Marcel Seniw
28. August 2015

Den Fehlstart vor der Nase

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05

Wird nach dem Ausfall von Sturmkollege Mevlüt Erdinc wohl in den Mittelpunkt des 96-Angriffsspieles rücken: Charlison Benshop

Glück gehabt, Hannover. Wer unter der Woche den 3:0-Sieg von Bayer Leverkusen über Lazio Rom gesehen hat, der kann sich denken, dass Bayer 04 letzte Woche in Hannover mit angezogener Handbremse gespielt hat. Leverkusen sparte Körner für eine furiose Partie in der Champions League-Qualifikation, doch 96 wusste daraus keinen Profit zu schlagen. Defensiv stand Hannover immerhin einigermaßen sicher, wenn auch gegen den Freistoß von Kunstschütze Hakan Calhanoglu kein Kraut gewachsen war. Ron-Robert Zieler musste wieder einmal einen Freistoß passieren lassen, und so langsam muss man sich fragen, warum der 96-Schlussmann so anfällig bei ruhenden Bällen ist.

Offensiv leider noch sehr dürftig

Cheftrainer Michael Frontzeck wird nicht müde zu betonen, dass die Mannschaft noch Zeit braucht und das 96-Team aus einer kompakten Defensive heraus agieren will und außerdem künftig besser nach vorne spielen lassen will. Und das muss 96 auch. Auffällig war gegen Leverkusen, dass bei eigenem Ballbesitz Anspielstationen fehlten. Dem ballführenden Spieler sind regelmäßig die Mitspieler davongelaufen, was zur Folge hatte, dass der Ball fast ausschließlich hoch und lang nach vorne geholzt wurde. Kreativität ist derzeit im hannoverschen Spiel Mangelware. Und nun folgt das Auswärtsspiel in Mainz. Trotz des Umbruchs wird es am Samstag Zeit für den ersten Saisonsieg, wenn Frontzeck und seine Mannen einen Fehlstart abwenden wollen.

Mainz 05 zuletzt gut in Form

Der FSV Mainz 05 hingegen hat seine letzte Bundesligapartie bei Lars Stindls neuem Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach überraschend mit 2:1 gewonnen. Bei dem ruckeligen Saisonstart der Gladbacher kann das aber momentan keine wirklichen Rückschlüsse auf das Leistungsniveau der Mainzer ergeben, denn im ersten Heimspiel der Saison verloren die Hessen mit 0:1 gegen Aufsteiger Ingolstadt. Ich vermute, dass Mainz 05 sich schwer tut, wenn die Mannschaft das Spiel selber gestalten muss. Gegen Gladbach waren es die gefährlichen Konter und ein gut aufgelegter Christian Clemens, die für die Entscheidung sorgten. Gegen 96 wird es aber wieder gegen einen Gegner gehen, der seine einzelnen Mannschaftsteile nicht so hoch staffelt, wie Mönchengladbach. Der Mainzer Cheftrainer Martin Schmidt erwartet jedenfalls ein physisch schwierigeres Spiel als gegen die Borussia und sieht in Hannover 96 einen Gegner, der viele Varianten in sein Spiel einbaut. Das Mittel des langen Balls hat er ebenso richtig analysiert wie die Gefahr nach Standards. Speziell darin könnte ein Schlüssel für 96 liegen, da die Mainzer Mannschaft nicht unbedingt hoch gewachsen ist. In seiner Analyse, dass 96 den Spielaufbau gut beherrscht, stimme ich Martin Schmidt derzeit aber nicht zu, wobei ich mich gern eines Besseren belehren lasse.

Enteuphorisiert

Nach den zu euphorischen Tipps, die Kollege Jörg Smotlacha und ich letzte Woche abgegeben hatten, bin ich dieses Mal wieder etwas vorsichtiger. Mevlüt Erdinc wird den 96ern am Samstag fehlen, wodurch der bislang torgefährlichste Mann in Rot, Charlison Benschop, aller Voraussicht nach an vorderste Front rücken wird. Möglicherweise werden wir an diesem Wochenende aber auch den ersten Auftritt des dänischen Neuzuganges Uffe Bech sehen. Ob mit oder ohne Bech rechne ich nicht unbedingt mit einen spielerisch ansehnlichen Spiel. Es wird wohl viel über den Kampf gehen. Ich rechne mit einem 1:1-Unentschieden. Kein totaler Fehlstart, aber auch wieder kein Dreier für Hannover.

Samstag, 29. August 2015, 15.30 Uhr:
FSV Mainz 05 – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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