Jörg Smotlacha
23. September 2014

Zurück in die Spur!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1.FC Köln

Ein zulässiges Fußballfeld ist laut Regeln des DFB zwischen 90 und 120 Meter breit: Warum also nicht gegen den 1. FC Köln mal aus hundert Metern Torentfernung draufhalten?

Es hätte so schön sein können: Beim Spiel in Paderborn hätte Hannover 96 lange Zeit ein einziger Treffer genügt, um erstmals seit dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga die Spitze der Tabelle zu erklimmen. Und die hannoverschen Fußball-Fans hätten sich selbige vermutlich übers Bett genagelt. Stattdessen kam bekanntlich alles ganz anders: Der Aufsteiger SC Paderborn eroberte durch einen 2:0-Sieg gegen die Roten seinerseits vollkommen überraschend die Tabellenspitze. Und als wäre das nicht genug, gelang ausgerechnet Paderborn-Stürmer Moritz Stoppelkamp, einem Spieler der in seinen zwei Saisons bei Hannover 96 kein einziges Tor und auch keine Vorlage vorzuweisen hatte, der Schlusspunkt mit einem Rekord-Treffer aus 82,3 Metern Torentfernung. Zu diesem Zeitpunkt musste der Autor dieser Zeilen zugegebenermaßen lächeln, sind die 96er doch immer wieder für allerlei Skurrilitäten gut – man denke nur an den Eigentor-Rekord beim 3:5 in Mönchengaldbach im Dezember 2009…

Gegner noch ohne Gegentor

Gerade einmal vier Tage nach der vermeidbaren Niederlage in Paderborn gastiert mit dem 1.FC Köln ein weiterer gut in die Saison gestarteter Aufsteiger in Hannover. Und der ist von der Spielanlage durchaus mit dem Überraschungsteam aus Paderborn zu vergleichen: Extrem kompakt und aus einer starken Defensive kommend, lassen die Kölner derzeit nicht viel zu. Tatsächlich vollbrachten sie das ebenfalls rekordverdächtige Kunststück, in vier Spielen ganze dreimal 0:0 zu spielen und immerhin einmal – beim VFB Stuttgart – mit 2:0 zu gewinnen. Keeper Timo Horn musste dementsprechend noch kein einziges Mal hinter sich greifen. Ob das nun ausgerechnet Hannover 96 gelingen kann, ist also durchaus eine ernstzunehmende Frage.

Angespannte Personalsituation

Die Personalsituation bleibt indes durchaus angespannt, denn zu den leider bereits zu Beginn der Saison verletzten Mittelfeld-Motoren Lars Stindl und Edgar Prib gesellen sich nun auch noch beide etatmäßigen Linksverteidiger Miiko Albornoz und Christian Pander sowie der Defensiv-Staubsauger Manuel Schmiedebach, der unter Korkut gerade wieder zu langvermisster Stärke gefunden hatte. Zwar hat auch der Gegner aus Köln Ausfälle zu beklagen – allen voran den des Top-Torjägers und einstigen Nationalspielers Patrick Helmes -, doch dürfte das Personal-Puzzle beim morgigen Flutlichtspiel für Hannovers Trainer TayfunKorkut wesentlich schwieriger zu lösen sein als für seinen Kölner Gegenüber, den Aufstiegstrainer Peter Stöger.

Mit Selbstbewusstsein zum knappen Heimsieg

Und dennoch: Nach dem letztlich durchaus gelungenen Saisonstart sollte das hannoversche Team, das im eigenen Stadion bisher seine alte Heimstärke gegen Schalke 04 und den Hamburger SV bereits wieder unter Beweis stellen konnte und streckenweise auch bereits die neue Handschrift von Korkut erkennen ließ, sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen und selbstbewusst ihre vorhandenen Stärken ausspielen. Dann ist auch ein Tor drin. Nachdem mein Kollege Marcel Seniw an gleicher Stelle vor einer Woche noch mit seinem 2:1-Tipp auf die Nase gefallen ist, tippe ich nun ähnlich vorsichtig, aber gleichwohl optimistisch: Hannover 96 gewinnt durch einen Treffer von Joselu mit 1:0. Es muss ja nicht gleich aus hundert Metern Entfernung sein.

Mittwoch, 24. September 2014, 20 Uhr:
Hannover 96 – 1. FC Köln

(Foto: Wikipedia)

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Kategorien: Sports

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