Jörg Smotlacha
29. März 2014

Das Gespenst

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Werder Bremen

Könnte den Platz des rotgesperrten Manuel Schmiedebach einnehmen: Salif Sané

Ein Gespenst geht um in Hannover… Keine Frage: Man muss dieser Tage kein unverbesserlicher Pessimist sein, um zu konstatieren, dass Hannover 96 in dieser Bundesliga-Spielzeit noch in allergrößte Abstiegsgefahr geraten könnte. War die Mannschaft nach einer eher saftlosen Hinserie unter Mirko Slomka zu Beginn des Jahres unter dem neuen Coach Tayfun Korkut noch mit zwei effizient herausgespielten 3:1-Siegen gegen den VFL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach gestartet und schien sich so aller Sorgen entledigt zu haben, muss man spätestens nach der unbefriedigenden 1:3-Niederlage in Hoffenheim in der Tabelle ganz nach unten schauen.

Nur noch schwere Gegner

Auch keinen Grund zur Entwarnung bietet die Tatsache, dass 96 es für den Rest der Saison nur noch mit Gegnern aus der unteren Tabellenhälfte zu tun bekommen wird. Werder Bremen, Eintracht Braunschweig, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt, VFB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und SC Freiburg – so heißen die letzten sieben Kontrahenten dieser Spielzeit, und sie alle werden bis zum letzten Grashalm selbst um den Klassenerhalt kämpfen. Grund genug, dass die Mannschaft von Korkut diesen Kampf annimmt. In Hoffenheim aber – und das ist das Fazit des letzten Spiels – agierten die Roten zumindest in der zweiten Halbzeit eher nach dem Motto: „Wenn wir hier heute nicht gewinnen können, dann gewinnen eben die anderen…“

Bremen ist weit entfernt von alter Stärke

Der heutige Gegner Werder Bremen kommt da eigentlich gerade recht. Denn die Bremer, die mit Hannover 96 punktgleich sind, haben momentan ein Team, dass weit entfernt von alter Stärke ist und in dieser Saison weitestgehend harmlos blieb. Da Hannover 96 die letzten drei Aufeinandertreffen mit Werder im heimischen Stadion mit 4:1, 3:2 und 3:2 für sich entscheiden konnte, könnten Szabolcs Huszti und Co. mit breiter Brust auflaufen und die Bremer in ihre Schranken weisen. Doch bleibt Vorsicht geboten: Hannovers Sturm ist ohne den verletzten Mame Diouf derzeit leider nur ein laues Lüftchen, und ob die verbliebenen Offensivspieler heute die Nerven bewahren, auch wenn es Rückschläge geben sollte, ist abzuwarten.

Husztis Erinnerungen

Immerhin hat zumindest Mittelfeld-As Szabolcs Huszti eine ganz besondere Beziehung zu den Bremern. Beim 3:2-Sieg in der Saison 2012/13 erzielte er in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer, zog sich das Trikot aus und rannte zum Jubeln in die Fankurve. Schiedsrichter Deniz Aytekin kannte keinen Spaß und zeigte dem Ungarn die gelbe und die gelbrote Karte gleichzeitig. Heute könnte Huszti alles dransetzen, dieses Spektakel ohne Platzverweis zu wiederholen. Nicht helfen wird an seiner Seite Manuel Schmiedebach, der seinerseits letzte Woche des Feldes verwiesen wurde. Ihn könnte im defensiven Mittelfeld Salif Sané vertreten, der wieder Anschluss an das Team gefunden hat. Ob Jan Schlaudraff erstmals seit langem von Beginn an neben Artjoms Rudnevs stürmt, ließ Trainer Tayfun Korkut offen.

Sonntag, 30. März 2014, 17.30 Uhr:
Hannover 96 – Werder Bremen

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Sports

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