Marcel Seniw
5. Dezember 2014

Reißt die Serie gegen den Lieblingsgegner?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den VFL Wolfsburg

Kann gegen seinen alten Verein partout nicht punkten: Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking

Da schießt Hannover 96 beim 3:4 in Hoffenheim in einer Auswärtspartie drei Tore und geht nach dem Abpfiff trotzdem ohne Punkt vom Platz. Dumm gelaufen, aber irgendwie auch selber schuld, denn wenigstens zwei Gegentore hätten vermieden werden können, wenn nicht gar müssen. Auch Schlussmann Ron-Robert Zieler muss sich fragen lassen, ob er das zwischenzeitliche und wohl genickbrechende 2:3 von Eugen Polanski nicht durch besseres Stellungsspiel hätte verhindern können, denn der Ball segelte doch recht zentral über den 96-Keeper. Die verlorenen Punkte gilt es nun im morgigen Heimspiel wieder reinzuholen. Doch auch wenn es im kleinen Derby gegen den Lieblingsgegner aus Wolfsburg geht – dieses Unterfangen wird angesichts der Stärke des momentanen Tabellen-Zweiten kein Selbstläufer.

Lange Serien gegen Wolfsburg und Hecking

Trotz der akuten Auswärtsschwäche in den letzten beiden Spielzeiten hat Hannover 96 die letzten fünf Partien gegen den VFL Wolfsburg allesamt für sich entscheiden können und dabei ein hervorragendes Torverhältnis von 13:2 vorzuweisen. Dem VFL scheint ausgerechnet gegen den Derby-Gegner von der Leine nicht viel gelingen zu wollen. Und auch der aktuelle Wolfsburg-Coach Dieter Hecking hat eine ernüchternde Bilanz gegen seine alte Liebe vorzuweisen: Hecking konnte in seinen letzten sieben Anläufen gegen Hannover nicht einen einzigen Punkt gewinnen. Statistisch betrachtet ist das Spiel also ein klares Ding. In der Realität aber wohl kaum, denn die Wölfe sind nicht nur der momentane Bayern-Jäger Nummer eins, sondern aktuell neben den Münchenern auch einfach das einzige Team, das eine konstante Leistung vorzuweisen hat. Diese Konstanz macht eine breite Brust, und Wolfburgs Top-Vorbereiter und Mittelfeld-Stratege Kevin de Bryune wartet schon auf den ersten Bayern-Patzer. Ist zwar noch ein junger Bengel, der Kevin, aber eine solche Aussage lässt das Selbstvertrauen in die eigene Stärke erkennen.

Statistik versus Momentum

Die Statistik spricht vor dem Duell klar für Hannover, das Momentum hingegen für die exzellent besetzten Wölfe. Schwierig einzuschätzen, wer sich am Ende durchsetzen wird. Letzte Woche hat trotz der hannoverschen Niederlage immerhin Kapitän Lars Stindl einen Doppelpack geschnürt. Klar ist: Seine Präsenz auf dem Platz tut dem Spiel der Roten gut. Ob er der Schlüssel zum Erfolg sein kann? Abwarten. Es wird jedenfalls kein leichtes Spiel, und die Vorzeichen stehen eher auf einen Erfolg der Wolfsburger. Aber der Fußball wäre nicht der Fußball, wenn man ihn berechnen könnte. Da ich mich diese Woche partout nicht auf einen Tipp festlegen mag, habe ich mal wieder mein Konsolen-Orakel um Rat gebeten. Mit Erfolg: In der virtuellen Partie kam es zu einem 2:1-Sieg für Hannover. Daher nun die Vorhersage: Die Torschützen werden Joselu und der Jubilar Leo Bittencourt in seiner 50. Bundesligapartie sein, und für Wolfsburg trifft der nimmermüde Duracel-Hase namens Ivica Olic. Auf geht’s ihr Roten, kämpfen und siegen!

Samstag, 6. Dezember 2014, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – VFL Wolfsburg

(Foto: Jan Heimerl/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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