Marcel Seniw
22. Mai 2015

Endspiel!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: der Showdown gegen den SC Freiburg

Niemals allein: Rechtzeitig zum großen Saison-Finale stehen Verein und Fans noch einmal auf derselben Seite – hoffentlich nicht zum letzten Mal

Wie bei einem Fußballspiel ein Sieg zustande kommt, danach fragt hinterher niemand mehr, so eine gängige Binsenweisheit. Und wenn eine Mannschaft seit 16 Spieltagen nicht mehr siegen konnte, dann erst recht nicht. Jedem war nach Abpfiff der Partie von Hannover 96 in Augsburg klar, dass der Sieg der Roten verdient, aber auch mit einer gehörigen Portion Glück versehen war. Doch Hannover 96 hat sich dieses Glück eben auch ganz hart erarbeiten müssen in den Wochen zuvor. Das Glück des Tüchtigen halt. Und ganz ehrlich: Scheiß drauf, endlich hat Hannover 96 wieder ein Bundesligaspiel gewonnen. Denn ohne den Auswärtsdreier aus Augsburg sähe es nun sehr düster für Michael Frontzecks Truppe aus. Doch dank der doppelten Briand-Stindl-Kooperation haben die Roten den Klassenerhalt nun wieder in den eigenen Händen.

Bayern-Bezwinger Freiburg

Dummerweise gilt eben jenes auch für den Gegner am morgigen Samstag, den SC Freiburg. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich hat gegen den deutschen Meister aus München mal eben einnen Rückstand in ein 2:1 gedreht. Das gelang zuletzt seit 122 Spielen keinem Gegner der Bayern. Doch wieviel Power in der ausgelaugten Bayern-Mannschaft noch steckte, wissen wohl selbst die Münchner nicht so recht. 96-Edelfan und Ikone Dieter Schatzschneider nannte die Bayern jedenfalls für diesen Spielverlauf eine „Piss-Mannschaft“, weil die Münchener die Saison nicht auf anständige Art zu Ende spielen würden. Selbige Kritik geistert nicht erst seit Schatzschneiders Aussagen durch die Medien und ist vollkommen legitim – nur in der Wortwahl hat sich Schatzschneider dann doch vergriffen. Denn die Bayern muss man derartig mit dem Rücken zur Wand erst einmal schlagen. Schatzschneiders Kritik kam für mich jedenfalls, wenn auch ungewollt, etwas despektierlich dem SC Freiburg gegenüber rüber, dessen Leistung nicht wirklich wertgeschätzt zu werden schien. Doch so war seine Aussage wohl auch nicht zu verstehen: Es waren eher blankliegende Nerven, die auf mehr Schützenhilfe gehofft haben.

Das große Finale

Die Nerven sollten bei Hannover 96 morgen besser nicht blankliegen. Unterschätzen sollte Hannover 96 den SC Freiburg unter keinen Umständen. Dafür steht zu viel auf dem Spiel an diesem 23. Mai 2015. Keiner wollte es, doch es kommt zu einem großen Endspiel. Das Datum ist übrigens ein historisches in der 96-Vereinsgeschichte. Am 23. Mai wurden schon zwei Mal Final-Helden geboren. Im Jahr 1954 wurde an eben jenem 23. Mai die deutsche Meisterschaft im Finale gegen den 1.FC Kaiserslautern gewonnen und im Jahr 1992 der DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Morgen kann also ein weiterer großer „Final-Sieg“ der Vereinsgeschichte hinzugefügt werden. Die Stadt wird förmlich vor Anspannung platzen. Trotzdem werden alle guter Dinge sein, obwohl die Angst mitspielt. Hoffen wir, dass für unser Team das richtige Ergebnis auf der Tafel stehen wird. Denn auf die ganzen Rechen-Spiele bei anderen Ergebnissen können wir alle gut verzichten. Der Puls wird auch ohne schon hoch genug sein. Und Relegation muss nicht sein. We will see. Morgen ist Showdown!

Samstag, 23. Mai 2015, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – SC Freiburg

(Foto: Jonas/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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