Marcel Seniw
23. Oktober 2015

Zeichen setzen!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Unter der Woche in allen Schlagzeilen: Leon Andreasen

War es unsportlich, den Ball mit der Hand über die Torlinie zu befördern? Ja, das war es. War es aber in der Situation, in der sich Leon Andreasen und seine Mannschaft letzte Woche befanden, nicht auch vollkommen legitim? Ja, das war es. So zumindest habe ich die Worte von Matthias Lehmann, dem Kapitän des 1.FC Köln, verstanden. Dieser sagte, jetzt mal frei aus dem Gedächtnis zitiert, dass Andreasen bei einer anderen Tabellenkonstellation und auf Nachfrage des Schiedsrichters das Handspiel, das zum 1:0 der Roten in Köln führte, zugegeben hätte. Einen Vorwurf wollte Lehmann ihm jedoch nicht machen. Nach Abpfiff standen von Kölner Seite auch Jörg Schmadtke, Peter Stöger und Timo Horn zum Interview parat, doch keiner von ihnen hatte Torschütze Andreasen auf dem Kieker. Die Kritik der Kölner richtete sich allein an Schiedsrichter Bastian Dankert. Dennoch wurde ein Verfahren gegen den Dänen in die Wege geleitet, das jedoch schnell wieder fallen gelassen wurde. Jedefalls gab es so eine Woche lang Gesprächsstoff zu Hannover 96. Im Endeffekt waren es nicht mehr und nicht weniger als drei glückliche Punkte.

Stabiles Hannover?

Nach dem 1:0-Heimerfolg über Bremen war der 1:0-Auswärtssieg beim 1.FC Köln das zweite Spiel in Folge, in dem das Team von Coach Michael Frontzeck die Null halten konnte. Aus den letzten drei Partien holte 96 beachtliche sieben Punkte. Die Mannschaft setzt, wie zu Beginn der Saison vom Coach angekündigt, auf eine stabile Defensive, die sich trotz aller Kritik der letzten Wochen langsam gefunden zu haben scheint. Nach vorne aber bleibt Hannover harmlos, abgesehen von den Standards. Immerhin lässt die Punkte-Ausbeute die Hoffnung aufkommen, dass sich 96 vielleicht doch im Niemandsland der Tabelle festsetzen kann und nicht wieder auf die Abstiegsplätze rutscht. Nach dem Herzschlagfinale der letzte Saison braucht man eine derartige Konstellation in Hannover jedenfalls nicht noch einmal.

Taumelndes Frankfurt

Der kommende Gegner Eintracht Frankfurt um Torschützenkönig Alex Meier ist derzeit auch nicht gerade in Bestform. Zuletzt setzte es eine derbe 1:5-Heimniederlage gegen die Gladbacher Borussia. Frankfurt ist derzeit auf dem besten Wege in die Tabellengefilde, die Hannover 96 durch einen erneuten Sieg am morgigen Samstag erstmals in dieser Saison verlassen könnte: die Abstiegszone. Trotzdem darf man die torkelnde Eintracht nicht unterschätzen. Ein Befreiungsschlag wäre gerade in Hannover nicht undenkbar, wenn ich nur an das Heimspiel gegen den ebenso krisengebeutelten VfB Stuttgart denke, der drei Punkte aus der HDI-Arena mitnehmen konnte.

Wieder 1:0?

Letzte Woche habe ich noch auf ein dusselig ermogeltes Unentschieden getippt, das ja fast eintraf, wenn Ron-Robert Zieler nicht einen Sahnetag erwischt hätte. Dass Hannover 96 noch ein drittes Mal in Folge die Null halten kann, glaube ich daher nicht. Ich tippe in dieser Woche wieder auf ein 1:1-Unentschieden. Zieler und seine Vorderleute dürfen mich jedoch gerne aufs neue mit ihrer wiedergefundenen Stabilität überraschen. Sollte 96 noch einen Sieg erringen, wäre das ein starkes Signal an die Konkurrenz. Also Hannover, setz mal ein Zeichen!

Samstag, 24. Oktober 2015, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – Eintracht Frankfurt

(Foto: Northside/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports

Kommentiere diesen Artikel