Volkmar Joswig
11. November 2007

Michael Sadler sagt „leise Servus“

Abschied: Zum letzten Mal ist die kanadische Rockband Saga mit ihrem Sänger auf Tour – Volkmar Joswig war in Oldenburg dabei

Frenetischer Jubel, als Michael Sadler kurz nach 22 Uhr auftritt und die Bühne für Saga in neuem Licht erstrahlt, um die zahlreichen Fans im Oldenburger Staatstheater zu begeistern. Die norddeutschen Fans wissen, dass es wahrscheinlich das letzte Mal ist, dass sie den Sänger mit der kanadischen Rocklegende live erleben können. „Man muss auch loslassen können“, sagt Sadler. „Gerne sind wir wieder zum Konzert in unser Wohnzimmer im Oldenburger Staatstheater gekommen. Besonders die familiäre Atmosphäre und die Nähe zum Publikum gefällt uns hier.“

Michael Sadler mit Saga, live in Oldenburg

Michael Sadler mit Saga, live in Oldenburg

Dankeschön an die Fans

Für den in Kalifornien lebenden Musiker gehört zum Loslassen auch, nochmals an den Orten zu spielen, die in besonders guter Erinnerung geblieben sind. „Es ist auch weniger eine Abschiedstour, sondern eher ein Dankeschön an unsere treuen Anhänger“, erklärt Sadler. „Die Fans hatten auf unserer Website Wunschlisten von Songs erstellt, die wir anlässlich dieser Tour spielen sollten. Daraus haben wir dann einen Teil des ‚Line ups‘ gewählt.“

Wahnsinns-Stimmung

Zu den emotionalen Höhepunkten in der langen Karriere des 53-Jährigen gehörten unter anderem das Festival „Rock am Ring“ und ein Konzert im Baseballstadion in Puerto Rico vor über 100.000 Besuchern. „In Puerto Rico erlebten wir mit der Band eine wahnsinnige Stimmung. Permanent feierten die Leute Party während des Konzerts“, blickt Sadler schmunzelnd zurück. Der Musiker, der unter anderem acht Jahre in Saarbrücken gelebt hat, schätzt auch das deutsche Publikum ganz besonders.

Michael Sadler

Möchte sich nach 30 Jahren Musiker-Leben der Familie widmen: Michael Sadler

Abschiedstournee

Im niedersächsischen Worpswede begannen Saga ihre europäische Abschiedtournee, in München wird sie im Dezember beendet. Danach verlässt Michael Sadler die Band aus persönlichen Gründen. „In den letzten 30 Jahren habe ich mich ausschließlich meiner Karriere gewidmet, nun möchte ich mich mehr meiner Familie widmen, dabei sein, wenn meine Kinder aufwachsen“, so Sadler. „Wie es mit Saga weitergeht, weiß ich nicht. Ein neuer Sänger allerdings sollte mich nicht klonen, sondern seinen ganz eigenen Stil rüberbringen.“

Ausdrucksstarke Bühnenpräsenz

„10.000 Days“ heißt das Motto von Sadlers letzter großer Tour mit Saga. Das Programm ist ein Querschnitt aus 30 Jahren Bandgeschichte. Neben dem Sänger stehen die Brüder Jim Chrichton (Bass) und Ian Crichton (Gitarre) sowie Jim Gilmour (Keyboards) und Chris Southerland (Schlagzeug) auf der Bühne. Saga gestaltet das zweistündige Programm mit einem geschickten Mix aus neuen und alten Songs. Energiegeladen zeigt sich Michael Sadler vor allem durch seine ausdruckstarke Bühnenpräsenz und seine einmalige Stimme, getragen von der erstklassigen Akustik im Staatstheater Oldenburg.

Opulentes Rockspektakel

Über die gesamte Dauer des Konzertes wirkt Sadler durch die virtuose Choreografie geradezu leichtfüßig während der schnellen Wechsel zwischen seinen Rollen als Frontman, Bassist und Keyboardspieler. Den größten Beifall erhalten Saga für ihre Hits „On The Loose“, „Wind Him Up“, „Worlds Apart“, „The Flyer“ und „Humble Stance“. Diese Titel wirken ganz und gar nicht wie Songs aus vergangenen Poptagen, sondern eher wie Rädchen in einem zeitgemäßen und opulenten Rock-Spektakel.

(Fotos: Volkmar Joswig)

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Kategorien: Musik

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