Marcel Seniw
14. März 2014

Es wird Zeit, sich zu belohnen

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin

Wenn Freud und Leid dicht beieinander liegen: Mame Diouf bekommt Nachwuchs und spielt vielleicht nie wieder für Hannover 96

Hallo, Sportsfreunde! Ich bin letzte Woche mal wieder ein bisschen verzweifelt. Da hat Hannover 96 gegen ein angeknocktes Leverkusen einen so schönen Ball gespielt und stand am Ende doch nur mit einem Punkt da. Und was mich besonders ärgerte war mein Tipp! Hätte Elfmeter-Killer Bernd Leno den Strafstoß von Szabolcs Huszti nicht so tadellos pariert, wäre André Hoffmanns Schuss nicht vom Pfosten zurück ins Feld geprallt oder hätte „Rudi“ Rudnevs kurz vor Schluss nach Vorlage von Didier Ya Konan zum zweiten Mal einnetzen können – ein 3:1-Heimsieg und die damit verbundenen drei Punkte wären durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Hätte, wäre, wenn und aber – das Leben ist kein Konjunktiv und der nächste Gegner der Roten wartet schon!

Hertha BSC – nach Aufstieg schon gleich Europa?

Der Gegner beim anstehenden Auswärtsspiel der Hannoveraner heißt Hertha BSC Berlin. Und die Mannschaft des niederländischen Trainers Jos Luhukay spielt eine famose Aufstiegssaison. Der Hauptstadtklub hat derzeit immerhin 36 Zähler zu Buche stehen – und ist aller Abstiegssorgen bereits ledig. In Berlin schielt man mit einem Auge sogar noch nach Höherem. Die Rede ist natürlich vom Europa-Pokal. Schließlich sind es gerade einmal zwei Punkte bis zu den sechstplatzierten Augsburgern. Als Aufsteiger direkt nach Europa – die Frankfurter Eintracht steht für diese Idee Pate, immerhin ist den Hessen dieses Kunststück im letzten Jahr geglückt. Doch Luhukay tritt auf die Euphorie-Bremse. Wenn man gegen Hannover gewinne und den gegenwärtigen „Heimfluch“ brechen könne, dann dürfe man trotz des kommenden Programms das Saisonziel nach oben korrigieren. Derzeit sei seine Mannschaft allerdings „geschwächt“. Daher geht der Trainer nicht davon aus, dass die Hertha bis zum letzten Spieltag an den oberen Rängen dranbleiben könne. Den Berlinern werden beim morgigen Match fünf Spieler nicht zur Verfügung stehen, darunter vier Leistungsträger.

96-Trainer Tayfun Korkut will Erfolgserlebnis

Hannover 96 hat eine noch immer eine miserable Auswärtsbilanz. Gerade einmal vier Punkte wurden in der Fremde geholt. Tayfun Korkut, der diese Punkte im Gegensatz zu seinem Vorgänger immerhin verantwortet hat, ist guter Dinge, dass morgen in Berlin weitere Zähler dazu kommen. Während der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel noch damit haderte, dass man sich gegen Leverkusen nicht entscheidend durchsetzen konnte, wurde er nicht müde zu betonen, dass er spüre, dass sich die Mannschaft jetzt auch belohnen wolle. Nach fünf sieglosen Spielen sei es an der Zeit dazu, „vor allem, wenn man schaut, wie wir im Moment auch Fußball spielen“, so der 39-Jährige. In Berlin wolle die Mannschaft morgen „nicht nur ein gutes Spiel abliefern, sondern auch ein erfolgreiches Spiel“. Angst vor Berlins Top-Torjäger Adrian Ramos hat der Übungsleiter dabei keine, da auch Leverkusen „richtig gute Leute vorne drin“ hatte und diese dank einer geschlossenen Mannschaftsarbeit defensiv sehr gut kontrolliert worden seien.

Freud und Leid

Dass Freud und Leid manchmal sehr nahe beieinander liegen, verdeutlicht einmal mehr Stürmer Mame Diouf. Der Senegalese wird für den Rest der Saison ausfallen. Im Spiel gegen Bayer 04 hatte er sich in einem harmlos wirkenden Zweikampf das Schultergelenk ausgerenkt. Diese Verletzung wurde inzwischen operiert und zieht eine mehrmonatige Pause nach sich. Nun gab Präsident Martin Kind in der Neuen Presse bekannt, dass Dioufs Berater signalisierte, dass sich Hannover keine Hoffnungen auf einen Verbleib des Top-Torjägers machen solle. Leid ohne Ende. Und trotzdem sollte man sich mit Hannovers bestem Torjäger der letzten Jahre freuen. Der Senegalese und seine Frau haben Nachwuchs erhalten. Pech im Spiel – Glück in der Liebe. Ich wünsche Diouf eine schnelle Heilung und ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft. Aber zurück zum Spiel: Hertha wird trotz der vielen Verletzungen alles dran setzen, den ersten Heimsieg in diesem Jahr einzuheimsen. Hannover wird eine ordentliche Portion Wut aus den vergeigten Großchancen gegen Leverkusen entgegensetzen. Mein Tipp lautet daher diese Woche: Auswärtssieg! Hannover wird die Punkte mit einem 2:1-Sieg mit nach Niedersachsen nehmen.

Samstag, 15. März 2014, 15.30 Uhr:
Hertha BSC Berlin – Hannover 96

(Foto: Wikipedia)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports

Kommentiere diesen Artikel