibt man ob der angedichteten Krise gelassen. Das Umfeld ist trotz der hohen Erwartungen noch recht entspannt. Doch bei dem einen oder anderen Spieler scheinen die Ansprüche mittlerweile so hoch zu sein, dass Mittelmaß nicht mehr ausreicht. Mame Diouf, dessen Vertrag ausläuft, wird aller Voraussicht nach 96 im nächsten Jahr verlassen. So kam es neulich zu keinem Gespräch des Vereins mit dem Berater Dioufs, obwohl dieser im Stadion zugegen war. Leon Andreasen, der immer wieder beteuert, dass er sich sehr wohl in Hannover fühlt, wird hier und da mit englischen Vereinen in Verbindung gebracht. Auch sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Und dann wäre da noch 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler, dessen Vertrag zwar nicht ausläuft, der aber aufgrund einer kolportierten Ausstiegsklausel in Höhe von acht Millionen Euro den Verein zum Saisonende verlassen könnte. Speziell den Schalkern sagt man ein gehöriges Interesse am Keeper Hannovers nach. Und na sicher: Zieler muss international spielen, um seine Nationalmannschafts-Ambitionen zu wahren. Manager Dirk Dufner hat also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um nicht gleich drei seiner Leistungsträger zur kommenden Saison zu verlieren.

Das Konsolen-Orakel schlägt zu!

Kommen wir abschließend zum Ausgang des Krisen-Gipfels. Ich habe wie schon beim letzten Auswärtsspiel die Konsole angeschmissen, und versucht, Fortuna auf die Seite der Roten zu holen, indem ich dem Elb-HSV virtuell den Allerwertesten versohle. Dabei habe ich, um den Hanseaten eine Chance zu lassen, sogar den morgen real verletzungsbedingt ausfallenden Rafael van der Vaart auf den Platz gelassen. Es entwickelte sich ein rassiges Spiel, in dem Edgar Prib und Mame Diouf die 96er mit 2:0 in die Halbzeit schossen. Nach dem Seitenwechsel drehten die Hanseaten auf und spielten Christian Schulz ein wenig schwindelig in der Abwehr, was die personifizierte Tormaschine der Rot-Hosen, Pierre-Michel Lasogga, mit einem Doppelpack zur Egalisierung des Spielstands nutzte. Doch bei diesem Unentschieden sollte es nicht bleiben, da in der Schlussphase Diouf und Prib nochmals zuschlugen um sich ebenfalls in die Liste der Doppelpacker an diesem Spieltag einzutragen. Mein Tipp lautet deshalb: 96 ballert den „kleinen“ HSV mit 4:2 in die Elbe und sich selber aus der Krise. Für die Torschützen gebe ich zwar keine Gewähr, aber ein Sieg möge ja vielleicht wahr werden, denn nicht nur derbytechnisch sind ja aller guten Dinge bekanntlich drei…

Sonntag, 24.November 2013, 15.30 Uhr:
Hamburger SV – Hannover 96

(Foto: Marcel Seniw)

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