Marcel Seniw
12. Dezember 2014

Auf die richtige Seite

Abseits. Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Werder Bremen

Einer von Werders „Jungen Wilden“: Stürmertalent Davie Selke

„Ich hätte das Spiel auf die richtige Seite lenken können.“ Selbstkritische Worte kamen letzte Woche nach dem Abpfiff des Spieles gegen Wolfsburg von 96-Kapitän Lars Stindl. Gemeint hatte er seine Großchance, als er beim Stand von 1:1 frei vor dem Tor der Wolfsburger stand. Der Ball ging über den Kasten und das Spiel verloren. Zum dritten Mal in Folge musste Hannover 96 geschlagen das Grün verlassen. Doch trotz der Niederlagen-Serie ist Coach Tayfun Korkut guter Dinge, dass es gegen den kommenden Gegner Werder Bremen besser läuft. Sein Rezept für das Spiel klingt dabei relativ simpel: „Wir müssen die guten 70 Minuten aus dem Spiel gegen die Wolfsburger auf 90 Minuten ausdehnen.“

Gute Voraussetzungen in Bremen

Nach einem katastrophalen Saisonstart und der Entlassung von Trainer Robin Dutt versucht Werder Bremen, langsam wieder in die Spur zu finden. Der einstige Meister und Dauerteilnehmer am internationalen Geschäft befindet sich in akuter Abstiegsangst. So wurde alles auf Null gestellt, und für das Trainer-Team wurden zwei alte Bremer Haudegen gefunden. Victor Skripnik und Thorsten Frings sollen die Kohlen aus dem Feuer holen. Aufgrund ihrer Vergangenheit sicher kein unkluger Schachzug der Verantwortlichen aus der Hansestadt, denn als Sympathieträger wird dem neuen Team ein gewisser Bonus zu Teil und die Fans freuen sich über die Identifikation mit dem Klub, was auch in schlechten Phasen für die nötige Ruhe im Umfeld sorgen dürfte. Durch diese Ruhe können sich denn auch junge Talente wie zum Beispiel Stürmer Davie Selke in den Vordergrund spielen, ohne dass sie durch das Publikum verheizt werden. Gute Voraussetzungen also, und immerhin konnte Werder Bremen in den letzten fünf Partien dreimal als Sieger vom Platz gehen.

Den Abwärtstrend stoppen

Fakt ist, dass Hannover 96 gegen die Bremer höllisch aufpassen muss, um nicht selbst unter Druck zu geraten. Zwar stehen die Werderaner auf dem vorletzten Tabellenplatz, doch bis zu Hannover 96 auf dem neunten Rang sind das nur noch sechs Punkte Abstand. Dazu kommt die traditionell miese Bilanz von gerade einmal einem Sieg auf Bremer Boden aus 26 Partien. Diese Statistik verheißt nichts Gutes, doch haben die Roten erst letzte Woche gegen Dieter Hecking und seine Wölfe zwei Serien reißen lassen. Warum also nicht auch mal eine Negativserie beenden? Mit einem Sieg in Bremen würde Hannover 96 den jüngsten Tabellen-Schlingerkurs fürs erste auf die richtige Seite lenken. Mein Tipp: Mit einem 2:0-Auswärtserfolg wird 96 den Abwärtstrend stoppen.

Samstag, 13. Dezember 2014, 15.30 Uhr:
Werder Bremen – Hannover 96

(Foto: worum.org/GNU Free Documentation License)

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Kategorien: Sports

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