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Mit VoluNation in Ghana

Vier Wochen lang arbeitete Dominik Reinisch aus Hannover als Freiwilliger in Ghana. Heute berichtet der 29-Jährige über seine Arbeit an einer Schule und einem Waisenhaus in Tamale

„Die Schülerinnen sind sehr wissbegierig“: Dominik Reinisch an der Mädchenschule in Tamale

Die meisten Kinder waren neugierig, andere zunächst ein wenig skeptisch. Einen Mann mit so vielen Haaren im Gesicht hatten die kleinen Schützlinge des Kinderheims der nordghanaischen Stadt Tamale noch nie gesehen. „Fast alle wollten meinen Bart anfassen“, erinnert sich der Hannoveraner Dominik Reinisch, der sich einen Monat lang in dem westafrikanischen Land sozial engagiert hat. Vormittags unterstützte er die Lehrer einer Mädchenschule im Mathe- und Englisch-Unterricht, nachmittags half er in einem Kinderheim. Sein Wunschprojekt fand er im Internet bei der Freiwilligenorganisation VoluNation [1]. Ein typischer Tag begann morgens spätestens um kurz nach sieben, wenn der Hahn in der Nachbarschaft erwachte. Nach dem Frühstück machte Reinisch sich mit anderen Freiwilligen, mit denen er gemeinsam in einer Gastfamilie wohnte, zu Fuß auf den Weg in die nahegelegene Mädchenschule. Bei ihrer Ankunft standen die Schülerinnen bereits vollzählig auf dem Schulhof, da jeder Schultag mit einem gemeinsamen Lied begann. Erst danach ging es in die Klassenräume.

Bleibt Ghana auch nach seiner Rückkehr vom Freiwilligendienst verbunden: Dominik Reinisch

Unterricht auf Englisch

Zu Beginn seiner Freiwilligenarbeit assistierte Reinisch den Lehrern, half bei der Lösung von Aufgaben oder übte mit den Schülerinnen im Englisch-Unterricht die richtige Aussprache. Später übernahm er selbstständig ganze Unterrichtseinheiten. Der Wissensstand der Schülerinnen war dabei sehr unterschiedlich. „Es gab zwölf- bis dreizehnjährige Mädchen, die kaum lesen und schreiben konnten“, berichtet er. Dass Mädchen eine Schule besuchen, ist in Ghana noch keine Selbstverständlichkeit. „An manchen Tagen kamen einige Mädchen überhaupt nicht, weil in der Familie Waschtag war.“ Mit umso größerer Begeisterung nahmen sie an den übrigen Tagen am Unterricht teil, der komplett auf Englisch durchgeführt wurde. „Wenn die Kinder etwas nicht verstanden haben, übersetzten es die Lehrer. Die Schülerinnen sind sehr wissbegierig.“

Nachmittags Betreuung im Kinderheim

Nach dem Schulunterricht und einer Mittagspause fuhr Dominik Reinisch in ein Kinderheim am anderen Ende der Stadt: „Dort leben 26 Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen.“ Betreut werden sie von zwei Angestellten, die sich um die Versorgung der Kinder kümmern, aber so gut wie keine Zeit haben, mit den Kindern zu spielen. Das ist Aufgabe der Freiwilligen. „Die meisten wollen auf den Arm genommen werden und sind sehr anhänglich“, erzählt Reinisch. Nach dem Spielen und Waschen der Kinder halfen die Freiwilligen beim Abendbrot und fütterten die Allerkleinsten. Meist gab es das westafrikanische Traditionsgericht Fufu – Klöße aus Maniokmehl, die mit einer Soße gegessen werden. Nach dem Essen endete der Arbeitstag. Abends wurden dann noch Wochenendpläne geschmiedet. Dabei durfte ein Besuch in Ghanas größtem und ältestem Naturreservat unweit Tamales nicht fehlen. „Antilopen, jede Menge Affen und Büffel haben wir gesehen“, erinnert sich Reinisch. Nur Elefanten ließen sich an diesem Tag im Mole Nationalpark nicht blicken.

Computer-Spende vom Arbeitgeber

Für Dominik Reinisch war das Engagement für seine Schülerinnen nach der Rückkehr aus Ghana nicht abgeschlossen. Da an der Schule in Tamale dringend Computer benötigt wurden, sprach er als Angestellter einer IT-Firma seinen Chef an und bekam mehrere Notebooks als Spende, die von einer anderen Freiwilligen bei VoluNation zu Beginn des Jahres nach Ghana mitgenommen und der Schule übergeben wurden. „Das war eine schöne Aktion“, freut er sich.

Über VoluNation

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an.

weitere Infos:
www.volunation.com [1]

(Fotos: Pressefotos/VoluNation)

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