Jörg Smotlacha
26. Mai 2014

Auf der Überholspur

Das Verhör: „After Prime Time Revolution“ von One Strike Left

Voller Spielfreude: One Strike Left, „After Prime Time Revolution“, CD-Cover“

Der eröffnende Titeltrack beginnt mit einem mehrstimmigen, beinahe enthusiastischen Chor – überhaupt wird mit Hilfe von Chören und Gastsängern viel Wert auf die Vocals gelegt -, die Verstärker sind voll aufgedreht und die Songs selten länger als zweieinhalb Minuten. Keine Frage: One Strike Left begeben sich auf ihrem Debüt-Album „After Prime Time Revolution“ gleich direkt auf die Überholspur. Das hannoversche Quintett, das bereits seit 2006 quer durch die Republik reist und bei mehr als 100 Shows unter anderem als Opener für Acts wie Ignite, Against Me!, Verse, 5Bugs oder Failsafe auf der Bühne stand, zeigt auf seinem ersten Longplayer, worin die Essenz seiner Musik liegt: In Punkrock und Hardcore, der mit viel Spielfreude und Selbstironie durch den Mixer gedreht wird, ohne Angst vor Genregrenzen.

Die Texte von One Strike Left handeln dabei von viel Frust und Gesellschaftskritik, sind jedoch voller Humor und Augenzwinkern, und man hört der Band jederzeit ihre unbändige Energie an. Doch während das musikalische Konzept auf „Prime Time Revolution“ durch seinen Abwechslungsreichtum punktet, sorgt der etwas dünne Sound, der insbesondere die Gitarren ein wenig untergehen lässt, für ein paar Abstriche. Der Punkrock-Party tut dies aber keinen großen Abbruch, denn One Strike Left bleiben, wie eingangs erwähnt, jederzeit auf der Überholspur. Anspieltipps: das schwungvolle „Newtown“, die brutal knüppelnde „Underwater Knife Party“, das eingängige „Worst Best Worst“ und der schön vielschichtige „Inside Track“.

One Strike Left: „After Prime Time Revolution“, CD, 11 Songs, 31:47 min., Klabautermann Records

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Kategorien: Musik

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