Jörg Smotlacha & Henning Chadde
24. September 2008

„Dann klingt die Gitarre wie ein Cello…“

Kurz vor dem KULTURKIOSK: ein paar Fragen an die Sängerin und Musikerin Anna Piechotta

Anna Piechotta sitzt am Klavier, singt und spielt Geschichten über Schatten, Plastikwörter und Zimmer, die unberührt bleiben. Sie stellt Rätsel, wünscht eine gute Nacht, vertreibt böse Monster, verdirbt tollpatschig Geburtstags-Überraschungsparties, verliebt sich unglücklicherweise in ihren unausstehlichen Mitbewohner und singt die schönsten Liebeslieder der Welt… Die mehrfach preisgekrönte Sängerin bewegt sich zwischen Jazz, Soul und Pop und verzaubert sowohl mit ihrem Gesang als auch mit ihrer ganz eigenen Art, anspruchsvolle deutschsprachige Texte zum Leben zu erwecken.

Anna Piechotta

„Ich würde mir wünschen, dass experimentierfreudigen Künstlern mehr Raum gegeben wird“: Anna Piechotta

langeleine.de: Anna, musikalisch zeigst Du Dich vielseitig – von voll verstärkter Band über Unplugged-Sessions in Trio-Besetzung bis hin zur Zusammenarbeit mit anderen Sängerinnen und zum Solo-Auftritt mit Klavier. Welche Form liegt Dir am meisten?

Anna Piechotta: Am liebsten trete ich mit meinem Gitarristen im Duo auf, da die Kombination Klavier und Gitarre ungewöhnlich und spannend ist: Man muss es hinkriegen, zwei Harmonie-Instrumente so zu arrangieren, dass es keinen reinen Klangteppich gibt. So klingt die Gitarre manchmal wie ein Cello oder wird als Percussion-Instrument genutzt.

ll: Seit Beginn Deiner Karriere vor elf Jahren verging beinahe kein Jahr, in dem Du nicht Land auf, Land ab einen Preis oder eine Auszeichnung gewonnen hättest. Wie wichtig sind Preise Deiner Meinung nach für junge Musiker und Bands?

Piechotta: Ich denke, dass Wettbewerbe insofern eine Rolle spielen, als man erkennt, wo man steht. Außerdem ist es eine Gelegenheit, viel Neues kennenzulernen – und man kann Kontakte knüpfen.

Anna Piechotta

Anna Piechotta steht für ausgefeilten Indie-Pop mit Soul

ll: Derzeit regieren Casting-Shows und Klingeltöne das öffentliche Pop-Interesse. Wird für den Pop-Nachwuchs dieser Tage eigentlich von kulturpolitischer Seite genug getan?

Piechotta: Ich denke, es gibt heute viele Möglichkeiten. Dennoch empfinde ich es so, dass eigentlich nur der kommerzielle Weg gefördert wird. Meiner Meinung nach klingen die Sachen, die im Radio laufen, oft alle ähnlich. Ich würde mir wünschen, dass den experimentierfreudigeren Künstlern mehr Raum gegeben wird.

ll: Du schreibst ja vorwiegend deutsche Texte: Gibt es in dieser Hinsicht Vorbilder?

Piechotta: Eigentlich nicht. Zumindest keine konkreten. Aber ich höre mir viel an, lese in Booklets nach und merke mir, was ich gut finde.

Anna Piechotta

„Ich schmeiße ihn trotzdem nicht raus…“ – Anna Piechotta singt deutsch

ll: Wie viel eigene Erfahrungen stecken in Deinen Texten?

Piechotta: Naja… Ich würde sagen, es gibt da ein paar Parallelen, aber vieles beobachte ich einfach auch nur.

ll: Deine bisher liebsten Erfolge…

Piechotta: Das war zum Beispiel der „Songpoeten-Nachwuchs-Förderpreis“, denn da habe ich mit meinem Duo-Partner bei der Sendung „Songs an einem Sommerabend“ das erste Mal vor 6.000 Leuten gespielt und Leute wie Reinhard Mey oder Heinz Rudolf Kunze kennenlernen dürfen.

Anna Piechotta

Nach den Band-Alben „Sinnflut“ und „Reden oder küssen?“ nun solo mit ihrem neuen Programm „Das, was ich mein’…“ – Anna Piechotta kann es auch am Klavier

ll: Wo sehen und hören wir Anna Piechotta in zehn Jahren?

Piechotta: Hoffentlich auf zahlreichen Bühnen!

Nicht verpassen:

Anna Piechotta präsentiert am Freitag, dem 26. September, beim KULTURKIOSK von langeleine.de ihr Solo-Album „Das, was ich mein’ …“ – live am Klavier und nur verstärkt durch ihre bezaubernde Stimme. Garantiert authentisch und immer stilvoll zwischen Jazz, Soul und Pop.

Anna Piechotta im Netz:
www.annapiechotta.de
www.myspace.com/annapiechotta

(Fotos: Andreas Barkhoff)

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Kategorien: Menschen, Musik

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