Henning Chadde
9. Juni 2014

Burn, baby, burn!

Das Verhör: „Under The Same Sun“ von Cosmic Tribe

Randvoll mit jeder Menge Neo-Hippie-Space-Rock made in Hannover: „Under The Same Sun“, Album-Cover

Hollabolla, Cosmic Tribe haben tatsächlich etwas zu sagen. Beziehungsweise rockmusikalisch mitzuteilen. Versammelt der vierte Longplayer des hannoverschen Heavy Rock-Fünfers rund um Sänger und Fronteisen Olli „Acid Eyes“ Busse doch schlanke 18 Songs in stolzen 66 Minuten. Klar schreit da der geneigte CD-Fan mit Rock-Affinität zunächst einmal „Geil! Hier kriechste amtlich wat für Deine schwer verdienten Mäuse!“ Dennoch liegt aber genau in dieser sicherlich gut gemeinten, aber doch auch irgendwie gnadenlosen Ausnutzung der Ressourcen leider auch die Schwäche des „Under The Same Sun“ betitelten Albums – es wirkt schlichtweg übermotiviert. Das muss leider vorweg gesagt werden, fällt der auf den Spannungsbogen-Punkt gebrachte Überblick über das Werk und die einzelnen Songs im gegenseitigen Kontext doch denkbar schwer. Dabei finden sich auf „Under The Same Sun“ eigentlich keine Ausfälle im klassischen Sinne. Die meisten Songs sind für sich genommen stimmig, zumeist mit ordentlich Wumms und Riffing, schielen dabei gekonnt unverholen nach dem großen Pathos und der ebenso großen hymnischen Melodie und machen keinen Hehl daraus: Das hier dürfte nach dem Wunsch der Band dereinst ruhig einmal richtig „Stadion“ werden.

Sicher darf es das, wenn das Musik-Business doch einmal nur gerecht wäre. Gelten Cosmic Tribe in der hannoverschen Rock-Szene doch seit jeher als unermüdliche Arbeitstiere, die seit ihrer Gründung im Jahre 2000 stoisch überzeugt an ihrem eigenen, selbsternannten „Neo-Hippie-Space-Rock“ arbeiten und ihn kontinuierlich weiterentwickelt haben. Gerne auch in Richtung Massentauglichkeit und feiste Rock-Geste, ohne dabei die alten Grunge- und Stoner-Wurzeln gänzlich außer acht zu lassen. Hier spielen der titelgebende Marschier-Stomper „Under The Same Sun“, der relaxed schiebende Groover „Alien Lover“, das hitzige „Boomtown Hysteria“, die folgende Druck-Ballade „Rebel Heart“ und der epische Riff-Rocker „Child Of The Sun“ in einer kompakt stimmigen Liga, die erweitert um maximal sieben Songs eine absolut runde Sache abgegeben hätte. Gerade, weil eine fokussiertere Zusammenstellung der Songs nach dem selbstbewusstem Prinzip „weniger ist mehr“ sicherlich auch alle augenzwinkernd anvisierten Stadiongänger in spé neugierig auf weiteres Mateial hinterlassen hätte. Und hey: Zwölf Songs in der ersten Rutsche – und die verbliebenen sechs leicht zeitverschoben als schmucke EP nachgeschoben? This keeps the fire burning, men! Denn dass es brennt und die Band für das, was sie tut, absolut in Flammen steht, das wissen und beweisen Cosmic Tribe vor allem live seit jeher wie nur wenige. In diesem Sinne: Jungs, ein ordentliches Rock-Feuer löscht man am Besten immer noch mit jeder Menge Benzin. Sorgt das doch nicht nur allein für standesgemäße Hitze und Explosionen, sondern schafft auch reichlich Platz für fruchtbare Klarheit. Denn es räumt schließlich alles Überflüssige straight aus dem Weg.

Cosmic Tribe: „Under The Same Sun“, CD, 18 Songs, 66:33 min., Artist Station/Soulfood

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Musik

Kommentiere diesen Artikel