Marcel Seniw
17. Oktober 2014

Gegen den Bayern-Jäger

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach

Wird seiner Mannschaft heute bei Hannover 96 fehlen: WM-Endspiel-Teilnehmer Christoph Kramer

Hätte 96-Trainer Tayfun Korkut seiner Mannschaft gestattet, nach dem Spiel gegen die Münchner Bayern auf das Oktoberfest zu gehen, dann hätten die Roten vielleicht auf dem Platz eine etwas motiviertere Figur abgegeben. Eine Niederlage war ja quasi schon eingeplant, aber mit der Extra-Weißwurst Oktoberfest als Motivationshilfe hätte sich Hannover vielleicht einen Tick besser präsentiert. Wer weiß. Das ist jetzt aber auch Wurst, denn gegen den FC Bayern kann man auswärts mal verlieren. Leider kommt erschwerend hinzu, dass derzeit kein Team in der Bundesliga schlechter auf des Gegners Rasen ist als Hannover. Zum Glück steht heute immerhin wieder ein Heimspiel an, auch wenn der Gegner kein leichter sein wird.

Gladbach mischt die Bundesliga auf

Mit Borussia Mönchengladbach empfängt Hannover 96 heute das derzeit drittplatzierte Team der Liga. Die Gladbacher konnten bislang schon 13 Punkte sammeln und sind auch auswärts ein ernstzunehmender Gegner. Das Team von Lucien Favre wird dieser Tage häufig mit der legendären Fohlen-Elf aus den 70er-Jahren verglichen. Zu dieser Zeit waren die Gladbacher in ungefähr das, was heutzutage die Dortmunder Borussia ist: Bayern-Jäger Nummer eins. Und selbst wenn man es in Mönchengladbach vielleicht nicht gerne hören wird, dass die Borussia nun als Spitzenteam gehandelt wird, so wird man dennoch stolz auf die Leistungen der vergangenen Jahre sein. Von einem Abstiegskandidaten hat sich die Mannschaft unter Favre zu einem Team entwickelt, das nicht nur momentan in der Europa League mitmischt, sondern dem von Experten gar zugetraut wird, in diesem Jahr gar den Sprung in die Champions League zu schaffen. Darüber hinaus besteht aber auch eine signifikante Parallele zu dem Team der 70er-Jahre: Wieder einmal ist es eine extrem junge Gladbacher Mannschaft, die die Bundesliga aufmischt.

Schulle, Leo und die Weltmeister

Würde bei Hannover 96 morgen nicht Verteidiger Christian Schulz auf dem Platz stehen, wären die Chancen gegen die Gladbacher sicher noch schlechter. In den letzten vier Partien ging Borussia Mönchengladbach drei Mal als Sieger vom Platz. Dazu stellt Gladbach derzeit mit erst vier Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga. Doch Christian Schulz gewann immerhin sieben seiner bisher acht absolvierten Heim-Partien gegen Mönchengladbach. Ein gutes Omen eigentlich. Auch gut: Unter der Woche gelang Deutschlands U21-Nationalelf die Qualifikation zur Europameisterschaft 2015 in Tschechien. Torschütze zum 2:0-Endstand war der eingewechselte Hannoveraner Leonardo Bittencourt. Ebenfalls für Hannover spricht, dass es heute nicht zum Weltmeistertreffen zwischen Ron-Robert Zieler und Christoph Kramer kommen wird. Der WM-Endspiel-Eisenschädel Kramer liegt mit Grippe flach, was den 96ern zu Gute kommen könnte.

Eine enge Kiste

Hannover 96 konnte während der Länderspielpause gut trainieren und dürfte perfekt auf das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach eingestimmt sein. Die Favre-Elf ist aber dennoch ein dicker Brocken, auch wenn 96 sich bisher sehr heimstark zeigte. Beide Seiten respektieren den Gegner jedenfalls, werden aber wohl mit offenem Visier auf Angriff setzen. Das versprechen jedenfalls 49 Tore aus den letzten zwölf Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Zudem muss Hannover forsch agieren, wenn man mit drei weiteren Punkten auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze bleiben möchte. Leider sehe ich da aber einen wirklich starken Gegner auf Hannover 96 zukommen. Deshalb wird es zwar eine torreiche Partie geben, aber keinen Sieger. Mein Tipp: Das Spiel wird mit einem 2:2-Remis enden.

Samstag, 18. Oktober 2014, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – Borussia Mönchengladbach

(Foto: Danilo Borges/copa2014.gov.br/Licença Creative Commons Atribuição 3.0 Brasil)

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Kategorien: Sports

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