- langeleine.de – Das Online-Journal für Hannover - http://www.langeleine.de -

In der Krise

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Sorgenfalten vor dem Kellerduell: Trainer Mirko Slomka möchte mit seinem Team den fortgesetzten Negativ-Trend stoppen

Nach dem verlorenen Krisengipfel beim Hamburger SV blickte man nach dem Abpfiff in ratlose Gesichter bei Hannover 96. Ob Trainer, Spieler oder Fans – derzeit hängen die Köpfe. Der teuerste Kader in der Vereinsgeschichte von Hannover 96 dümpelt in Regionen der Tabelle herum, mit denen vor der Saison nicht mehr ernsthaft gerechnet wurde. Die Vereinsführung hatte offensiv das Ziel ausgegeben, im nächsten Jahr wieder international vertreten sein zu wollen. Doch angesichts des anhaltenden Negativ-Trends, der sich aus inzwischen sieben Spielen in Folge ohne Sieg und sechs Pleiten aus den letzten sechs Auswärtspartien zusammenfügt, hat ein Umdenken eingesetzt. Für die letzten vier Partien der Hinrunde hat man sich ein Zwischenziel gesetzt und möchte wenigstens noch den Anschluss an die oberen Tabellenregionen wiederherstellen. Ein Zwischenziel, das eher wie eine Deadline anmutet.

Ultimatum als letzte Reißleine?

Wenn ein Fußball-Verein in eine Krise gerät, dann rollen meistens auch Köpfe. Das schwächste Glied in der Kette wird dabei so gut wie immer beim Trainer ausgemacht. Sobald eine Mannschaft schlecht spielt oder hinter den Erwartungen zurück bleibt, wird der Trainer in Frage gestellt und in den meisten Fällen auch entlassen. Im Vorfeld einer Beurlaubung stehen zumeist noch Treueschwüre von oberster Etage, dass man voll hinter dem Trainer und seiner Arbeit stehe und der Coach auch beim nächste Spiel auf der Bank sitzen werde. Hat das Team dann immer noch keinen Erfolg, kommt es meistens zu einem Ultimatum, häufig unter dem Motto: „Hol aus den nächsten vier Spielen sechs Punkte, dann darfst Du bleiben!“ Interessant ist, dass man nach der letzten Partie genau diese Treueschwüre von Seiten der Verantwortlichen bei Hannover 96 zu hören bekam. Genau sechs Punkte aus den letzten vier Partien lautet folgerichtig die Vorgabe. Zum Jahresende soll wenigstens die 20-Punkte-Marke erreicht werden. Ist dies schon ein Ultimatum? Wahrscheinlich ist in jedem Fall: Sollten es am Ende der Hinrunde weniger Punkte sein, dann könnte dies gleichbedeutend mit dem Ende der Ära Slomka sein.

Zu früh für ein Resümee

In der üblichen Berichterstattung liest man an dieser Stelle meistens, dass Mirko Slomka das Team vor knapp vier Jahren auf dem Tiefpunkt übernahm, vor dem Abstieg bewahrte und dann zwei Jahre in Folge bis nach Europa führte und so weiter. Für ein solches Resümee ist es meines Erachtens noch zu früh. Klar scheint aber irgendwie auch: Hätte Mirko Slomka nicht die erwähnten Erfolge gefeiert und nicht gleichzeitig auch für den größten wirtschaftlichen Erfolg – die zweimalige Teilnahme am europäischen Wettbewerb – gesorgt, dann hätte er diese mögliche Galgenfrist nvermutlich gar nicht mehr bekommen und ich würde sehr wohl ein Resümee ziehen müssen. Aber noch ist Slomka im Amt – und wer weiß, vielleicht kann er zusammen mit der Mannschaft das Ruder noch einmal herumreißen.

Nach dem Krisengipfel folgt das Kellerduell

Das Restprogramm für Hannover 96 bietet schlagbare Gegner aus Stuttgart, Nürnberg und Freiburg, doch am morgigen Sonntag kommt es zunächst einmal zum Duell mit der Eintracht aus Frankfurt. Die Frankfurter treten in Hannover zum Kellerduell an und weisen mit acht Spielen ohne Sieg eine noch miesere Serie auf als die Roten. Was bei der Eintracht bisher in der Bundesliga nicht gelang, funktionierte dafür aber immerhin in Europa, wo die Hessen dank des Sieges in Bordeaux überwintern werden. Ob hierbei die Beine lahm oder die Köpfe frei gespielt worden sind, bleibt abzuwarten. Für Sympathieträger Slomka wäre ein angeschlagener Gegner jedenfalls zu wünschen, denn Slomka ist abzunehmen, wenn er sagt: „Ich leide wie jeder Fan in Hannover“. Die Wahrheit aber liegt auf dem Rasen. Und auf diesem könnte schon am Sonntag mehr auf dem Spiel stehen als nur die üblichen drei Punkte.

Sonntag, 1.Dezember 2013, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – Eintracht Frankfurt

(Foto: Wikipedia)

[1]
Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed [2]!