Jörg Smotlacha & Henning Chadde
21. Januar 2014

„Die Menschen sind hier ein wenig komisch“

Der Münsteraner Autor und Slam Poet Andreas Weber kommt übermorgen zum Kulturkiosk von langeleine.de. Ein Gespräch kurz vor dem Auftritt

Macht sich selber rund und schreibt darüber: Andreas Weber mit dem Ergebnis seiner Recherche

langeleine.de: Andreas, zu Beginn an Dich als gestandenen Autoren, Literaturveranstalter und Sohn eine offene Frage zum Lockerwerden: Mutter rockt, weil…?

Andreas Weber: …niemand sonst so besorgt ist, ob ich mich auch warm genug angezogen habe.

ll: Mit der Kurzgeschichten-Sammlung „Herr Weber auf Safari“ ist soeben Dein drittes Buch erschienen. Ein Werk, in dem Du unter anderem humorvoll mit Deiner Mutter, Deiner Familie und dem überaus kleinbürgerlichen Umfeld, in dem Du aufgewachsen bist, aufräumst. Das klingt schon mal ziemlich rockig. Ist es das auch oder wolltest Du Dir Deine Vergangenheit einfach nur gründlich von der Seele schreiben?

Weber: Meine Familie ist viel langweiliger, als es den Anschein macht. Meine Mutter ist eigentlich ein ganz liebes Mädchen. Aber es ist wunderbar, sie zu karikieren, und ein wenig findet jeder seine Mutter, die Familie und die böse Kindheit in den Texten wieder. Das wünsche ich mir auf jeden Fall.

ll: Wo und wie findest Du neben Deinen Familien-Erlebnissen neue Eindrücke und Ideen für Deine Texte?

Weber: Wenn man in Münster und dem Münsterland aufwächst, liegt hinter jedem Dorf eine Geschichte oder ein toter Hund begraben.

Ein ganz schöner Fuchs: Andreas Weber

ll: Ein handelsüblicher Schreib-Tag sieht bei Dir wie aus?

Weber: Ich sitze vor einem leeren Blatt Papier und male irgendwann Blümchen und Kühe drauf. Später schmeiß ich das Blatt weg und setze mich schlecht gelaunt ans Fenster und verfluche mein Schicksal und die Welt. Wenn ich mich selber so richtig rund gemacht habe, schreibe ich drüber.

ll: Du bist ja bundesweit viel auf Bühnen unterwegs. Was war Dein geilster Auftritt bisher?

Weber: Einmal kneteten mehrere Damen meine Ohrläppchen, während ein Mops mir die Zehen leckte. Ich musste dauernd lachen, weil ich sehr kitzlig bin. Das Publikum fand das auch sehr lustig und ein älterer Herr sagte mir nach der Vorstellung, dass ich ein ganz schöner Fuchs wäre. Das hat mich sehr glücklich gemacht, da ich Füchse liebe.

ll: Wo siehst Du Dich mit Deiner Literatur in zehn Jahren?

Weber: In Münster.

ll: Last but not least: Was dürfen unsere Zuschauerinnen und Zuschauer beim Kulturkiosk am 23. Januar von Dir erwarten?

Weber: Rosamunde Pilcher auf Retalin.

Nicht verpassen:

Am Donnerstag, dem 23. Januar, gastiert Andreas Weber beim Kulturkiosk von langeleine.de und liest eine Auswahl seiner besten Kurzgeschichten und Selbstbetrachtungen.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Literatur, Menschen

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