Claudia Nowak
29. Oktober 2014

Ein Kreis mit vielen Gesichtern

Anika Botka malt seit ihrem dritten Lebensjahr. Jetzt sollen auch andere von ihrer Leidenschaft erfahren. Vor allem Mandalas haben es der Künstlerin angetan. Ein Portrait

Ohne Schablone, dafür mit viel Feingefühl: Anika Botka beim Malen eines Mandalas

Zu sagen sie malt, ist eigentlich untertrieben. Vielmehr müsste es heißen, sie lebt und liebt. Malen ist lediglich das Instrument. So wie Anika Botka über ihre Kunst spricht, merkt man sofort: Da ist jemand verdammt ausgeglichen. Bei einem Job und zwei Kindern absolut nicht selbstverständlich, aber dank der Malerei möglich. Jetzt soll aus dem Hobby etwas Ernstes werden. Was Botka malt, ist dabei ziemlich originell und eine Seltenheit.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Ihr Vater zeigte ihr erst kürzlich ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie sie bereits als Dreijährige hochkonzentriert zeichnete. Aber erst jetzt, immerhin 27 Jahre später, möchte Botka sich ein weiteres Standbein mit ihrer Kunst aufbauen. Untätig war sie in der Vergangenheit keineswegs. Landschaftsbilder schmücken ihr kleines Atelier im Dachgeschoss, afrikanisch angehauchte Werke verschönern das Wohnzimmer, von Freunden und Bekannten gab es unzählige Portrait-Anfragen.

Seit geraumer Zeit haben sich nun ganz besondere Unikate dazu gesellt. Noch während ihrer ersten Schwangerschaft faszinierte sich Anika Botka für Yoga. Nicht untypisch, nur das diese Art der Meditation bei ihr etwas stärker hängen geblieben ist. Das Interesse für Hinduismus und Buddhismus führte sie zum Mandala. Das Mandala steht für den heiligen Kreis in der alten indischen Hochsprache – ein Symbol für Einheit, welches das Unterbewusstsein der Menschen ansprechen und sie beruhigen soll. Bei der Künstlerin selbst hat es offensichtlich funktioniert. Etliche unter uns verbinden Mandalas vielleicht eher mit hübschen Ausmalbildern, gerne gesehen in Kindergärten. Die gibt es mit Herzen, Sternchen oder gar mit Hello Kitty. So ganz abwegig ist dieser Vergleich auch nicht: „Ob nun ein Kind eine kleine einfache vorgeschriebene Mandala-Vorlage zum Ausmalen benutzt, ich ein großes Mandala ohne Vorlage male oder jemand einfach ein Mandala betrachtet, die Wirkung ist im Grunde dieselbe: Abschalten und zu sich kommen.“

Anika Botka malt längst nicht mehr nur für sich selbst. Sie fertigt Unikate für Interessierte. Und wer ebenso wie die Künstlerin Intuition liebt und etwas Persönliches auf einer Leinwand haben möchte, kann sich von der Burgdorferin sein individuelles Mandala zeichnen lassen. Farbwünsche, Interessen, Symbole – Botka stellt sich den Menschen vor und malt einfach drauf los. Dabei geht es nicht alleine darum, Menschen beim Betrachten der Bilder zu beeindrucken, sondern darum, einen ganz speziellen Menschen anzusprechen – ein Unterschied zu vielen anderen Nachwuchskünstlern. Übrigens malt Botka ihre Mandalas ohne Schablone. Respekt. Der Portrait- und Landschaftsmalerei ist sie aber ebenso treugeblieben. Interessierte können sich ihre Portraits oder zum Beispiel Urlaubsbilder auf Leinwand malen lassen. Mit Vielseitigkeit kennt sie sich aus. Schließlich hat Botka sich nie einer bestimmten Art, zu malen, zugeschrieben. Gouache, Acryl, Aquarell, Bleistift oder Kohle, Pastell oder Ölkreide, Spachtel, Stift oder Pinsel – sie möchte sich da in keinster Wesie beschränken.

Wunsch nach Langlebigkeit

Als Mutter mit Kindern bleibt wenig Zeit, mal eben im Internet zu surfen, den Facebook-Status zu aktualisieren oder einfach mal etwas fernzusehen. Botka ist das jedoch ziemlich leicht gefallen. Ihrer Kunst zuliebe hat sie sich nun trotzdem wieder in die weite Welt des Internets gewagt. Ihrer Dilmanda-Homepage sieht man die Liebe zu ihrer Kunst und zur Langlebigkeit an. Der Name Dilmanda ist dabei nicht ohne Grund gewählt. Dil bedeutet auf Hindi Herz und manda stammt von Mandala. „In dem Moment, in dem ich etwas tue, tue ich es mit vollem Bewusstsein, ich bin ganz bei mir und vertraue auf mein Herzgefühl“, sagt Botka.

Anika Botka möchte sich später nicht vorwerfen können, es nicht wenigstens versucht zu haben. Die Kunst ist ihr Ausgleich, ihre Mitte, nicht ihr Hauptberuf. Unikate entwerfen, die ihren neuen Besitzer strahlen lassen. Rückzugsorte mit ihren Mandalas schaffen, an denen die Welt einfach mal still steht. „Dieses unglaubliche Gefühl, jemanden mit dem, was einen selbst zufrieden macht, berührt zu haben, ist einmalig.“ Mittlerweile macht die 30-Jährige mal eben nebenher noch eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. Jetzt steht sie mit ihrer Kunst in den Startlöchern. Wie hat Hermann Hesse es einmal so treffend formuliert: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“

Homepage der Künstlerin:
www.dilmanda.de

(Fotos: Anika Botka)

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Kategorien: Kunst, Menschen

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