Jörg Smotlacha & Henning Chadde
26. September 2008

„Der mit der Grafik tanzt“

Ein Portrait des hannoverschen Grafikers und Illustrators Ralf Rohde

Hannover ist bunt. Und das im positiv doppelten Sinne. Unsere liebliche Heimatstadt strotzt nicht nur vor kultureller Vielfalt und Farbe, sondern auch in der Bewerbung und flächenweiten Bebilderung von Kulturveranstaltungen, sprich Plakatierung – dieses Bouquets an Ausgeh- und Erlebnismöglichkeiten – springen einem hannoverweit und vor allem in den Trend-Stadtteilen die wildesten Formate und Farbpaletten ins geneigte Betrachter-Auge. Ein Mann, ohne den diese Vielfalt wie ein vertrockneter, farbloser Distelstrauss daher kommen würde, ist der hannoversche Grafiker und Plakatkünstler Ralf Rohde.

Ralf Rohde

In Hannover an jeder Plakatwand, in Uruguay als T-Shirt unterwegs: Ralf Rohde

Aus der „Bebilderung“ unserer städtischen Kulturlandschaft von Musik über Literatur bis hin zu Party-Reihen und vielem mehr sind die Plakate, Illustrationen und Logo-Entwürfe des 38-Jährigen seit Jahren nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Stehen sie doch für eine visuell überzeugende und kreative Vielseitigkeit, die für eine zunehmende Anzahl von Künstlern sowie Kultur- und Veranstaltungsträgern von groß bis klein mittlerweile trend- und stilgebend ist. Eines ist dabei auf keinen Fall zu übersehen: Eine beeindruckend eigene Note, die für einen überaus hohen, weil immer innovativ-überraschenden Wiedererkennungswert steht. Kein Wunder, denn wo Ralf Rohde drauf steht, ist definitiv Ralf Rohde drin.

Raz

sic!

Allerdings tut man Rohde Unrecht, wenn man seine grafischen Fähigkeiten allein auf den Kulturbereich reduzieren würde. Denn das Motto des Grafikers könnte in etwa salopp „von Punkrock bis zum Werbefolder“ lauten. Und in dieser Bandbreite liegen jede Menge Kreativ-Felder, in denen Rohde sich „austoben“ kann und seine trickreichen Ideen gleichsam hoch begehrt sind. Und so finden sie sich beispielsweise auch in der Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendbüros, Inselmagazinen, Verlagen, Labels, Fernseh- und Filmproduktionsstätten oder aber auch Firmen und Versicherungen wieder. Und natürlich, um die virtuelle Welt nicht zu vergessen: Auch im Web-Design hinterlässt der emsige Vollblut-Grafiker unübersehbar und stetig seine Spuren.

Ralf Rohde, CD-Cover für die argentinische Band Karamelo Santo

CD-Cover für die argentinische Band Karamelo Santo

Kurz gesagt: Von der Szene- und Trendgrafik bis hin zum unternehmerisch seriösen Hoch-Segment – Rohde kann beides. Und das mit einem unermüdlichen Engagement, so dass man annehmen müsste, dass seine Tage mindestens rund 72 Stunden haben, statt der handelsüblichen 24. Diesen Elan legt Rohde seit nunmehr bereits über acht Jahren an den Tag, als er den Schritt in die Selbständigkeit wagte, und es verwundert, warum er erst jetzt mit einer eigenen Plakat- und Werkschau an die Öffentlichkeit tritt, denn die Liste seines Schaffens füllt sprichwörtlich Bildbände.

Ralf Rohde, Dead Fish-Tourposter

Tourposter für die brasilianische Band Dead Fish, 2007

Beispielsweise hat Rohde den Fährmann als imaginären Patron von Hannovers „kleinem Woodstock“ entworfen und zeichnet seitdem maßgeblich für die CI des gesamten Fährmanns-Festivals verantwortlich. Zudem gehen unzählige CD-Cover und Konzertposter sowohl von regionalen Acts wie Hammerhai, Level-O-Mania, Wisecräker und Snørd auf sein Konto, wie auch von internationalen Größen wie zum Beispiel Panteón Rococó, Abuela Coca oder den Nitrominds. Keine Frage, auch diese Vertreter waren von den Arbeiten Ratze Rohdes dermaßen begeistert, dass sich die entworfenen Logos und Designs schließlich in ihrem Band-Merchandising wiederfanden und somit als T-Shirts und Sweater ihre Reise um die ganze Welt antraten.

Ralf Rohde, Béi Chéz Heinz-Monatsprogramme

Béi Chéz Heinz-Monatsprogramme, gestaltet von Ralf Rohde

In Hannover aber ist Rohde nach wie vor am Präsentesten durch seine Tätigkeit als Haus- und Hof-Grafiker für das Béi Chéz Heinz und seine Flyer- und Plakatgestaltungen für das Kulturzentrum Faust. Umso erstaunlicher, dass der überzeugte Punkrock-Fan neben seiner Vielzahl an Tätigkeiten als Mitveranstalter der Reihe „Kur-Konzerte“ auch noch Zeit findet, selber plakatieren zu gehen. Ach ja: Und obendrein entwarf Ralf Rohde sowohl das langeleine.de-Logo und alle bisherigen Plakate und Flyer für den Kulturkiosk, Grund genug, ihn nun endlich erstmals zu selbigem einzuladen.

Nicht verpassen:

In einer großen Plakatausstellung und Werkschau präsentiert Ralf Rohde beim KULTURKIOSK von langeleine.de eine Auswahl seiner besten Werke. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 7. November im Café Siesta auf dem Faust-Gelände zu sehen.

Ralf Rohde im Netz:
www.ralfrohde.de

(Foto: Ralf Rohde)

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Kategorien: Kunst, Menschen

Ein Kommentar

  1. Ich kenne Ralf schon sehr lange und bin trotzdem immer wieder beeindruckt von seiner Arbeit. Die o.g website hat er entworfen, im Handumdrehen und besser, als ich es mir hätte ausdenken können. Die Verbindung von Kreativität, handwerklicher Meisterschaft und gradliniger Professionalität ist einzigartig. – Ralf, du bist der Beste! Grüße aus Bremen von TheBestian

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