Marcel Seniw
20. Dezember 2014

Mit drei Punkten in die Weihnachtspause

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SC Freiburg

Bejubelte nach seinem Comeback gleich sein erstes Tor: Abwehrspieler Salif Sané

Was war das wieder für eine Geschichte, die der Fußball am vergangenen Dienstag da schrieb? Der verstoßene Abwehrspieler Salif Sané trifft bei seinem Startelf-Comeback zum 1:0 gegen den FC Augsburg und hinten steht die Null. Besser konnte es für Sané gar nicht laufen, auch wenn sein Hinterkopf-Tor eher ein Produkt des Zufalls war. Doch so kann es laufen. Und es wäre schön für Trainer Tayfun Korkut, wenn er in der Rückrunde wieder voll auf den agilen und zweikampfstarken Senegalesen bauen könnte. Zumal mit einem weiteren Innenverteidiger Platzhirsch Christian Schulz Druck gemacht wird. Letzterer hat nämlich durchaus schon bessere Zeiten erlebt, als in dieser Hinrunde. Und noch ein Spieler konnte gegen Augsburg überzeugen: Maurice Hirsch. Die Leistung des 96-Youngster im Mittelfeld sah vielversprechend aus. Der Ball rollte gegen das Überraschungsteam der Saison richtig gut. Ob das wirklich nur an den beiden Personalien Sané und Hirsch lag, das könnte sich schon gegen den kommenden Gegner SC Freiburg am Sonntag zeigen.

Unverständliche Kritik von den Fans

Wie Tayfun Korkut gegen den SC Freiburg aufstellen wird, steht noch in den Sternen. Zuletzt wurde häufig Kritik an den Aufstellungen des Trainers geübt, doch ein Blick auf die Zahlen verrät, dass Tayfun Korkut mit einem Schnitt von 1,42 Punkten pro Partie der beste Trainer der hannoverschen Bundesliga-Geschichte ist. Von daher kann er nicht nicht allzuviel falsch gemacht haben. Auslöser der Diskussionen, speziell unter den Fans, war Neuzugang Ceyhun Gülselam, der gelinde gesagt noch nach seiner Form sucht. Was bei allem Frust der Fans über den Spieler allerdings gar nicht geht, ist, dass dieser ausgepfiffen, angefeindet und als Sündenbock für die jüngste Niederlagenserie abgestempelt wurde. Ich hatte gerade von den Fußball-Fans in meiner Heimatstadt etwas mehr Feingefühl im Umgang mit Spielern erwartet. Natürlich darf man hier nicht verallgemeinern, doch die Butterbirnen, die heute die lautesten Pfiffe von sich geben, haben vor fünf Jahren noch die dicksten Tränen vergossen. Traurig, was da teilweise von den Rängen kommt.

Keine Stimmung

Was leider momentan weniger von den Rängen kommt, ist Lautstärke. Seitdem die Ultras die Regionalliga unsicher machen, fehlt es in der HDI-Arena eindeutig an Dezibel. Der Konflikt zwischen Verein und Hardcore-Fans ist zweifellos eskaliert. Beide Seiten bleiben stur, weshalb auch in der Rückrunde nicht unbedingt mit lauterem Fan-Gesang gerechnet werden sollte. Heimstark blieben die Roten zwar auch ohne Ultras, doch schön ist die mangelnde Unterstützung nicht. Von 34 Auswärtsspielen für Hannover 96 war schon die Rede. Und so wäre es schön, wenn beide Seiten künftig aufeinanderzugehen könnten. Denn die Stimmung macht den Stadionbesuch doch erst aus.

Gegen keinen anderen Bundesligisten schießt 96 im Schnitt mehr Tore

Soweit mein Hinrunden-Fazit, nun aber noch ein paar Worte zum kommenden Gegner: Der SC Freiburg hat mit gerade einmal zwei Siegen die wenigsten aller Bundesligisten in dieser Saison, außerdem mit erst 15 Treffern die zweitwenigsten Tore erzielt, und obendrein wartet die Mannschaft aus dem Breisgau seit fünf Spielen auf einen Sieg. Speziell in der Spitze hakt es bei den Freiburgern, wie erst drei erzielten Stürmertore beweisen. Auch wenn Hannover 96 nur eines der letzten sechs Aufeinandertreffen der beiden Mennschaften für sich entscheiden konnte, bin ich diese Woche zuversichtlich in Sachen Auswärtssieg: Gegen kein anderes Bundesligateam schoss 96 im Schnitt mehr Tore als Freiburg. Und mit sieben weißen Westen steht Hannover in der Zu-Null-Bilanz an zweiter Stelle – gleich hinter dem FC Bayern. Doch vor allem bin ich überzeugt, dass sich Hannover den Sieg in Freiburg holen möchte, da man erst in der letzten Saison am letzten Spieltag der Hinrunde in Freiburg verlor, woraufhin Trainer Mirko Slomka gehen musste. Doch dieses Jahr wollen die Roten mit drei Punkten unterm Weihnachtsbaum in die Winterpause gehen. Daher mein Tipp: Hannover siegt beim SC Freiburg mit 3:1. Denn an meinem Geburtstag können die Roten auch mal nach meiner Tipp-Nase tanzen!

Sonntag, 21. Dezember 2014, 17.30 Uhr:
SC Freiburg – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports

Kommentiere diesen Artikel