Jörg Smotlacha
25. August 2014

Der Rest der Getränke

Das Verhör: „Leave It All Behind Sessions“ von The Flying Eyes

Ungewohnt akustisch: „Leave It All Behind Sessions“ von The Flying Eyes, CD-Cover

Blues Harp, Mundharmonika, Akustik-Gitarre und Lagerfeuer-Songs: Das hatte man nicht unbedingt von den Flying Eyes erwartet. Klar klang die im amerikanischen Baltimore beheimatete Band schon immer wie eine Relikt aus den hippiesken 1960er- und 1970er-Jahren, doch die ersten Geh-Versuche der blutjungen Band, deren Mitglieder alle ausnahmslos erst Mitte Zwanzig sind, die EPs „Bad Blood“ und „Winter“ sowie die CDs „The Flying Eyes“ und „Done So Wrong“ zogen auch schon einmal Vergleiche mit Danzig, den Doors, den Rolling Stones oder gar Black Sabbath nach sich.

Zuviel der Ehre war dies keinesfalls, denn die Band gibt sich auch auf ihrem neuen Album „Leave It All Behind Sessions“ erstaunlich abgeklärt – nur eben sehr akustisch. Songs wie „Lead Me Blindly“ oder „Stay Awaysind sind so sphärisch wie reduziert und Song-Miniaturen wie der Opener „One“ oder das ebenso schlicht betitelete „Two“ sind kleine Sound-Perlen und gleichzeitig große Musik.

Das alles ist eher Country, Folk und Americana als Stoner oder Psychedelic Rock, doch der Stilwechsel ist kein endgültiger, sondern zeigt einfach nur die andere Seite der Band – diejenige „wenn unter Freunden mit Akustik-Gitarre und Mundharmonika-Begleitung der Rest der Getränke verteilt und getrunken wurde“, wie der Pressetext des Labels verkündet. Mein persönlicher Anspieltipp ist „Fireflies“. In der Ruhe liegt die Kraft.

Flying Eyes: „Leave It All Behind Sessions“, CD, 10 Songs, 31 min., Noisolution

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Kategorien: Musik

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