Jörg Smotlacha
15. Dezember 2014

Zwischen Europa und dem Niemandsland

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FC Augsburg

Zuletzt alles andere als eine Festung: die AWD-Arena, Heimspielstätte von Hannover 96

Hannover 96 hat in den letzten Wochen ohne Frage die Balance verloren: Hat die Mannschaft von Tayfun Korkut in der ersten Hälfte der Bundesliga-Saison alle Experten noch durch seinen Minimalismus überrascht und vor allem durch eine starke Defensive überzeugt, so sind in den letzten Spielen alle Dämme gebrochen. Unglaublich guter Offensiv-Fußball – der freilich auch davon geprägt war, eine Großchance nach der anderen auszulassen – ging einher mit einer nahezu fahrlässigen Defensive. Folgerichtig lauteten die letzten Ergebnisse 3:4, 1:3 und 3:3. Doch während man die Spiele in Hoffenheim und Wolfsburg noch unter der Rubrik „Wieder etwas dazugelernt“ verbuchen konnte, ließ spätestens das frustrierende Unentschieden beim Abstiegskandidaten aus Bremen die Alarmglocken läuten: Quo Vadis, Hannover 96?

Längst kein Underdog mehr

Das morgige Heimspiel gegen den FC Augsburg verheißt jedenfalls wenig Gutes. Der Gegner aus Bayern ist das Überraschungsteam der Liga und hatte sich auf den zur Chmapions-League-Teilnahme berechtigten Tabellenplatz drei vorgespielt, bevor ihm am letzten Spieltag vom FC Bayern München beim 0:4 die Grenzen aufgezeigt worden sind. Keine Frage: Das Team von Trainer Markus Weinzierl ist längst kein Underdog mehr und kann in diesem Jahr um die internationalen Plätze mitspielen. Vor allem aber ist es gnadenlos effektiv: Wenn die Spiele nicht verloren gehen, werden sie gewonnen. Unentschieden haben die Augsburger nicht auf ihrer Rechnung – und fahren mit der Drei-Punkte-Regelung gut. Keine halben Sachen also. Aus hannoverscher Sicht auch nicht gerade erbaulich ist die Tatsache, dass die lange so stabile Festung AWD-Arena zuletzt keine mehr war: Von sieben Heimspielen gingen immerhin schon drei verloren.

„Auf Schlagdistanz“

Und trotzdem sei an dieser Stelle der Tipp erlaubt, dass die Roten das morgige Heimspiel mit 2:1 gewinnen werden, weil die Ofensive mit Hiroshi Kyotake, Jimmy Briand, Joselu und vor allem dem immer stärker werdenden Kapitän Lars Stindl immer besser eingespielt zu sein scheint und Augsburg ein Lieblingsgegner der 96er ist: Von sechs Bundesliga-Duellen ging noch keines verloren, bei drei Siegen und drei Unentschieden. Unter der Woche stellte Trainer Korkut klar, dass 96 „auf Schlagdistanz“ sei – und er meinte seinerseits die internationalen Plätze, als er von 25 Punkten nach der Hinrunde sprach. 25 Punkte allerdings kann das Team gar nicht mehr erreichen. 26 sehr wohl. Aber nur durch zwei Siege zum Abschluss der Hinserie. Am Besten fängt es heute damit an.

Dienstag, 16. Dezember 2014, 20 Uhr:
Hannover 96 – FC Augsburg

(Foto: Marcel Seniw)

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Kategorien: Sports

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