Marcel Seniw
19. September 2014

Zu Gast in der Weltmetropole…

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SC Paderborn

In Langenhagen geboren, einst bei Hannover 96 zu Hause, nun Erfolgstrainer in Paderborn: André Breitenreiter

Samstagabend. Gerade auf der Heimreise. War schon ein geiler Ausflug heute. Man war mal wieder draußen, mit den Jungs, und hat sich richtig schön die Seele aus dem Leib krakelen können, bei den Ostwestfalen. War zwar nicht Bielefeld, aber der Chorus ging dennoch runter wie Öl. Jetzt noch ein kurzer Stopp an der Tanke kurz vor der Haustür und noch ein Pils mitnehmen! Die drei Punkte aus dem heutigen Spiel waren einfach berauschend und eigentlich muss man nun nur noch das Sandmännchen seiner Arbeit nachgehen lassen. Aber vorher wird noch eins gezoscht – und bei der Wahl des Bieres stellt sich die Frage auch nicht lange: Paderborner!

Ungeschlagener Underdog

Na gut, das Paderborner Pilsener kennen wohl die meisten unter uns nur aus Tankstellen, doch ebenso wenig war vor dieser Saison der SC Paderborn in aller Munde. Doch plötzlich ist alles anders: Der Verein aus der westfälischen Weltmetropole muckt auf. Dem Aufsteiger ist ein guter Start geglückt, er belegt derzeit Platz sechs und ist noch ungeschlagen. Vor allem aber, wird der Verein mit aller Macht versuchen, nicht Braunschweig 2.0 zu werden. Die Ausgangssituation des ungeliebten letztjährigen Aufsteigers ist zwar mit der der Paderborner zu vergleichen, und sicherlich hat so gut wie jeder Experte den SC als Absteiger Nummer eins auf dem Zettel. Doch die Truppe von Trainer André Breitenreiter arbeitet dran, alle Erwartungen zu enttäuschen.

Ein alter Bekannter

Der SC Paderborn hat eine Mannschaft, die gesehen hat, dass man erfolgreich sein kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Der Coach hat viel Sachverstand und eine No-Name-Truppe aus Ostwestfalen in die Bundesliga geführt. Nicht zu vergessen: Schon im DFB-Pokal war eine Breitenreiter-Mannschaft einmal erfolgreich. Der TSV Havelse bezwang 2012 unter seiner Regie in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals den 1.FC Nürnberg. Kompetenz besitzt der Coach also unumstritten. Was will man auch sonst erwarten von einem Pokalhelden von 1992? André Breitenreiter ist natürlich ein guter Bekannter des HSV aus Hannover. Er hat dem Verein viel zu verdanken, wie der Verein ihm. Nach der Slomka-Entlassung hausierte sein Name in allen Medien als Nachfolger, doch der in Langenhagen geborene Breitenreiter blieb beim SCP und Tayfun Korkut wurde 96-Coach. Der Wahrheitsgehalt hinter solchen Gerüchten ist szeneüblich eher als gering einzustufen, aber das nachgesagte Interesse zeigte immerhin, dass Breitenreiter Eindruck hinterlassen hat.

Eine enge Kiste

Eigentlich könnte man in Hannover dieser Tage eine breite Brust haben. Platz drei in der Tabelle. Zwei Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage. Doch bevor man nun wieder in Euphorie verfällt und nun die Champions League als Ziel ausgibt, bleibt man zum Glück gelassen. Und trotzdem möchte 96 den Spirit mitnehmen, der gerade vorhanden ist. Mit etwas Glück und drei Punkten in Paderborn kann sich Hannover 96 ersteinmal in der Tabelle oben festsetzen. Mein Tipp: Korkuts Mannschaft wird in Paderborn mit den drei Punkten im Gepäck nach Hause fahren. 96 gewinnt in einem hart umkämpften Spiel knapp mit 2:1, obwohl André Breitenreiter ob seiner Vergangenheit das System von Hannover 96 wohl sehr gut kennen dürfte.

Samstag, 20. September 2014, 15.30 Uhr:
SC Paderborn – Hannover 96

(Foto: Wikipedia/Northside)

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Kategorien: Sports

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