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Am Scheideweg

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg

Hannover 96 muss morgen unbedingt gewinnen. Gut, dass der Gegner aus Nürnberg gar nicht mehr weiß, wie selbiges geht

Keine Frage: Die Hinrunde der Bundesliga-Saison 2013/14 hatte sich Hannover 96 anders vorgestellt. War der Saisonauftakt mit den Heimsiegen gegen den VFL Wolfsburg, Schalke 04 und Mainz 05 noch ziemlich vielversprechend, wurde bald deutlich, dass die Mannschaft von Mirko Slomka über ein Auswärtsproblem verfügt. Gingen die ersten Spiele in Mönchengladbach, München und Leverkusen noch recht sang- und klanglos verloren, folgte beim Vizemeister in Dortmund das beste Auswärtsspiel der bisherigen Saison: 96 zeigte sich ebenbürtig – und unterlag dennoch 0:1. Dann aber kam das Spiel, das möglicherweise den größten Bruch bedeutete und in der Folge für viel Verunsischerung im Team sorgte. Beim 1:4 gegen 1899 Hoffenheim erlitten die Roten nicht nur die erste Heimniederlage der Saison, sondern haderten so sehr mit der unglücklichen Schiedsrichterleistung, dass sie sich zu zahlreichen Undiszipliniertheiten hinreißen ließen.

Ein mentales Problem

Seit jenem Match im Oktober agieren die Spieler von Hannover 96 weit unter ihren Möglichkeiten und präsentieren sich – zumindest mental – wie ein Absteiger. Mit Ausnahme des 2:0-Sieges gegen schwache Frankfurter gingen alle folgenden Spiele verloren – das jämmerliche 0:0 im lang ersehnten Derby gegen Eintracht Braunschweig einmal mitgezählt. Und nicht nur das: Sowohl beim Hamburger SV als auch bei Werder Bremen und dem VFB Stuttgart verspielte das Team eine eigene Führung, um schließlich in der zweiten Halbzeit einzubrechen und durch unnötige bis selbstverschuldete Gegentore als Verlierer vom Platz zu gehen.

Die Lockerheit fehlt

Nun ist guter Rat teuer. Während die einen dem Trainer die Schuld an der Misere geben und die Entlassung von Mirko Slomka fordern, sehen die anderen in der Verletzungsserie bei den Roten eine der Hauptursachen für den Absturz der Mannschaft. Fakt ist, dass derzeit Spiele verloren werden, die Hannover 96 vor ein bis zwei Jahren gewonnen hätte. Und zwar locker. Doch diese Lockerheit ist abhanden gekommen. Und das liegt auch an den vielen personellen Wechseln im Team. Diverse neue Spieler verschiedenster Nationalitäten hatten noch kaum Zeit zum Einspielen, da sie Woche für Woche in neuer Konstallation aufs Feld geschickt werden. Führungsspieler, die das Ruder rumreißen könnten, wurden vor der Saison verabschiedet (Pinto), sind langzeitverletzt (Cherundolo), immer wieder nicht wirklich fit (Stindl) oder zurzeit völlig außer Form (Andreasen).

Hoffen auf die Winterpause

Es ist eindeutig, dass die Mannschaft Ruhe benötigt. Ein Trainerwechsel könnte zu noch mehr Verunsicherung führen und ist sicher kein Allheilmittel. Trotzdem sollten die zum Teil katastrophalen Ergebnisse und auch die nicht gerade glückliche Personalpolitik in der Winterpause in Ruhe analysiert werden, um Konsequenzen zu ziehen. Bis dahin sollte das Team sich durchkämpfen – und möglichst noch ein paar Punkte holen. Gut, dass der heutige Gegner der 1.FC Nürnberg ist. Denn die Mannschaft aus Bayern zeigte sich in der gesamten Hinrunde so harmlos, dass sie überhaupt noch kein Spiel gewonnen hat. Sollte 96 auch dieses Spiel nicht gewinnen können, brennt mit Sicherheit der Baum in Hannover. Hoffen wir darauf, dass die Truppe von Mirko Slomka die Ruhe vorzieht.

Samstag, 14. Dezember, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – 1.FC Nürnberg

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