Jörg Smotlacha
3. April 2015

Vor den Wochen der Wahrheit

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt

Verlässt das sinkende Schiff Richtung Mönchengladbach: 96-Kapitän Lars Stindl

Hannover 96 stehen alles andere als frohe Ostern bevor: Verliert die Mannschaft auch das Spiel bei Eintracht Frankfurt, rückt der noch vor Wochen für unmöglich gehaltene Abstieg immer näher. Und das ist kein Wunder: Im Jahr 2015 holte die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut aus neun Spielen kümmerliche drei Zähler und belegt den letzten Platz der Rückrundentabelle.

Es zählen nur noch Ergebnisse

Ganz klar: Der Trend ist kein Freund der Hannoveraner. Umso erstaunlicher war und ist, mit welcher Ruhe die Verantwortlichen derzeit agieren, und dass sie trotz der Niederlagenserie an ihrem erfolglosen Trainer festhalten. Ob das gut ist, darüber kann man vortrefflich streiten. Es führt aber zu nichts, denn letztendlich zählen nur Ergebnisse. Die letzten Spiele immerhin haben gezeigt, dass die Mannschaft noch lebt und an sich glaubt, denn insbesondere das letzte Heimspiel gegen Borussia Dortmund ging wohl hauptsächlich durch die umstrittene gelb-rote Karte für Leonardo Bittencourt verloren.

Ein Umbruch steht bevor

Und dennoch: Die Saison ist total verkorkst, der Traum von Europa längst ausgeträumt, und neben Kapitän Lars Stindl, der seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach bekanntgegeben hat, könnten noch weitere Leistungsträger den Club nach der Saison verlassen. Ein großer Umbruch scheint bevorzustehen. Und der dürfte schwierig werden, denn nicht nur Trainer Korkut, sondern vor allem auch Manager Dirk Dufner haben längst ihren Kredit verspielt. Und es gibt wenig Argumente für Hannover 96, denn die Stimmung im hannoverschen Stadion ist so schlecht wie in keinem anderen der Bundesliga. Schuld daran sind nicht alleine die Ultras, die ihrem Team den Rücken gekehrt haben, sondern die auch von der Vereinsführung zu verantwortende Gesamtsituation.

Der Gegner ist nicht unschlagbar

Nicht auszuschließen also, dass Hannover 96 nächstes Jahr ein ganz anderes Gesicht haben wird. Und auch nicht auszuschließen, dass der Verein dann nur noch zweitklassig ist. Im April stehen in jedem Fall die Wochen der Wahrheit an. Und noch ist Zeit, das Ruder herumzureißen. Der heutige Gegner Eintracht Frankfurt ist zwar heimstark und auf dem besten Wege, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen, doch auch nicht unschlagbar. Ein beherzter Auftritt des Teams von Kapitän Stindl könnte helfen, endlich das Licht am Ende des Tunnels zu entdecken. Mein Tipp: Es reicht für ein 1:1-Unentschieden.

Samstag, 4. April 2015, 15.30 Uhr:
Eintracht Frankfurt – Hannover 96

(Foto: Northside/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports

Kommentiere diesen Artikel